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Augsburg

14.07.2020

400 neue Wohnungen am Fabrikschloss: Geht es auch mit weniger Parkplätzen?

Links im Bild das ehemalige Obi-Gebäude, das abgerissen wird, im Hintergrund das denkmalgeschützte Fabrikschloss in Augsburg.
Bild: Peter Fastl

Plus Im Augsburger Textilviertel entstehen 400 Wohnungen auf dem früheren Obi-Areal. Statt viele Parkplätze zu schaffen, sollen Alternativen zum Auto gestärkt werden.

Die künftige Bebauung des Obi-Areals neben dem Fabrikschloss soll mit der Erarbeitung eines Mobilitätskonzepts einhergehen, das eine Reduzierung von Parkplätzen zum Ziel hat. Möglicherweise wird dieses Bauvorhaben das erste von mehreren in Augsburg, bei dem weniger Parkplätze als in der Vergangenheit entstehen. Ziel soll sein, den Autoverkehr zu reduzieren, so Baureferent Gerd Merkle ( CSU).

Wohnungen auf früherem Obi-Aral: Laut Satzung 820 Stellplätze nötig

Der Bauausschuss des Stadtrats hat jetzt den Startschuss für den Planungsprozess neben dem Fabrikschloss gegeben. Der Grundstückseigentümer hatte bereits in Absprache mit der Stadt ein städtebauliches Konzept für das Viertel erarbeitet.

Ein Thema: Wenn der ehemalige Baumarkt abgerissen und stattdessen Wohngebäude mit insgesamt rund 400 Wohnungen gebaut werden, müssten nach Maßgaben der jetzigen Stellplatzsatzung insgesamt rund 820 Stellplätze entstehen. Hintergrund: Weil auch ehemalige Obi-Parkplätze mit Wohngebäuden überbaut werden, die das Fabrikschloss bisher für seinen Stellplatznachweis mitnutzt, geht es um mehr als die 500 für die Wohnbebauung nötigen Parkplätze. Neben zwei Tiefgaragen wären dafür auch oberirdische Parkplätze nötig.

400 neue Wohnungen am Fabrikschloss: Geht es auch mit weniger Parkplätzen?

Augsburg: Bisher sollte kein Präzedenzfall geschaffen werden

Der Investor will nun über ein Konzept nachweisen, dass es auch mit weniger Stellplätzen gehen könnte. Dass Bauherren weniger Stellplätze bauen (pro Wohnung etwa ein Parkplatz, so die Faustregel) wollen, kommt immer wieder vor, um sich Kosten zu sparen. Die Stadt blockte das bisher immer ab, auch um ein Parkplatzchaos an den Straßenrändern zu vermeiden. Auch im Fall des Fabrikschlosses scheiterte ein Anlauf in der Vergangenheit, weil die Stadträte keinen Präzedenzfall schaffen wollten.

Das Konzept soll neben der Frage, wie viele Fabrikschloss-Stellplätze bei dem Neubauvorhaben verzichtbar wären, auch Alternativen zum Auto aufzeigen, etwa durch eine bessere Bustaktung und eine Stärkung des Radverkehrs. Als Rückfallebene für ein Versagen des Verkehrskonzepts behält sich die Stadt vor, die Tiefgaragenebenen so hoch bauen zu lassen, dass dort Duplexgaragen eingebaut werden könnten. Der Beschluss zur Neuplanung des Obi-Areals fiel einstimmig.

Besonders die Grünen begrüßten die Ideen. „Es wäre wünschenswert, wenn es gelingt, Stellplätze durch bessere Verkehrskonzepte zu reduzieren“, so Stadträtin Christine Kamm. Peter Uhl (CSU) verwies hingegen darauf, dass die Stadträte eine Stellplatz-Reduzierung in der Vergangenheit schon einmal abgelehnt hätten. Die Gründe seien nach wie vor nachvollziehbar.

 

In einem nächsten Schritt wird der Investor nun versuchen, ein entsprechendes Konzept auf die Beine zu stellen. Parallel arbeitet die Stadt an dem Bebauungsplan für das Areal, der noch mehrmals durch den Stadtrat muss. Gebaut werden dürfte wohl frühestens in einem Jahr.

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14.07.2020

Ohne direkten Straßenbahnanschluss geht es natürlich nicht mit weniger Parkplätzen.

Der teure swa-Langsamverkehr mit Schikaneeinstieg und Umsteigezwang ist für den Großteil der Bevölkerung überhaupt keine realistische Alternative zum Auto.

Ich habe (noch) ein AVV-Abo, käme aber nie auf die Idee da mit dieser fürchterlichen Buslinie hinzufahren. Ich wäre schon froh wenn es auf der 3er nach Hochlauf der UNI nicht wieder so schrecklich eng wie in den Pfingstferien im 10-Minuten-Takt wird. Wenn nicht ist das 25-jährige Abo weg!

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