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Kultur

25.07.2018

Augsburgs Staatstheater braucht mehr Geld für die neue Spielzeit

Mit Beginn der neuen Saison kann Augsburgs Stadttheater mit dem Begriff "Staatstheater" nach außen auftreten.
Bild: Silvio Wyszengrad

Der Wirtschaftsplan für die Spielzeit 2018/2019 ist um 2,3 Millionen höher als in der aktuellen. Da kommt der erhöhte Zuschuss des Freistaats sehr gelegen.

Stichtag ist der 1. September 2018: Dann wird das Theater Augsburg zum Staatstheater. Der Freistaat Bayern wird sich finanziell stärker in Augsburg einbringen. Dies bedingt strukturelle Änderungen für die Mitarbeiter. Ihr Arbeitgeber ist dann nicht mehr die Stadt Augsburg, sondern die Stiftung Staatstheater Augsburg. In ihr sind die Stadt und der Freistaat gleichgestellt beteiligt. Für Theater-Mitarbeiter gibt es eine Übergangsregelung, die sie zum neuen Arbeitgeber führt. Es gilt generell, dass es gegenwärtig keine großen Einschnitte beim Einkommen für Beschäftigte gibt. Da der Freistaat im Vergleich zur Stadt schlechter zahlt, heißt es, sei absehbar, dass bei künftigen Neueinsteilungen von Mitarbeitern ein geringeres Gehalt gezahlt wird. Wie diese Einstufung ausfällt, ist vom Einzelfall abhängig.

Spielzeit 2018/2019: Das Theater gibt die Brechtbühne auf

In einer Sondersitzung des städtischen Theaterausschusses erhielten die Stadträte am Dienstag Einblick in den Wirtschaftsplan für die Spielzeit 2018/2019. In der Gesamtsumme liegt er bei 32,6 Millionen Euro. Er ist somit um 2,3 Millionen höher als in der aktuellen Spielzeit, die mit Abschluss der Freilichtbühnensaison endet. Die Erhöhung ist auf zwei Punkte zurückzuführen. Die Personalkosten steigen aufgrund der Tariferhöhungen. Die Kosten für die Interimsspielstätten steigen um knapp 800.000 Euro auf 2,65 Millionen Euro. Das Theater geht zum Ende des Jahres ins Ofenhaus am Gaswerk in Oberhausen. Die Brechtbühne in der Innenstadt, die neben dem Großen Haus lag, wird aufgegeben. Das Gebäude weicht einem Neubau. Die Technik wird im Ofenhaus genutzt.

Bei der Finanzierung des Wirtschaftsplans wird der Vorteil des Einstiegs vom Freistaat wahrnehmbar. Er gibt einen Zuschuss von knapp 14 Millionen Euro. In der jetzigen Spielzeit lag die Unterstützung bei 8,5 Millionen Euro. Die Stadt zahlt ebenfalls knapp 14 Millionen Euro. Die Ersparnis für die Stadt liegt somit bei 3,1 Millionen Euro. Bei den Umsätzen rechnet das Theater mit Einnahmen von 4,1 Millionen Euro. Der Großteil entfällt auf den Ticketverkauf, der mit 3,2 Millionen Euro kalkuliert ist.

Augsburgs Staatstheater braucht mehr Geld für die neue Spielzeit

Das Große Haus soll im Herbst 2023 wieder eröffnen

Mit Beginn der neuen Saison kann die Kultureinrichtung mit dem Begriff "Staatstheater" nach außen auftreten. Die Wahrnehmung der Augsburger Theaterkunst wird damit auf alle Fälle erhöht. Der künstlerische Anspruch, dem ein Staatstheater gerecht werden könnte, ist nach allgemeiner Einschätzung ein längerfristiger Prozess. Hier ist zu sehen, dass das Theater in einem großen Sanierungspaket steckt. Nahezu 200 Millionen Euro werden in den nächsten Jahren ausgegeben, um den Theaterstandort auf Vordermann zu bringen. Dazu gehören die Komplettsanierung des Großen Hauses, das seit Sommer 2016 nicht mehr bespielt wird.

Daher ist das Theater gezwungen, sämtliche Produktionen auf Interimsspielstätten zu konzentrieren. Dieser Zustand wird noch einige Jahre so bleiben. Mit der Wiedereröffnung des Großen Hauses am Kennedyplatz ist im Herbst 2023 zu rechnen. Es ist der Beginn der Spielzeit 2023/2024. Zu diesem Zeitpunkt könnte das Staatstheater Augsburg tatsächlich in die Vollen gehen.

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