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Neumünster

11.05.2018

In Neumünster brennen Freudenfeuer

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2 Bilder
Nachdem die Kunde von der Niederlage des Rivalen Großkötz die Runde gemacht hatte, fand sich die komplette Mannschaft des SSV Neumünster-Unterschöneberg am Sportgelände ein, um die Meisterschaft und den Aufstieg zu feiern. 
Bild: SSV Neumünster

Warum der SSV, ohne selbst zu spielen, Meisterschaft und Aufstieg feiern kann. Spielertrainer Frank Schmuderer verrät, was in der Nacht passiert ist

Im vergangenen Jahr ist der SSV Neumünster-Unterschöneberg noch in der Relegation zur Kreisliga am TSV Hainsfarth gescheitert. Dasselbe Schicksal ereilte Frank Schmuderer, der damals noch als Spielertrainer für den SV Ettenbeuren am Ball war. Er musste gegen seinen zukünftigen Verein die Segel streichen. Zusammen haben die in der letzten Saison noch Gescheiterten jetzt das große Ziel erreicht: Der SSV Neumünster-Unterschöneberg und sein kickender Coach Frank Schmuderer sind am Vatertag Meister der Kreisklasse West 2 geworden und stehen zwei Spieltage vor Saisonende als Aufsteiger in die Kreisliga fest.

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Und dabei haben die Fußballer aus dem Altenmünsterer Ortsteil selbst gar nicht gegen den Ball getreten. Der einzige noch verbliebene Rivale SpVgg Großkötz kassierte in einem Nachholspiel eine völlig überraschende 0:1-Heimniederlage gegen die SG Bächingen/Medlingen.

Was dann passiert ist, schildert Frank Schmuderer im nachfolgenden Interview.

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Guten Morgen, Herr Schmuderer. Herzlichen Glückwunsch zur Meisterschaft. Wo und wie haben Sie denn erfahren, dass es jetzt sozusagen „passiert“ ist?

Schmuderer: Ich war mit Frau und Kind den ganzen Tag mit befreundeten Familien unterwegs und habe das Handy bewusst zu Hause gelassen. Bei der Rückkehr waren dann massenhaft Anrufe und Nachrichten. Da war mir klar, dass die mir nicht alle mitteilen wollen, dass Großkötz gewonnen hat, sondern dass wir es geschafft haben.

Und dann?

Schmuderer: Zuerst bin ich lachend und vor Freude etwas unkoordiniert im Haus umhergelaufen. Habe meine Frau informiert, mich umgezogen und bin Richtung Neumünster losgefahren. Meine Frau hatte Gott sei Dank vollstes Verständnis.

Wo und wie wurde gefeiert?

Schmuderer: Auf dem SSV-Gelände war ja das Vatertagsfest des Löwen-Fanklubs. Die haben durch die Ereignisse vermutlich einen vielfachen Umsatz gemacht. Ich bin gegen Mitternacht wieder nach Hause, weil ich heute Termine wahrzunehmen hatte. Die Feierlichkeiten sind laut Nachrichten und Bildern dann bis in die Morgenstunden gegangen.

Worin lag das Geheimnis dieser Meisterschaft?

Schmuderer: Für eine Meisterschaft muss alles passen, und das war bei uns der Fall. Hauptgrund waren in meinen Augen die Eingespieltheit und die wenigen Verletzungen der Stammelf. Des Weiteren habe ich eine Systemumstellung vorgenommen, die Simon Weschta und Pascal Schrodi voll zur Entfaltung brachte. Doch ohne die Konstanz der restlichen Mannschaft wären auch die beiden Aushängeschilder nicht so ins Rollen gekommen.

Wie geht’s jetzt weiter?

Schmuderer: Zuerst wollen wir in den beiden letzten Spielen Simon Weschta (bisher 29 Treffer/Anm. d. Red.) zur Torjägerkanone verhelfen. Und dann schauen wir mal, was die Kreisliga West bringt. Da war ich mit Ziemetshausen viele Jahre vertreten, das kann sich durchaus positiv bemerkbar machen, auch wenn sicherlich nicht mehr viele aktive Gegner aus der Vergangenheit auf uns warten. Ein Ortsderby gegen den SC Altenmünster hätte natürlich einen besonderen Reiz. Aber der SCA ist der erste Kandidat für die Relegation zum Aufstieg. Und da wünschen wir unserem Nachbarverein viel Glück.

Kann der SSV in der Kreisliga bestehen?

Schmuderer: Natürlich wird der Klassenerhalt das Ziel der neuen Saison sein. Der Kader bleibt komplett zusammen, und mit Jürgen Litzel kommt ein Leistungsträger der letzten Jahre aus Zusmarshausen zu seinem Heimatverein zurück. Stefan Neubauer und ich werden uns umhören, ob mit der neuen Perspektive Kreisliga vielleicht noch ein oder zwei Spieler für einen Wechsel zu bewegen sind. Im Normalfall sind ja alle Zusagen für die neue Saison bereits fix. Aber prinzipiell gilt: Wir wollen in der Kreisliga mit „de eugene“ bestehen.

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