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Reitsport

04.12.2020

Corona verhindert Streicheleinheiten

Vor allem die Kleinsten vermissen beim Reitverein Thierhaupten während des Lockdowns den Umgang mit den Pferden. Auch die Ponys leiden unter den Kontaktbeschränkungen.
Bild: Hildegard Steiner

Wie sich der zweifache Lockdown im Jahr 2020 beim Reitsportverein Thierhaupten ausgewirkt hat. Reiter und Pferde leiden unter den Kontaktbeschränkungen

Ein ungewöhnliches Jahr geht beim Reitverein Thierhaupten zu Ende. „Es hat den Verein gezwungen, fast alles einzustellen und herunterzufahren, was diesen so lebhaften und vielseitigen Reitsport ausmacht“, blickt die Vorsitzende Hildegard Steiner zurück. Auf Turniere, Meisterschaften, Zuchtschauen, Seminare, Lehrgänge, Kurse, Tagungen und Sitzungen, Reitertage für Kinder und gesellige Treffen musste verzichtet werden. Der gesamte Reitunterricht für Kinder und Erwachsene wurde von heute auf morgen im Frühjahr eingestellt. Pferdebesitzer mussten auf Hilfe bei der Pferdebetreuung verzichten. „Jeden Tag andere Auflagen“ spricht Steiner von „Verunsicherung pur!“

Die Teilnahme der Reitsportler an Wettbewerben war zwar möglich, aber aufgrund der Auflagen für Vereine waren Veranstaltungen nur sehr schwer durchzuführen und auch finanziell schlecht planbar. „Im Spätherbst einen zweiten Lockdown durchhalten zu müssen, konnte und wollte man sich eigentlich nicht vorstellen.“ Auch beim Umgang mit den Pferden selbst, gab es etliche zusätzliche neue Herausforderungen. „In der Pferdezucht wird es sicher ausbildungsmäßig ebenfalls Probleme und Verzögerungen geben“, vermutet die Vorsitzende.

Nachdem es dem Reitverein Thierhaupten im Jahr 2020 verwehrt war, reitsportlich in gewohnter Weise aktiv zu sein, beschränkte sich der Spaß und die Freude mit Pferden auf den Umgang mit ihnen. Die Förderung der Jugend war ein besonderes Problem. Im Frühjahr musste der Reitsportunterricht komplett heruntergefahren werden. Trainings waren nicht mehr möglich. Die geplanten Veranstaltungen wie das Christi Himmelfahrt- und das WBO-Turnier wurden zwar organisatorisch vollkommen vorbereitet, mussten letztendlich aber doch gestrichen werden. „Diese ehrenamtliche Arbeit war vollkommen umsonst“, so Hildegard Steiner.

Über die Absage der geplanten Reitertage waren Kinder und Jugendliche besonders traurig. Von der Mitgliederjugend und deren Eltern, von denen einige sehr unterstützend mitgeholfen haben das Ponyprojekt der „Pony- und Inklusionsgruppe“ am Leben zu erhalten, war vieles abverlangt worden. Den Sommer über konnte zwar eingeschränkt und unter vorgegebenen Hygienevorschriften eine Zeit lang wieder Unterricht angeboten werden, aber die Unsicherheit war groß.

Seit November macht dem Unterricht nun wieder der neue „Teil-Lockdown“ zu schaffen. Demnach darf Einzelunterricht nur im Außenbereich, nicht mehr in den Reithallen durchgeführt werden, was wetterabhängig und für Anfänger und Kinder/Jugendliche aus Sicherheitsgründen fast nicht mehr möglich ist. „Die Übungsleiter versuchen allem gerecht zu werden, suchen aber in erster Linie trostreiche Worte für Schüler und Eltern“, freut sich Hildegard Steiner, dass die meisten dem Verein treu geblieben sind, auch wenn es in diesem Jahr mehr Kündigungen als in den vergangenen Jahren gegeben hat. „Durch die reitsportlichen Einschränkungen musste weitgehend auf Neuzugänge verzichtet werden, die die Mitgliederzahl immer in Balance hielten“, erklärt sie.

Die Corona-Pandemie diktierte das Geschehen am Reiterhof, trug zu umfangreicher Verunsicherung bei allen Reitsportlern bei und nicht alle Regeln waren nachvollziehbar. Dass bei dieser Sportart auch der Tierschutz eine Rolle spielt, war jedem klar und dennoch gab es viele Ängste. „Die Gesundheit der Menschen hat natürlich oberstes Gebot, aber die Sorge um die Pferde schlug zusätzlich aufs Gemüt. Der Umgang untereinander war schwieriger geworden“, berichtet die Vorsitzende.

Das Jahr 2021 ist beim Reitverein Thierhaupten trotz allem wieder in Vorbereitung. Man steht in den Startlöchern. So soll es im Mai an Christi Himmelfahrt ein Dressur- und Springturnier und im Juni ein Breitensport-LPO/WBO-Reitturnier geben. Auch ein Westernturnier Ende Juli ist geplant. „Ob es Reitertage und Veranstaltungen wie Trainingstage, Reitertage für Kinder und Jugendliche geben kann, wird sich zeigen und könnte dann kurzfristig organisiert werden“, sagt Hildegard Steiner zum Abschluss dieses ungewöhnlichen Jahres 2020. „Man kann nur hoffen, dass es bald besser werden kann und ein gewisses Stück an Leichtigkeit des Lebens mit den Pferden zurückkommt.“ (hils)

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