1. Startseite
  2. Lokales (Augsburg)
  3. 75-Jährige soll ihren Vornamen ändern

Behörden-Posse in Augsburg

19.05.2011

75-Jährige soll ihren Vornamen ändern

Magdalena Geiger aus Lechhausen soll ihren Vornamen ändern
Bild: Silvio Wyszengrad

Magdalena Geiger aus Lechhausen versteht die Welt nicht mehr. Mit ihren 75 Jahren soll die Rentnerin auf Geheiß der Behörden ihren Vornamen ändern.

Der Ärger darüber steht der Witwe förmlich ins Gesicht geschrieben: „Ich werde nicht auf meinen Namen verzichten“, sagt sie bestimmt.

Die Geschichte beginnt mit dem Tod ihres Mannes im März des vergangenen Jahres. Für die Ausstellung seiner Sterbeurkunde benötigten die Standesbeamten Magdalena Geigers Geburtsurkunde, um die Frau eindeutig zu identifizieren. Das Dokument wurde beim zuständigen Standesamt in Großaitingen angefordert, wo die Urkunde der gebürtigen Oberottmarshauserin vorlag. „Das ist ein ganz normaler Vorgang“, so Hermann Schedler, Geschäftsstellenleiter der Verwaltungsgemeinschaft Großaitingen. „Schließlich ist die Geburtsurkunde die Basis für alle amtlichen Eintragungen.“

Ab jetzt wird es kurios: Ein Buchstabe in dem alten Schriftstück machte die Standesbeamtin in Augsburg stutzig, als sie die Urkunde anschaute. Anders als auf dem Personalausweis und der Heiratsurkunde steht dort der Vorname „Magdalene“. So jedenfalls entzifferte die Beamtin das Schriftstück. Davon will Magdalena Geiger nichts wissen: „Der Buchstabe ist eindeutig ein schlampig geschriebenes ‚a’. Genau wie meine verstorbene Mutter heiße ich Magdalena“. Da ist sie sich seit über 70 Jahren sicher.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Doch auch das Bürgerbüro in Lechhausen ist sich sicher. Es berief sich auf die Korrektur des Vornamens durch das Standesamt und änderte Magdalena Geigers Ausweis entsprechend um. Der alte wurde vor ihren Augen zerschnitten. Das ist nun über ein Jahr her.

Weil sich die empörte Rentnerin weigerte, ihren neuen Ausweis abzuholen, bekam sie Post vom Bürgerbüro. „Ein gültiger Personalausweis ist ein Pflichtdokument“, so Dieter Roßdeutscher, stellvertretender Leiter des Bürgeramts. „Damit die Bürger nicht ordnungswidrig handeln, erinnern wir sie daran, ihren Ausweis abzuholen.“

Eine Stunde lang habe sich Elvira Brenner, Leiterin des Bürgerbüros in Lechhausen, Zeit genommen, um der Rentnerin den Sachverhalt zu schildern. „Wir sind ein bürgerfreundliches Amt, aber wir müssen uns nach uns vorliegenden Urkunden richten“, erklärt Roßdeutscher. Als einzige Lösung sieht er eine erneute behördliche Namensänderung von „Magdalene“ zu „Magdalena“.

Themen Folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an digital@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Lesen Sie dazu auch
Copy%20of%20_WYS9095.tif
Kommentar

Neues Parkhaus: Die Augsburger sollten jetzt mitreden

ad__web+mobil@940x235.jpg

Webseite und App freischalten!

Zugang zu allen Inhalten, mtl. kündbar, 4 Jahre Abopreis-Garantie.
So attraktiv waren Heimatnachrichten noch nie!

Zum Web & Mobil Starterpaket