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Augsburg

04.09.2013

Auch der Zoo rettet den Regenwald

Der Springtamarin aus der Familie der Krallenaffen wird durch den Naturschutzfonds unterstützt. Auch im Zoo ist er zu sehen.
Bild: Zoo Augsburg

Urwald am Amazonas soll besser geschützt werden. Arten von dort sind in Augsburg zu sehen

Das kleine peruanische Dorf „Villa Buen Jesus de Paz“ liegt mitten im Urwald. Besucher müssen erst mit einem Amazonasdampfer fahren, dann weiter per Boot einen halben Tag den Rio Tapiche hinauf. In einer weitgehend unberührten Natur leben dort noch Flussdelfine, Riesenotter und andere Tierarten, die nun besser erforscht und geschützt werden sollen. Unterstützt wird das Projekt vom Zoo Augsburg.

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Für solche Vorhaben gibt es in Augsburg einen Naturschutzfonds. Denn die Naturschutzarbeit gewinnt im Zoo an Bedeutung. „Tiere, die bei uns gezeigt werden, sind die Repräsentanten ihrer wild lebenden Artgenossen“, sagt Zoochefin Barbara Jantschke. Die Exoten sollen Besucher auf Probleme beim Artenschutz in aller Welt aufmerksam machen. Auch der Regenwald am Amazonas zählt zu den gefährdeten Ökosystemen. Er ist von Abholzungen und Wilderern bedroht. Der Verein „Chances for Nature“ hat nun im Amazonas-Tiefland ein abgelegenes, artenreiches Gebiet ausfindig gemacht, in dem die Natur weitgehend intakt ist. Dort gibt es noch viel zu schützen.

Nahe dem Dörfchen Villa Buen Jesus de Paz leben im Urwald Riesenotter, von denen es in ganz Südamerika nur noch weniger als 5000 gibt. Denn diese großen Wassermarder brauchen sehr große Territorien. Sie reagieren extrem empfindlich auf menschliche Störungen. Auch Flussdelfine und urtümliche Fischarten werden noch häufig beobachtet. Selbst eine sehr seltene Art von Seekühen, die Amazonas-Manatis, sollen dort noch vorkommen. Diesen „Schatz am Amazonas“ will Chances for Nature bewahren helfen. Der Verein unterstützt verschiedene Schutzprojekte und begleitet die einheimische Bevölkerung auf dem schwierigen Weg zu einem Schutzgebiet unter kommunaler Verwaltung. Um Wilderer und Holzdiebe abzuwehren, werden Wachposten aufgebaut. Geplant ist außerdem eine neue biologische Forschungsstation für das rund 300 Quadratkilometer große Gebiet.

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Angelaufen ist bereits ein Projekt, um die nahezu ausgerotteten Terekay-Schildkröten wieder anzusiedeln. Weiter stehen auf der Agenda Schutzprojekte für den Riesennotter und die Nachzucht selten gewordener einheimischer Fischarten. „Es ist ein sehr wertvolles Gebiet und die Bevölkerung steht hinter Schutzmaßnahmen“, sagt Jantschke. Deshalb hat sich der Zoo über seinen Naturschutzfonds mit 5000 Euro beteiligt. Im Elefantenhaus wurde eine Spendenbox für Besucher aufgestellt. Dort kamen bis zum Mai 1500 Euro zusammen. Im September werden Experten über das Projekt berichten. „Passend dazu können sich Besucher Krallenaffen ansehen, die als Art für diese Region stehen“, sagt Jantschke.

Vortrag Über den „Schatz am Amazonas“ findet am Dienstag, 10. September, um 14 Uhr ein Vortrag in der Zooschule statt. Sabine Hutschenreuther, die an der Umsetzung dieses Projektes mitarbeitet, wird berichten.

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