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Prozess in Augsburg

10.02.2020

14-Jährige zieht an Joint und bricht zusammen – Mann vergewaltigt sie

Die Tat ereignete sich in Oberhausen an der Wertach.
Bild: Alexander Kaya

Plus Ein Asylbewerber schleppt ein regungsloses Mädchen in ein Gebüsch am Wertachufer und missbraucht es. Beide hatten Kräutermischungen konsumiert.

Sie zog nur einmal an dem Joint, das reichte schon. Es dauerte keine zehn Minuten, ehe sich das 14-jährige Mädchen übergeben musste, kaum noch ansprechbar war und sich schließlich nicht mehr bewegen konnte. Der Mann, der der Teenagerin von den Drogen etwas abgegeben hatte, war zu dem Zeitpunkt 25 Jahre alt, heute ist er 26. Ein Asylbewerber aus Syrien, seit fünf Jahren in Deutschland. Es war Mitte Juli vergangenes Jahr, Hochsommer, und helllichter Tag. Dennoch bekam wohl zunächst niemand mit, wie der Mann das regungslose Mädchen anhob, sie in ein Gebüsch trug und sie dort vergewaltigte.

Das Wertachufer um den Seitzsteg in der Nähe der Ulmer Straße ist ein beliebter Treffpunkt, nicht nur im Sommer. Es gibt hier etwa eine kleine Grünanlage mit Tischtennisplatten und einem Spielplatz. Jogger nutzen den Weg als Laufstrecke, Anwohner führen ihren Hund Gassi. In der Vergangenheit gab es teils Ärger mit Gruppen, die sich hier treffen, mit Müll und Pöbeleien. Seither ist die Lage allerdings ruhiger geworden, und für schwere Straftaten ist das Areal eigentlich ohnehin nicht bekannt.

Prozess in Augsburg: Vergewaltigung am Wertachufer in Oberhausen

Und doch kam es in dem Bereich im Juli 2019 zu der Vergewaltigung. Dem Täter wurde nun vor einem Jugendschöffengericht am Amtsgericht der Prozess gemacht, er war unmittelbar nach der Tat in Untersuchungshaft gekommen und sitzt seither im Gefängnis. Die Staatsanwaltschaft warf ihm neben Vergewaltigung auch „vorsätzliche unerlaubte Abgabe neuer psychoaktiver Stoffe an Minderjährige“ vor, denn der Joint hatte nicht aus Marihuana bestanden, sondern aus sogenannten Kräutermischungen – synthetisch hergestellte Drogen, die unter anderem die Wirkweise von Cannabis imitieren sollen.


Im Prozess bestritt der Angeklagte die Vergewaltigung zunächst vehement. Stattdessen behauptete er, er habe das zusammensackende Mädchen festgehalten, damit es nicht stürzt. Zeugenaussagen widersprachen dieser Version allerdings. So sagte eine Freundin des Opfers bei der Kriminalpolizei aus, sie sei zum Tatort gekommen, habe das Geschehen im Gebüsch gesehen und den Namen ihrer Freundin gerufen. Erst dann ließ der Mann aus Syrien den Ermittlungen zufolge von der 14-Jährigen ab. Vor allem aber widersprach die Geschichte des Angeklagten den DNA-Spuren, die wenig andere Schlussfolgerungen als einen sexuellen Kontakt zwischen dem Angeklagten und dem Mädchen zuließen. Auf die Frage von Richter Günther Baumann, wie sich der Syrer denn seine DNA im Intimbereich des Opfers erkläre, wusste der Angeklagte keine rechte Antwort.

Vergewaltigung in Augsburg: Asylbewerber gesteht im Prozess

Nach einer Prozesspause, einem Gespräch mit seinen Verteidigern Marco Müller und Steffen Mittelbach sowie einem Rechtsgespräch zwischen den Verteidigern, dem Gericht und der Staatsanwältin Birgit Milzarek-Sachau räumte der 26-Jährige die Vorwürfe gegen ihn im Rahmen eines Deals schließlich doch ein. Dies ersparte nicht nur dem Opfer eine Aussage vor Gericht, sondern dem Täter wohl auch einige Monate im Gefängnis. Ein spätes Geständnis sei auch ein Geständnis, sagte Richter Baumann, dies sei dem Angeklagten anzurechnen. Gleichwohl müsse man berücksichtigen, dass es sich bei dem Opfer um ein ganz junges Mädchen gehandelt habe und der Syrer die Situation ausgenutzt habe.

Das Schöffengericht verurteilte den 26-Jährigen zu einer Haftstrafe von drei Jahren. Verteidiger Müller hatte auf zwei Jahre und zehn Monate plädiert, Staatsanwältin Milzarek-Sachau auf drei Jahre vier Monate – jeweils das Ende des Strafrahmens, auf den sich die Parteien zuvor geeinigt hatten. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

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11.02.2020

Ich bin ein absolut ruhiger Mensch, ich lasse jedem sein Leben und ich bin gegen alles Extreme, Ausländerhass ist mir auch vollkommen fremd. Und hier geht es auch nicht darum, dass es ein Syrer ist oder irgendeiner Volksgruppe angehört. Aber wenn ich so etwas lese: Dieser Typ gehört sein Leben lang eingesperrt, weil er diesem Kind alles genommen hat!! Und was passiert? Er bekommt ein paar Jährchen und das Opfer wird sein ganzes Leben daran leiden. Leute, nicht Mörder sind die Schlimmsten, denn dann ist man tot und man bekommt nichts mehr mit, sondern Vergewaltiger sind die schlimmsten Verbrecher, der absolute Abschaum, denn ihre Opfer müssen jahrelang damit leben!!

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