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Augsburg

29.06.2020

An der B17 in Augsburg entstehen riesige Bürokomplexe

80.000 Fahrzeuge sind täglich auf der B17 entlang des Innovationsparks unterwegs. Wahrzunehmen ist von den Autofahrern daher auch das neue Bürogebäude, das im Frühjahr 2021 bezogen werden soll.
Bild: Peter Fastl

Plus Zwei heimische Unternehmen investieren im Innovationspark mehr als 100 Millionen Euro. Warum die Firmenchefs in Zeiten von Corona an den Erfolg ihrer Projekte glauben.

Wer über den Innovationspark spricht, denkt an zahlreiche Institutsgebäude, die in den zurückliegenden Jahren auf dem Areal nahe der Universität entstanden sind. Forscher und Ingenieure haben hier ihren Arbeitsplatz. Der Innovationspark an der B17 wird nun zu einem der größten Standorte für Büroimmobilien in Augsburg. Zwei Augsburger Unternehmen steigen mit viel Geld ein. Mehr als 100 Millionen Euro werden in zwei Neubauten investiert. Trotz der Corona-Pandemie glauben die Firmenchefs an den Erfolg ihrer Strategie.

Das sechsstöckige, 25 Meter hohe Gebäude sticht ins Auge. Es steht direkt neben der Bundesstraße. Die ersten Mieter sollen im Frühjahr 2021 einziehen. Drei Viertel der Büroflächen seien vermietet, sagt Peter Weis, Vorstandsvorsitzender der Firma Leitwerk AG. „Dies unterstreicht aus unserer Sicht, wie attraktiv der Innovationspark für Büromieter ist.“ Ähnlich bewerten Jürgen Kolper und Ralf Walter, Geschäftsführer der Walter Beteiligungen und Immobilien AG, die Ausgangslage. Die Firma Walter AG wird voraussichtlich ab März 2021 einen Bürokomplex hochziehen. Die Vermarkung hat noch nicht begonnen. Gegenwärtig werden mit der Stadt Augsburg genehmigungsrechtliche Fragen geklärt.

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Innovationspark Augsburg: Investoren sehen sehr gute Perspektiven

In einem gemeinsamen Pressegespräch mit unserer Redaktion betonen Weis, Kolper und Walter, dass man für die Entwicklung des Innovationsparks trotz allgemeiner wirtschaftlichen Schwierigkeiten wegen der Corona-Pandemie „sehr gute Perspektiven“ sehe. Die Augsburger Investoren sehen sich nicht als Konkurrenten, sondern als Partner auf einem hart umkämpften Markt der Büroimmobilien. „Ich könnte mir vorstellen, Unternehmen, die bei uns nicht zum Zug gekommen sind, an die Firma Walter zu vermitteln“, sagt Weis. Dass es zu keinem Vertragsabschluss gekommen sei, habe teils daran gelegen, dass die gewünschte Bürofläche mit entsprechendem Zuschnitt nicht zur Verfügung gestanden habe.

Zu den großen Mietern, die im Jahr 2021 ins Gebäude mit dem Namen „Weitblick 1.7“ einziehen, gehören der TÜV-Süd mit seiner Akademie und Erwachsenenbildung sowie die Firma Webasto mit einer Forschungsabteilung. Zwei andere Mieter kämen aus dem Medizinbereich. „Hier macht sich die Ausstrahlung der Universitätsklinik bemerkbar“, sagt Weis, dessen Firma rund 60 Millionen Euro in den Gebäudekomplex investiert. Der Standort des Neubaus an der B17 sei eine strategische Entscheidung. Täglich fahren 80.000 Fahrzeuge an dieser Stelle auf der Bundesstraße vorbei. Die optimale Verkehrsanbindung sei ein Aspekt. Der andere sei die Wahrnehmung: „Die Firmen rücken ins Bewusstsein der vorbeifahrenden Autofahrer.“

Weis, Kolper und Walter sagen, dass der Markt für Büroimmobilien in Augsburg keineswegs ausgereizt sei. Wenn an einem neuen Standort ein attraktives Umfeld geschaffen werde, sei dies für ansiedlungswillige Firmen interessant. Zum Weitblick 1.7-Komplex gehört auch eine Kindertagesstätte. Die Nähe zu den Forschungsinstituten und zur Universität sei ein weiteres Argument in der Vermarktung.

Die Firma Walter AG investiert knapp 50 Millionen Euro

Die Firma Walter AG hat nahe der Tramwendeschleife ein Grundstück gekauft, auf dem sie ihr knapp 50 Millionen Euro teures Bauprojekt errichten möchte. Die Bauherren versprechen eine architektonisch anspruchsvolle Lösung. Es gab einen Architektenwettbewerb. Der Siegerentwurf sieht ein teils abgestuftes Bogengebäude vor. 12.600 Quadratmeter Mietfläche sind geplant. Darüber hinaus gibt es 200 Stellplätze in einer Tiefgarage. Das sechsgeschossige Gebäude ist 23 Meter hoch. Besonderheit ist ein begrüntes Dach. Das Grün zieht sich über den gesamten Bogen hinweg.

Auch die Firma Walter AG wird im Innovationspark ein Bürogebäude errichten. Besonderheit ist ein begrüntes Dach, wie das Modell zeigt.
Bild: Bernd Hohlen

Die Corona-Pandemie habe gegenwärtig keine negativen Einflüsse auf beide Großprojekte, wird betont. „Wir liegen im Zeitplan und sind womöglich etwas früher fertig“, sagt Weis. Bei der Walter AG gibt es keine Gedanken, das Bauprojekt zeitlich zu verschieben. „Wir wollen loslegen, sobald die Genehmigung vorliegt“, sagt Walter.

Innovationsoark: Das sagt Wirtschaftsreferent Wolfgang Hübschle

Bei der Stadt sieht man die Investitionsbereitschaft der Augsburger Firmen und das damit verbundene Bekenntnis zum Innovationspark als wichtiges Signal. Die Stadt selbst steckt gegenwärtig mehrere Millionen Euro in die Infrastruktur. Neue Zufahrtsstraßen werden gebaut, Spartenleitungen verlegt. Es geht um schnelle Datenübertragung.

Wirtschaftsreferent Wolfgang Hübschle sieht keine Gefahr, dass das Wirtschaftsförderungsprojekt ins Stocken gerate: „Nach aktuellem Stand wird davon ausgegangen, dass sich der Innovationspark wie geplant entwickeln kann.“ Insbesondere bereits laufende Ansiedlungen von Einrichtungen und Instituten mit öffentlichem Träger (Universität und Hochschule Augsburg, Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt) könnten trotz der Corona-Pandemie stattfinden. Hübschle verweist darauf, dass sich um ein Langzeitprojekt handle: „Um die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen im Wirtschaftsraum zu sichern, ist Innovationsfähigkeit eine wichtige Voraussetzung.“ Der Innovationspark biete dafür hervorragende Rahmenbedingungen.

Darauf setzt auch die Augsburger Firma Baramundi. Sie errichtet auf dem Areal ihren künftigen Firmensitz. Im Frühjahr 2022 ist der Einzug geplant. Derzeit sitzt das IT-Unternehmen im Glaspalast im Textilviertel.

Die Corona-Pandemie hat mehrere Unternehmen arg gebeutelt - in der Krise macht das Projekt im Innovationspark Augsburg wenigstens etwas Mut. Davon schreibt Michael Hörmann in seinem Kommentar: Wirtschaft in der Corona-Flaute: Ein positives Signal kommt aus dem Innovationspark

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