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Augsburg

08.12.2019

Angriff am Königsplatz: Zahl der Übergriffe in der Öffentlichkeit steigt

Die Zahl der Körperverletzungen auf offener Straße hat in den vergangenen Jahren zugenommen.
Bild: Alexander Kaya (Symbolfoto)

Plus Der Fall des am Königsplatz getöteten Mannes ist extrem. Doch seit Jahren steigt die Zahl der gefährlichen und schweren Körperverletzungen in Augsburg.

Der Fall des am Augsburger Königsplatz getöteten Passanten verunsichert die Bevölkerung - und wirft die Frage auf, wie sicher es in Augsburg ist. Zwar ist die Zahl der Straftaten gemessen an der Bevölkerungszahl im Städtevergleich sehr gering, doch im Bereich der Übergriffe in der Öffentlichkeit gab es zuletzt einen Trend nach oben.

In den vergangenen Jahren ist es im Augsburger Stadtgebiet zu mehr gefährlichen oder schweren Körperverletzungen auf Straßen und Plätzen gekommen. In früheren Jahren lag die Zahl zwischen 250 und 300 Fällen pro Jahr, seit 2016 liegt die Zahl über 300 (350 im vergangenen Jahr). Bei diesen Zahlen spielen Schlägereien in der Partyszene – häufig mit Alkohol – ebenso eine Rolle wie Auseinandersetzungen unter Drogensüchtigen. Die Aufklärungsquote lag in den vergangenen Jahren immer irgendwo zwischen 70 und mehr als 80 Prozent.

Königsplatz ist ein Schwerpunkt unter den Plätzen

Der Königsplatz ist – auch aufgrund seiner starken Frequentierung – unter den Augsburger Plätzen relativ stark belastet, was Kriminalität und so genannte Rohheitsdelikte betrifft. Dazu zählen Taten wie Raub und Körperverletzung. Zwischen Januar und September diesen Jahres registrierte die Polizei 86 derartige Straftaten am Königsplatz, im Vergleichszeitraum des Vorjahres waren es 82 Taten. In den früheren Jahren schwankten die Zahlen im Vergleichszeitraum zwischen 59 und 123 derartigen Delikten.

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Insgesamt ist die Zahl der Straftaten am Königsplatz in den vergangenen Jahren gestiegen. Speziell seit dem Jahr 2014, als der umgebaute Kö eröffnet wurde, ist der Park zum Treffpunkt von Drogen- und Alkoholabhängigen geworden. Durch das freie WLAN war der Kö zumindest in den vergangenen Jahren auch Anziehungspunkt für Flüchtlinge, die an Gewalttaten auf offener Straße überproportional beteiligt sind, auch wenn deren Anteil zuletzt wieder etwas sank.

Die Mitglieder der Augsburger Berufsfeuerwehr gedachten am Königsplatz ihres getöteten Kollegen.
16 Bilder
Bilder: Augsburger Feuerwehrleute gedenken ihres getöteten Kollegen
Bild: Michael Hochgemuth

Kameraüberwachung seit einem Jahr

Seit etwa einem Jahr überwacht die Polizei mit 15 Kameras den Königsplatz, nachdem die Zahl der Straftaten dort nach oben ging. Die Aufnahmen werden in Echtzeit auf Monitore in der Innenstadt-Wache und in die Einsatzzentrale an der Gögginger Straße übertragen, eine Rund-um-die-Uhr-Überwachung findet allerdings nicht statt. Parallel werden die Bilder aufgezeichnet, damit sie im Fall von Straftaten zur Verfügung stehen. Die Aufzeichnungen werden, wenn sie nicht benötigt werden, nach zwei Wochen gelöscht. Im Sommer zog die Polizei eine aus ihrer Sicht zufriedenstellende Zwischenbilanz: 52 Mal habe man die Kamerabilder zwischen Dezember 2018 und Juli 2019 als Beweismittel genutzt. In vielen Fällen sei es darum gegangen, den genauen Ablauf von Gewalttaten zu ermitteln.

Lesen Sie dazu auch: Augsburger Feuerwehrleute gedenken ihres getöteten Kollegen

In einer aktuellen Folge unseres Podcasts erklärt Reporter Stefan Krog die Hintergründe der Tat am Königsplatz – und erzählt, wie Journalisten mit dem Fall umgehen. Den Podcast "Augsburg, meine Stadt" finden Sie auf Spotify, iTunes und überall sonst, wo es Podcasts gibt.

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