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Augsburg
06.10.2021

Schockanrufe von falschen Polizisten: Betrugsserie reißt nicht ab

Allein am Montag registrierte die Polizei ein Dutzend Betrugsanrufe in Augsburg und der Region.
Foto: Alexander Kaya (Symbolbild)

Immer wieder werden Menschen in Augsburg und der Region von falschen Polizisten und Staatsanwälten angerufen und massiv unter Druck gesetzt. Was die Polizei rät.

Einmal geben sie sich als Polizist oder Polizistin aus, das andere Mal als Staatsanwalt oder Staatsanwältin. Das Vorgehen ähnelt sich: Die Anrufer erzählen ihren Opfern, dass deren Geld oder Wertgestände nicht sicher wären oder auf Spuren untersucht werden müssten. Auch von einem angeblichen Notfall eines Familienmitglieds wird berichtet, das nun dringend Geld für Medikamente, eine Arztbehandlung oder Kaution brauche. Ziel der Betrüger ist es, die Angerufenen zur Herausgabe von Vermögen zu bewegen. Allein am Montag registrierte die Polizei im gesamten Einsatzbereich des Polizeipräsidiums Schwaben Nord ein Dutzend solcher Fälle.

"Die Anrufer gehen dabei äußert professionell vor und setzen ihr Gegenüber am Telefon massiv unter Druck", so Polizeikommissar Robert Piehler. Auf diese Weise würden auch Angerufene zu Opfern werden, von denen man nicht denken würde, dass sie auf Betrügereien hereinfallen könnten. Erschwerend hinzu komme, dass die Betrüger oftmals eine spezielle Technik einsetzten, um auf der Rufnummernanzeige der Opfer die Notrufnummer 110 oder eine örtliche Behördenrufnummer anzeigen zu lassen.

Falscher Generalstaatsanwalt meldet sich bei 73-jährigem Augsburger

Robert Piehler hat auch einen aktuellen Fall aus Augsburg, der zeigt, wie die Betrüger vorgehen. Am Montag hatte sich ein 73-Jähriger beim Polizeinotruf gemeldet und und berichtet, dass er zuvor mehrmals von einem angeblichen Generalstaatsanwalt angerufen worden sei, der erzählte, dass die Tochter des Angerufenen einen schweren Verkehrsunfall verursacht hätte. Der 73-Jährige sollte eine Kaution im hohen fünfstelligen Euro-Bereich hinterlegen, um die Tochter vor einer Festnahme zu bewahren. Daraufhin hob er das Geld bereits bei einer Bank ab. Glücklicherweise kamen ihm doch noch Zweifel an der Geschichte, sodass er bei seiner Tochter nachfragte. Ihr ging es gut. Anschließend informierte der 73-Jährige umgehend die Polizei.

Polizeikommissar Piehler und seine Kollegen kennen solche Betrugsmaschen schon aus früheren Jahren. Was aber auffällt: "Dieses Vorgehen beobachten wir nun schon länger anhaltend über Wochen und mit täglich teils hohen Fallzahlen." Für die Bürgerinnen und Bürger gibt die Polizei daher noch einmal Tipps, wie Betrugsanrufe erkannt werden können und wie man im Notfall reagiert:

  • Die Polizei bittet niemals um Geldbeträge oder Wertsachen

  • Vom Anrufer nicht unter Druck setzen lassen und keine Auskunft zu finanziellen Verhältnissen oder Wertsachen geben

  • Bei geringsten Zweifeln: Auflegen und bei der örtlichen Polizeiinspektion oder dem Polizeinotruf 110 nachfragen

  • Geld oder Wertsachen niemals an unbekannte Personen übergeben

Weitere Tipps gibt es unter: www.polizei-beratung.de. Außerdem bietet die Kriminalpolizeiinspektion Augsburg in Kooperation mit der Theatergruppe Musikverein Graben ein Präventionstheater an. In Szenen, wie aus dem richtigen Leben, werden Schauspielerinnen und Schauspieler verschiedene Betrügereien vorspielen. Im Anschluss gibt die Kriminalpolizei Tipps und Informationen, wie man sich vor derartigen Straftaten schützen kann.

Das rund eineinhalbstündige Präventionstheater findet in Graben (Bürgerhaus Graben, Lechfelder Straße 12, 86836 Graben) statt. Die Termine sind:

  • Montag, 18.10.2021, 18 Uhr
  • Dienstag, 19.10.2021, 18 Uhr
  • Mittwoch, 20.10.2021, 18 Uhr

Eine Anmeldung bei der Kriminalpolizeilichen Beratungsstelle ist für alle Besucher unter der Telefonnummer 0821/323-3737 unbedingt erforderlich und ab sofort möglich. Die Teilnahme am Theaterstück ist kostenlos.

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