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Augsburg

22.07.2019

Augsburger Unternehmen übernimmt Fujitsu-Sparte

Hier könnte bald eine Forschungsfabrik für Batterien stehen.
Bild: M. Hochgemuth

Plus Ein Unternehmen aus Augsburg übernimmt einen Geschäftsbereich des Computerbauers Fujitsu und wird so zum Hoffnungsträger für viele Mitarbeiter.

Es ist ein offenes Geheimnis, dass verschiedene Unternehmen Interesse an Teilen des Augsburger Fujitsu-Geschäfts haben. Jetzt wird der Verkauf einer Sparte konkret.

Wie am Montagvormittag bekannt wurde, übernimmt das Augsburger Unternehmen Kontron, beziehungsweise deren Muttergesellschaft S&T AG, das Industrie-Mainboard-Geschäft des japanischen Computerherstellers. Für die in diesem Segment beschäftigten Mitarbeiter heißt das, dass sich eine konkrete Alternative zur Arbeitslosigkeit ergibt.

Insidern zufolge wird Kontron die Stellen voraussichtlich ausschreiben und Fujitsu-Mitarbeiter vorrangig behandeln. In einer am Montag versandten Pressemitteilung schreibt das Unternehmen: "Die Übergabe des operativen Geschäfts von Fujitsu Technology Solutions an Kontron ist für Oktober 2019 geplant. Kontron wird zudem geeigneten Mitarbeitern von Fujitsu Technology Solutions mit relevanten Qualifikationen in den Bereichen Forschung, Entwicklung, Produktion und Vertrieb Beschäftigungsmöglichkeiten anbieten." Insider rechnen mit einer hohen zweistelligen Mitarbeiteranzahl, die dafür in Frage kommen könnte.

Bürgermeisterin Eva Weber sagt zum Verkauf: "Es ist super, dass Mitarbeiter so in der Region bleiben können und das Know-How nicht aus Augsburg abwandert."

Verkauf der Sparte an Kontron wäre gute Nachricht für Beschäftigte

Rupert Lehner, Zentral-Europa-Chef von Fujitsu, bewertet den Verkauf als positiv nicht nur für die Beschäftigten, sondern auch für Kunden: "Mit Kontron übernimmt ein anerkannter Anbieter von Embedded Computing unser Motherboard-Geschäft. Wir freuen uns, dass unsere Kunden mit diesem Schritt von einer Fortsetzung unseres qualitativ hochwertigen Portfolios profitieren. Für sie bedeutet die Entscheidung Kontinuität und Planungssicherheit und sie wird auch helfen, Arbeitsplätze in Augsburg zu erhalten."

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17 Bilder
Diese Traditions-Firmen in der Region gerieten in Schwierigkeiten
Bild: Ulrich Wagner

Während der Verkauf dieser Sparte an Kontron für einen Teil der Beschäftigten gute Nachrichten sind, müssen sich andere nach wie vor damit auseinander setzen, sich aktiv einen neuen Arbeitgeber suchen zu müssen. Unterstützt werden sie dabei von der Augsburger „Allianz für Arbeit“, die zur Stunde einen speziell für die Fujitsu-Beschäftigten initiierten Aktionstag anbietet. 

Die Augsburger „Allianz für Arbeit“ bietet einen speziell für die Fujitsu-Beschäftigten initiierten Aktionstag an.
Bild: Bernd Hohlen.

89 Unternehmen präsentieren hier den ganzen Tag über sich und ihre freie Stellen. Dazu gibt es Bewerbungstrainings und es spricht ein Berater der Rentenversicherung. In der Werkshalle auf dem Fujitsu-Gelände, die hierfür extra frei geräumt worden ist, werden 850 Mitarbeiter erwartet. Rund 1000 Beschäftigte benötigen Stand heute einen neuen Arbeitsplatz.

Wir wollen wissen, was Sie denken: Die Augsburger Allgemeine arbeitet daher mit dem Meinungsforschungsinstitut Civey zusammen. Was es mit den repräsentativen Umfragen auf sich hat und warum Sie sich registrieren sollten, lesen Sie hier.

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Die Diskussion ist geschlossen.

22.07.2019

Ich will ja nicht auf die Euphoriebremse treten.
Ein Teilgeschäft von Fujitsu wird an Kontron verkauft. Kontron schreibt die neu zu schaffenden Stellen aus und will bisherige Fujitsu-Mitarbeiter "bevorzugt" behandeln.
Und das wird als gute Tat verkauft und in diesem Artikel defacto bejubelt.

Da wird ganz offensichtlich der § 613a BGB schamlos umgangen. Kontron nutzt die Gunst der Stunde, bisher erworbene Arbeitnehmerrechte auszuhebeln und die Augsburger Allgemeine verschwendet zu dieser Rechtslage kein Wort.
Das "Sozial" in der "Sozialen Marktwirtschaft" wird ganz konkret wieder zur Farce.
Ein übles Spiel des Unternehmens und mieser Journalismus dazu!

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22.07.2019

Wer etwas Ahnung hat, sieht im 613a nicht primär die Wahrung von Arbeitnehmerrechten.

Besser bei einer etablierten Firma neu anfangen, als in eine kapitalschwache GmbH ausgelagert zu werden.

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