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Augsburg
03.03.2021

Augsburger Studenten sauer über steigenden Beitrag fürs Studentenwerk

Studenten der Universität und Hochschule Augsburg müssen ab dem Sommersemester 2021 mehr Studentenwerkbeitrag bezahlen.
Foto: Macketanz (Archivfoto)

Wegen der Folgen von Corona sind viele Studenten in Augsburg knapp bei Kasse. Jetzt müssen sie höhere Beiträge ans Studentenwerk zahlen. Das sorgt für Kritik.

Viele Studentenjobs sind weggefallen, jetzt steigen auch noch die Ausgaben fürs Studium. Ab dem kommenden Sommersemester müssen rund 27.000 Studierende an der Universität und Hochschule in Augsburg zehn Euro mehr Studentenwerkbeitrag bezahlen, insgesamt sind es dann 62 Euro pro Halbjahr. Das kommt nicht gut an. In Zeiten der Pandemie sei es das falsche Signal, sagen Kritiker. Die Kostensteigerung beschäftigte auch den Studentischen Konvent an der Uni. In einem offenen Brief formulierten Mitglieder des Gremiums ganz grundsätzlich einen Hilferuf. Sie sprechen von einer "finanziellen und studientechnischen Krise", ausgelöst durch die Pandemie und deren Folgen.


In dem Schreiben heißt es: "Manche Studierende sind in ihrem Alltag vor die Wahl gestellt: Essen für die nächste Woche oder Masken in ausreichender Stückzahl besorgen?" Dabei sei das nicht die einzige Frage, die aktuell den Alltag der Studierenden bestimme. Viele stünden danach vor grundsätzlichen Problemen, wie sie ihr Studium in der Krise organisieren sollen oder wie sie im digitalisierten Vorlesungsbetrieb mit dem langen Aufenthalt in oft beengten studentischen Wohnräumen zurechtkämen. Dazu komme der bange Blick auf das eigene Konto, denn auch die Ausgaben stiegen.

In vielen Fällen mussten sich Studierende zusätzliche technische Ausrüstung anschaffen, um an Online-Sitzungen teilnehmen zu können. Nun werden auch noch zehn Euro mehr fürs Studentenwerk abgebucht. Das klingt erst mal wenig. Aber der Grundbeitrag der Studierenden betrug seit dem Sommersemester 2018 52 Euro pro Semester. Zum Sommersemester steigt er auf 62 Euro. Dazu kommen noch die Kosten von 65,50 Euro des Semestertickets für Bus und Bahn.

Augsburger Studentenwerk zu Beiträgen: "Erhöhung alternativlos"

Der Semesterbeitrag ist verpflichtend. Grundsätzlich finanzieren die deutschen Studentenwerke ihre Aufgaben zwar überwiegend aus Umsatzerlösen und aus freiwilligen Zuwendungen des Staates. Über die Semesterbeiträge werden jedoch bestimmte Angebote und Dienstleistungen mitfinanziert. Im Studentischen Konvent der Universität sorgt die Preiserhöhung mitten in der Corona-Krise für Kritik, auch wenn man dort die Notwendigkeit sieht, dass Dienstleistungen aufrechterhalten werden sollen.

Beim Studentenwerk sagt Geschäftsführerin Doris Schneider, die Erhöhung sei "alternativlos". Danach machen die Grundbeiträge beim Augsburger Studentenwerk rund 18 Prozent der Erträge aus. Sie seien wichtiger Bestandteil bei der Finanzierung von Angeboten, für die das Studentenwerk keine staatlichen Zuschüsse erhält, etwa für Beratungen. Entsprechendes gelte für Angebote, die das Studentenwerk mit Eigenmitteln mitfinanzieren muss - etwa den Neubau und die Sanierung von Wohnanlagen oder Defizite in den Mensen der Uni und Hochschule.

 

Schneider sagt auch: "Es ist verständlich, dass die Anpassung des Beitrags in der aktuellen Situation von den Studierenden kritisch hinterfragt wird." Für das Studentenwerk sei es aber ein länger geplanter und zwingend notwendiger Schritt. Die aktuelle Erhöhung gleiche einerseits die gestiegenen Kosten aus. Andererseits sorge sie für Planungssicherheit, um Studenten weiterhin rund um das Studium zu unterstützen und um die Preise in den Mensen stabil zu halten.

Neues Gebäude und Studenten-Wohnheim in Augsburg geplant

Dazu kommen Neubaupläne: An der Bürgermeister-Ulrich-Straße an der Grenze zwischen dem Univiertel und Haunstetten wird ein neues Verwaltungs- und Servicegebäude des Studentenwerks entstehen. Es soll eine gut erreichbare Anlaufstelle werden, die alle Leistungen unter einem Dach zusammenführt, etwa Bafög, Beratung und Wohnservice. Schneider zufolge muss der für 2020 geplante Baubeginn wegen der Pandemie auf Anfang 2022 verschoben werden. Das dafür erforderliche Geld muss nach ihren Worten bis dahin in der geplanten Höhe zwingend angespart werden. Dafür seien jeweils drei Euro aus der Beitragserhöhung vorgesehen.

 

Eine der wichtigsten Aufgaben fürs Studentenwerk ist es, preisgünstigen Wohnraum für die wachsende Zahl von Studierenden in Augsburg anzubieten. Auch hier ist ein neues Projekt im Gespräch. Die Stadt Augsburg hat Schneider zufolge dem Studentenwerk in unmittelbarer Nähe zum Universitätscampus ein Grundstück zum Kauf angeboten. Dort könnte eine neue Wohnanlage mit 150 Plätzen entstehen. Die Gremien des Studentenwerks befürworten den Kauf des Areals zur mittelfristigen Bebauung. "Um hier handlungsfähig zu bleiben, müssen die finanziellen Mittel bereits jetzt anteilig durch die Beitragserhöhung abgesichert werden", so die Geschäftsführerin.

Hören Sie sich dazu auch unsere Podcastfolge mit den Social-Media-Beauftragten der Campus-Cat an, die wir 2019 aufgenommen haben:

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