Newsticker

Österreich verhängt Quarantänepflicht für alle Einreisenden aus Risikogebieten von 7. Dezember bis 10. Januar
  1. Startseite
  2. Lokales (Augsburg)
  3. Anbau soll Container überflüssig machen

26.02.2018

Anbau soll Container überflüssig machen

In Langerringen sollen beide Kindergärten erweitert und die Grundschule saniert werden. In Gennacher Kindergarten St. Johannes, der auf unserem Bild zu sehen ist, soll das ungeliebte Dauerprovisorium der Gruppen-Container bald Geschichte ein. Stattdessen plant die Gemeinde momentan einen kompakten Erweiterungsanbau.
Bild: Michael Mäusly

Gemeinderat In Langerringen sollen beide Kindergärten erweitert und die Schule saniert werden

Langerringen Im Gemeindebereich Langerringen gibt es zwei Kindergärten: St. Gallus und im Ortsteil Gennach St. Johannes. Beide Einrichtungen sind längst zu eng geworden und entsprechen nicht mehr den heutigen Standards. Deshalb wird saniert und ausgebaut. Dafür muss viel Geld investiert werden. Auch die Dorfschule wird saniert und der Brandschutz dabei auf den neuesten Stand gebracht. Ein zusätzlicher Kostenfaktor sind das seit 2011 gesetzlich vorgegebene Inklusionsgebot, also die Integration von Kindern und Jugendlichen mit Behinderungen und sonderpädagogischem Förderbedarf sowie der Ausbau der Mittagsbetreuung.

Sehr viele Jahre litten Kindergärten und Schulen unter dem Spardiktat der öffentlichen Hand, Einsparung hieß das vermeintliche Zauberwort. Inzwischen hat sich in den Köpfen der Politik von oben nach unten – nicht zuletzt aufgrund hervorragender wirtschaftlicher Lage – langsam die Einsicht durchgesetzt, dass dies eine Generationenfrage ist. Auch wegen des Rechtsanspruchs auf Krippenplätze hat längst ein Umdenken der Verantwortlichen eingesetzt. Der zur Umsetzung unbestritten hohe Finanzbedarf wird inzwischen weniger als reiner Kostenfaktor im Ausgabenetat, sondern als Investition in die Zukunft aller gesehen. Langerringens Kommunalpolitiker haben deshalb die Maßnahmen bei beiden Kindergärten gebündelt. Kritiker hielten Bürgermeister Konrad Dobler bei den Bürgerversammlungen 2017 vor, dadurch eine rasche Umsetzung besonders in Gennach zu verhindern.

Doblers Überlegungen hingegen haben zum Ziel, dass die Gemeinde durch das planerische Zusammenfassen aufgrund der günstigen Zuschusssituation für beide Kindergärten profitieren würde.

St. Johannes Der beauftragte Planer Jörg Naujok stellte die Konzepte kürzlich vor. Im Gennacher Kindergarten St. Johannes erfolgt die Betreuung zum Teil in Containern, deren Betrieb nicht nur teuer, sondern bei den Nutzern auch unbeliebt ist. Das Raumproblem soll unter anderem durch einen direkten Anbau gelöst werden, damit würden die Container überflüssig. Zur Sicherstellung der Barrierefreiheit, essenzieller Bestandteil der Inklusionsanstrengungen, soll ein Außenaufzug für bis zu sechs Personen angebracht werden. Die Wintertauglichkeit bewertete der Planer vorsichtig zurückhaltend, aber grundsätzlich positiv. Nachgefragt hatte dazu Zweiter Bürgermeister Marcus Knoll. Auch Gemeinderat Herbert Graßl hinterfragte den Außenaufzug, allerdings zur finanziellen Seite. Die Frage zur Förderfähigkeit musste Naujok mit einem „Jein“ beantworten. Laut Planer lässt sich seit Jahresbeginn aufgrund des anhaltenden Baubooms eine deutliche Kostensteigerung feststellen. Die Frage der jeweiligen Zuschussfähigkeit hingegen sei in einer Konzeptphase weitgehend unklar. Allerdings machte Architekt Jörg Naujok auch deutlich, dass sich eine Fördersumme je nach Nutzungszweck von Räumlichkeiten verändern könne.

St. Gallus Anders sieht es beim deutlich größeren Kindergarten St. Gallus aus. Auch hier reicht das wesentlich modernere Gebäude nicht mehr aus, dem Bedarf gerecht zu werden. Allerdings gelang es der Gemeinde vor nicht allzu langer Zeit, eine günstige Grundstückskonstellation zu realisieren. Darauf könnte in fußläufiger Nähe zum Bestandsgebäude ein atriumartiger Neubau entstehen. Eine Realisierung dieses Konzepts betrüge ohne Berücksichtigung der Zuschüsse deutlich über zwei Millionen.

Grundschule Auch die Viktor-von-Scheffel Grundschule muss saniert, der Brandschutz auf den neuesten Stand gebracht werden (wir berichteten). Um den hier grundsätzlich möglichen Fördersatz von 80 Prozent der geplanten Maßnahmekosten in Anspruch nehmen zu können, trat Langerringen dem Kommunalinvestitionsprogramm „KIP-S“ durch Anerkennung der Richtlinien bei, mit dem der Freistaat die Verbesserung der Schulinfrastruktur fördert. Für Gesamtschwaben beträgt der zu Jahresbeginn aufgelegte Fördertopf zehn Prozent der bayernweit abrufbaren 293 Millionen.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren