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Golfclub Augsburg

04.02.2021

Bespielen verboten! Golfclub Augsburg im Streit mit Grundstückseigentümerin

Rund 54 Hektar Land gehören zum Golfplatz des GC Augsburg in Burgwalden (hier ein Blick auf das Grün der Spielbahn 9). Doch nun gibt es Probleme mit einer neuen Grundstückseigentümerin. Ihre Flächenstücke auf den Bahnen 13 und 14 dürfen von den Mitgliedern nicht mehr bespielt werden.
Bild: Michael Hochgemuth

Plus Auf dem Platz des Golfclubs Augsburg haben sich Besitzverhältnisse geändert. Eine neue Eigentümerin hat Mitgliedern die Nutzung ihrer Grundstücke untersagt.

Eine unangenehme Nachricht beschäftigt die Mitglieder und die Führung des Golfclubs Augsburg seit Jahresbeginn. Nach dem Tod eines Pächters haben dessen Erben zwei Grundstücksflächen auf dem 18-Loch-Kurs in Burgwalden verkauft, doch nun untersagt die neue Eigentümerin dem GCA das Bespielen und die Pflege dieser Bereiche. Die Flächen befinden sich ziemlich mittig auf den Golfbahnen 13 und 14 und dürfen nun für den Sport nicht mehr genutzt werden. Bei Zuwiderhandlung droht die Eigentümerin mit Strafanzeige. Dennoch bemühe man sich vonseiten des GCA weiterhin, mit ihr eine einvernehmliche und für beide Seiten akzeptable Lösung zu finden, sagt Club-Präsident Klaus Leuthe auf Anfrage. Wie die Golfsportler das Problem kurzfristig lösen wollen, auch dazu gibt es bereits Ideen.

Golfclub Augsburg: Ohne Vertrag kein Golfspiel auf 15.000 Quadratmetern

Der Pachtvertrag über die restlichen Flächen des rund 54 Hektar großen GCA-Areals läuft bis zum Jahre 2042, nur „dazwischen fehlen uns halt jetzt 15.000 Quadratmeter. Klar, würden wir sie gern weiter nutzen, deshalb verhandeln wir auch noch“, so Leuthe. Vom bisherigen Eigentümer war der Pachtvertrag schon vor eineinhalb Jahren zum 31. Dezember 2020 gekündigt worden. „Die neue Eigentümerin hat uns mitgeteilt, dass wir nicht mehr auf ihren Flächen spielen dürfen, wenn wir keinen Vertrag haben. Das ist natürlich ihr gutes Recht“, sagt Leuthe, „jetzt müssen wir schauen, dass wir da Lösungen hinbekommen.“ Gemäß des in der bayerischen Verfassung verankerten Geh- und Wegerechts sei das Betreten der freien Natur natürlich grundsätzlich erlaubt, betont Rechtsanwalt Leuthe, auf den betroffenen Flächen aber „darf ich niemanden Golfspielen lassen“.

Deshalb plant man beim GCA momentan, die entsprechenden Bereiche auf Bahn 13 und 14 nach der Winterpause und der Aufhebung der Corona-Sperre als Biotop auszuweisen. Damit sind dort dann, laut deutschen Golfregeln, kein Betreten, kein Schlagen und auch keine Ballsuche mehr erlaubt. Bei der einen rund sechs Meter breiten Fläche wäre das Umspielen für die meisten Golfer wohl kein Problem, bei der zweiten Fläche mit rund 60 Metern Breite müsse man eventuell eine Dropping Zone einrichten, schildert Leuthe die derzeitigen Überlegungen. Fällt der Ball dann auf die gesperrte Fläche, muss von der Dropping Zone, einer extra markierten und erlaubten Stelle, weitergespielt werden. Trotz dieser schon recht konkreten Pläne räumt Leuthe ein, dass mittlerweile noch großräumigere Lösungen wie komplette Bahnumbauten angedacht wurden.

Alle GCA-Mitglieder wurden mit einer Rundmail bereits über die Situation informiert und von der Klubführung auch um ihre Ideen gebeten, wie der Platz am sinnvollsten umgebaut werden könnte. Diese Pläne sollen in den nächsten Monaten weiterverfolgt werden. In einer digitalen Mitgliederversammlung will der GCA am 8. Februar über den aktuellen Stand informieren.

Pachtstreit beim Golfclub Augsburg, dem Heimatplatz von Golflegende Bernhard Langer

Der Golfplatz in Burgwalden, der als Heimatplatz von Golflegende Bernhard Langer weithin Berühmtheit erlangt hat und zur exklusiven Gemeinschaft der „Leading Golf Clubs of Germany“ gehört, war 1958 von einer Privatgemeinschaft interessierter Golfspieler gegründet worden. Damals wurde ein Pachtvertrag über ein Gelände von 27 Hektar mit dem Fürst Fugger-Babenhausen für vorerst 20 Jahre abgeschlossen. Anfangs gab es nur einen 9-Loch-Platz. 1979 folgte eine Pachtverlängerung und die von den Mitgliedern lang ersehnte Erweiterung auf 18 Loch. 1980 begann der Ausbau des nun 54 Hektar großen Golfplatzes Burgwalden in der Form, wie er heute bekannt ist. 1996 wurden die jetzt von der Sperrung betroffenen Spielbahnen 13 und 14 sowie sämtliche Abschläge modernisiert und erneuert.

