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17.05.2019

Treppen und Bänke sind die Geräte

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2 Bilder
Treppen, Anstiege oder Bänke sind die Sportgeräte beim Outdoor-Fitness. Hier steppen Übungsleiter Karl Sendlinger (links) und unser Tester Tobias Karrer auf den Sitzgelegenheiten am Zusmarshauser Schulzentrum.
Bild: Andreas Lode

Outdoor-Fitness soll Fitnessstudios Konkurrenz machen und könnte eine Lösung für die Raumprobleme vieler Vereine sein

Schon seit einigen Wochen testen wir in unserer Serie „Fit wie ein Turnschuh“ im Selbstversuch, welche Sportarten geeignet sind, sich fit für den Frühling zu machen und geben unsere gesammelten Erfahrungen und Tipps weiter. Während wir so langsam aber sicher „fit wie ein Turnschuh“ werden, lässt die Verfassung des Wetters noch zu wünschen übrig. Auch unmittelbar vor dem Test unserer neuesten Folge spielt das Wetter immer wieder verrückt. Zwar bricht immer wieder die Sonne durch die Wolken, dennoch sieht es in allen Richtungen nach Regen aus. Das macht jedoch denjenigen nichts aus, die beim Outdoor-Fitness „fit wie ein Turnschuh“ werden wollen. Anregungen zu sportlichen Kostproben nehmen wir gerne entgegen unter der E-Mail-Adresse sportredaktion.landbote @augsburger-allgemeine.de.

Die Abteilung Fitness und Triathlon des TSV Zusmarshausen ist gegen schlechtes Wetter immun. Trotz der trüben Aussichten trifft man sich jeden Dienstag auf dem Freigelände des Vereins zum „Outdoor-Fitness“. Das Training leitet Abteilungsleiter Karl Sendlinger. Erst kürzlich hat er als Erweiterung seines C-Trainerscheins in Leichtathletik eine Zusatzqualifikation dafür gemacht. Eigentlich ist der Name selbsterklärend. Allerdings steckt hinter der Bezeichnung noch mehr, als nur das Trainieren im Freien. „Es geht darum, das natürliche Gelände zu nutzen“, erklärt Sendlinger. Treppen, Anstiege, Bänke, das sind die Sportgeräte beim Outdoor-Fitness. Gearbeitet wird vor allem mit dem eigenen Körpergewicht, aber auch ein paar einfache Geräte kommen zum Einsatz.

Die Art des Trainings habe großes Potenzial, vor allem für Vereine. „Es liegt im Trend, da auch immer mehr Hallen fehlen“, erläutert Sendlinger. Hinzu kommt, dass Vereine im Moment in starker Konkurrenz zu Fitness-Studios stehen. „Der Verein hat eigentlich viel mehr Möglichkeiten, Training zu gestalten“, betont der Abteilungsleiter. „Outdoor-Fitness“ habe das Potenzial, die Leute wieder zum Verein zu locken, da ist er sich sicher.

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Etwa 14 Leute sind am Start. „Die Anzahl variiert immer etwas“, sagt Armin Jäger, der selbst schon lange bei der Abteilung Triathlon und Fitness aktiv ist. Die meisten Leute kennen sich schon, beim Aufwärmen wird geplaudert und gescherzt. Das Warm-Up besteht aus einigen Laufübungen auf der Tartanbahn und ein paar Kräftigungs- und Dehnübungen im Halbkreis.

Im Anschluss ans Aufwärmen geht es schon ins Gelände, wobei in diesem Fall vor allem die Treppen, Bänke und Hügel am Schulzentrum Zusmarshausen gemeint sind. Immer in der Gruppe joggen wir kreuz und quer zwischen Schwimmhalle und Sportgelände herum. An einem kurzen Anstieg steigern wir die Geschwindigkeit, bei den meisten Treppen sollen wir schnell jede einzelne Stufe nehmen.

An einem etwas höheren Treppenaufgang sagt Karl Sendlingern Koordinationsübungen an. Immer in Dreiergruppen springen und rennen wir die Treppe rauf. Erst nehmen wir jede Stufe, dann jede zweite und am Ende springen wir mit beiden Beinen immer drei Treppenstufen auf einmal hoch. Ins Schwitzen bin ich jetzt gekommen, aber durch die kurzen Ruhepausen zwischen den Übungen fühle ich mich noch immer recht fit.

Im Anschluss an die Übungen an der Treppe suchen wir uns Bänke auf dem Schulgelände. Liegestützen sowohl vorwärts, als auch rückwärts sind hier gefragt, außerdem steppen wir auf den Bänken. Beim abwechselnden Sprung mit einem Bein auf die Bank habe ich ein wenig Koordinationsprobleme, die Karl Sendlinger aber schnell beseitigt.

Nach der Einheit im Gelände geht es zurück auf den Sportplatz. Hier hat Sendlinger bereits einige Geräte aufgebaut: Kleine Hürden stehen bereit, ein Slalomkurs und Ringe liegen auf dem Boden für Koordinationsübungen. Mit Blick auf seine Vorbereitungen sagt Sendlinger: „Da braucht man kein Fitness-Studio mehr.“ Am meisten Spaß habe ich an dem 30 Meter langen „Battle-Roap“, dass um einen Baum in der Nähe geschlungen ist. Eigentlich ist das Seil zu lang, deshalb ruft auch einer in der Gruppe: „Karl gibt dem Einen aus, der das Seil bis zum Baum zum schwingen bringt.“ Das ist Motivation genug für mich und unter dem Anfeuerungsrufen der Teilnehmer schaffe ich es tatsächlich. Noch zwei Tage später spüre ich diese Übung im Rücken.

Nach Battle-Roap und einigen letzten Lauf- und Springübungen, bei denen ich mehr als einmal von Sendlinger zu hören bekomme: „Du bist jung und dynamisch, weiter runter“ – gemeint ist mein Hinterteil zum Beispiel bei Hock-Streck-Sprüngen – geht es mit einigen letzten Kraftübungen weiter. Hier kommt zum Beispiel der Kettle-Ball zum Einsatz. Sendlingers Programm trainiert den ganzen Körper, das bestätigen mir meine Muskeln auch am nächsten Tag.

Bis zum Ende des Trainings gehe ich nicht an meine absolute Leistungsgrenze. Ich bin durchgehend angenehm angestrengt. Das ist wichtig, denn beim „Outdoor-Fitness“ soll jeder mitmachen können, wie Karl Sendlinger betont. Auch Armin Jäger erklärt: „Es geht vor allem darum rauszukommen und egal ob im Winter oder im Sommer Sport zu machen.“ Ihm gefällt außerdem das Gemeinschaftliche und die Rücksicht aufeinander: „Bei uns läuft nie jemand allein.“

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