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Augsburg

10.05.2019

230 Millionen Euro plus X - So teuer wird der Umbau des Bahnhofs

Der Umbau des Augsburger Hauptbahnhofs läuft. Das Ende der Arbeiten ist für das Jahr 2023 geplant.
Bild: Michael Hochgemuth

Plus Der Umbau des Hauptbahnhofs in Augsburg ist ein Jahrhundertprojekt. Neben Planungs- und Baukosten müssen die Stadtwerke zudem 30 Millionen Euro zahlen.

Wie teuer kommt der Umbau des Augsburger Hauptbahnhofs am Ende? Dies ist eine Frage, die immer wieder gestellt wird. Stadtwerke-Geschäftsführer Walter Casazza gab in der jüngsten Sitzung des Stadtrats eine Antwort : Planungs- und Baukosten für das Jahrhundertprojekt belaufen sich nach aktuellen Berechnungen auf 230 Millionen Euro – das sind 160 Millionen Euro mehr, als zu Beginn des Projekts vor 13 Jahren veranschlagt waren. Und es könnten noch mehr werden: Im schlimmsten Fall, sagt Casazza, gehe man gegenwärtig von 250 Millionen Euro aus.

Tram hält unter dem Augsburger Hauptbahnhof

Die Untertunnelung des Bahnhofs soll 2023 abgeschlossen sein, sodass ab August 2023 die Trams unterhalb der Gleise verkehren können. Die Summe von bis zu 250 Millionen Euro ist allerdings nicht die Endsumme, da es abseits der Planungs- und Baukosten zwei weitere Kostenpunkte gibt. Wie berichtet, wird eine Ablöse von zwölf Millionen Euro an die Deutsche Bahn fällig. Finanzieren müssen dies die Stadtwerke. Sprecher Jürgen Fergg erläutert: „Hier geht es um den Unterhalt des Tunnelbauwerks, allerdings ohne die Straßenbahntechnik wie Signale oder Gleise.“ Die Ablöse und die damit verbundene Übertragung aller künftig anfallenden Kosten für das Bauwerk sei deshalb richtig und notwendig, so Fergg „weil der gesamte Bahnhof und das Gelände ja der Bahn gehören“.

Bahnhofsumbau: Auf die Stadtwerke entfallen Bauherrenkosten

Höher ist ein anderer Betrag, der ebenfalls von den Stadtwerken zu stemmen ist. Es handelt es um Bauherrenkosten, die bei anderen Projekten ebenfalls anfallen. Darunter fallen die externe Projektsteuerung durch Fachbüros sowie interne Personal- und Sachkosten. Es geht also um Mitarbeiter, die am Hauptbahnhof in der Projektgesellschaft der Stadtwerke arbeiten. Im Stadtrat nannte Geschäftsführer Casazza in Bezug auf diese beiden Kostenpunkte keine Summe. Er sprach von 6,5 Prozent, die sich auf die gesamten Planungs- und Baukosten über die gesamte Bauzeit (seit dem Jahr 2012) beziehen. Diese 6,5 Prozent seien ein üblicher Wert für derartige Projekte. Bei möglichen Kosten von 230 Millionen Euro wären dies knapp 15 Millionen Euro.

In den 230 bis 250 Millionen Euro sind etwaige Kostensteigerungen im Bausektor eingerechnet. Experten gehen davon aus, dass die Preise in dieser Branche weiter steigen. Insgesamt könnten so bis zum Jahr 2023 auf Basis der Erfahrungswerte also die genannten 230 bis 250 Millionen Euro Bau- und Planungskosten entstehen.

Kalkuliert wurde zuletzt mit 210 Millionen Euro, wobei in dieser Summe die Kostensteigerungen eben nicht erhalten waren, so Casazza. Zu sehen ist, dass das Projekt Mobilitätsdrehscheibe samt Bahnhofsumbau mit dem Höchstsatz von 83 Prozent der förderfähigen Kosten von Bund und Land bezuschusst wird. Stadtwerke-Geschäftsführer Casazza hatte im Stadtrat berichtet, dass man mit den Arbeiten im Zeitplan liege. Im August 2023 sollen die Trams fahren.

Hauptbahnhof Umbau Stand Ende 2018
14 Bilder
Der Umbau des Augsburger Hauptbahnhofs in Bildern
Bild: Bernd Hohlen

Bahnhofsumbau: So werden Fahrgäste profitieren

Der Umbau des Bahnhofs läuft unter dem Schlagwort „Mobilitätsdrehscheibe“. Ziel ist, eine direkte Verbindung zwischen Bahn- und Tramverkehr zu schaffen. Dazu wird der Bahnhof untertunnelt, es gibt drei Ebenen: Oben fahren wie bislang die Züge, die mittlere Ebene ist die Verteilerebene, unten fahren Trams. Für Fahrgäste gibt es kurze Wege: Aufzüge und Rolltreppen werden installiert, um für Reisende den Weg zu Tram und Zug bequem zu gestalten.

Lesen Sie auch den Kommentar: Bahnhofsumbau: Was daran das Skandalöse ist

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10.05.2019

Und noch immer haben die swa keine Lösung wie sie im Westen des HBF die Tram zuverlässig und staufrei auf die Strecken 3 und 5 bringen. Die damals mit dem Tunnel planfestgestellte Variante kann auch tatsächlich gebaut werden, wenn man die Rahmenbedingungen ändert:

> Fahrradstraße Pferseer Straße - Pferseer Tunnel - Westseite Viktoriastraße - Bahnhofstraße als neue Achse zwischen Innenstadt und Radwegen an der Wertach.

> Autotunnel unter der Rosenaustraße für durchgehende Fahrradstraße, staufreier Zufahrt der Tram zum Tunnel und Entlastung der Anwohner.

> Am Portal West entsteht durch den Autotunnel ein Platz ohne Durchgangsverkehr

> Fahradstraße und Autotunnel ermöglichen den Verbleib der Haltestelle in der Pferseer Straße

> Haltestelle Luitpoldbrücke kann entfallen - ein Bypass Lutzstraße <> Perzheimstraße wird möglich.

> Sperrung der Zufahrt Hessenbachstraße - neuer Platz am Eingang nach Pfersee und mögliche Fortsetzung der Fahrradachse Richtung Norden.

Es werden 230 Mio für den HBF Tunnel ausgegeben - jetzt darf eine gute Lösung für den Westzulauf nicht ein ein paar weiteren Mio scheitern.

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