Bernhard Langer
Bild: Curtis Compton/TNS via ZUMA Wire, dpa

Nun könnten auf den hinteren neun Loch wieder Umbauten anstehen. Vergangenes Jahr erst wurde die Bahn 12 erweitert, jetzt wird man wohl auf der 13 und 14 langfristig neue Wege gehen müssen. Auch wenn GCA-Präsident Klaus Leuthe weiterhin nur spekulieren kann, was jemanden bewegt, unnutzbare Flächen ohne Erschließungsmöglichkeiten auf einem Golfplatz für einen durchaus hoch angesetzten Preis zu kaufen. „Nach Auskunft der Unteren Naturschutzbehörde wird da draußen nichts anderes möglich sein als Wiese. Man darf dort weder eine Photovoltaik-Anlage bauen, noch einen Kartoffelacker anlegen, noch die Grundstücke einzäunen. Wir konnten deshalb auch nicht ergründen, was die Motivation für diesen Kauf war. Die Eigentümerin hat noch nicht einmal ein Zufahrtsrecht, weil alle Flächen drum herum dem Hause Fugger gehören.“ Im Naturpark Westliche Wälder sei das Bewegen in der Natur zu Fuß oder mit dem Fahrrad allen gestattet, aber keine Erschließung über Fahrzeuge.

Käuferin der Golf-Flächen verweist auf ihr Angebot an den GCA

Die Käuferin selbst teilte dazu mit, dass sie dem Präsidium des Golfclubs sowohl ein Angebot zum Kauf als auch ein Angebot zur Pacht vorgelegt habe. Der Golfclub sei also jetzt am Zug, sich zu den Angeboten zu äußern. „Die Verhandlungen werden von einem Makler geführt, die Kontaktdaten sind dem Präsidium bekannt. Ich werde mich also nicht weiter zu der Angelegenheit äußern“, schrieb sie auf Anfrage der Redaktion in einer E-Mail.

GCA-Präsident Klaus Leuthe geht davon aus, dass die Rendite im Pachtvertrag der Knackpunkt ist, auf überzogene Forderungen will er sich jedoch nicht einlassen. „Unsere Mitglieder sind in Sorge“, gesteht Leuthe, betont aber, dass man in diesem Fall auf absolute Transparent setzt und sich auch im Gespräch mit Alexander Graf Fugger-Babenhausen befinde. „Wir haben nun mal diese Situation. Wir haben das Betretungsverbot für das Jahr 2021 bekommen. Wir wollen im Gespräch bleiben und die Flächen weiter längerfristig pachten. Aber wir haben jetzt auch mehrere Alternativen mit neuen Flächen aufgezeigt, die wir uns vorstellen können. Und wir haben die Mitglieder um weitere Vorschläge gebeten. Wir betrachten uns da als Gemeinschaft.“

Wie er sagt mit großem Erfolg, denn aus den Reihen der Mitglieder sei bereits eine tolle Idee gekommen, wie der Platz „relativ simpel“ unter Berücksichtigung der Umstände verändert werden könne.

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04.02.2021

Eine verfahrene Situation. Jahrelanger Streit - womöglich vor Gericht bringt wenig. Ich würde, ggfs. unter Mitarbeit eines professionellen Mediators noch 1-2 Einigungsanläufe unternehmen.

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05.02.2021

Warum eine Einigung zwanghaft suchen, wenn der Golfclub auch ohne die beiden Flächen zurecht kommt. Da ist der Aufwand doch viel größer. Die neue Eigentümerin hat wohl viel inverstiert und wird sich mit der alten Pacht nicht zufrieden geben - vorerst. Nach 5 -10 Jahren sieht das dann ganz anders aus. Eine Mediation würde bei der Frau nur das Gefühl bestärken, dass der Golfclub dringend auf diese Flächen angewiesen ist, was absolut nicht der Fall ist.

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05.02.2021

Es gibt meistens mehrere Wege.

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04.02.2021

Ich hoffe auch, dass der Golfclub sich nicht herab auf diese Machenschaften einzugehen. Solche Leute, wie die Eigentümerin, hab ich auch schon kennengelernt. Die beweisen besondere Bauernschläue und sollten daher nicht mit irgendwelchen Angeboten/Entgegenkommen belohnt werden. Weil, alles was die Eigentümerin macht, zeigt eindeutig, dass sie den Kauf in der Intension getätigt hatte um den Golfclub zu schädigen. Ich wünsche der Eigentümerin viel Spass mit ihrer Wiese mitten im Golfplatz!

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04.02.2021

Vermutlich war der Gedanke hier, erstmal kaufen und mit Gewinn an Golfclub weiterverkaufen. Wird vermutlich nicht funktionieren. Nun ja, jetzt hat die/der neue Eigentümere*in eine Wiese die sie nicht einmal betreten kann. Jemand anderes wird die Fläche bestimmt nicht kaufen. Dumm gelaufen.

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04.02.2021

"Nach dem Tod eines Pächters haben dessen Erben zwei Grundstücksflächen auf dem 18-Loch-Kurs in Burgwalden verkauft, doch nun untersagt die neue Eigentümerin dem GCA das Bespielen und die Pflege dieser Bereiche. "


Kann da leider nicht folgen. Ursprünglich hatten die Mitglieder die Flächen doch wohl selbst gepachtet. Warum ist das nicht mehr so? Warum liegen die Pachtverhältnisse offenbar in verschiedenen Händen und warum hat der Pächter, der nun verstorben ist, denn den Pachtvertrag gekündigt? Wollte er auch mehr Geld haben für die Nutzung der Fläche? Was hätter er denn weiter vorgehabt mit dem Grunstück?

Dass die Erben des verstorbenen Pächters die zwei Grundstückflächen verkauft haben können, erscheint mir auch zweifelhaft. Ein Pächter ist ja nicht Eigentümer, genausowenig seine Erben. Bestenfalls kann also das Pachtrecht abgetreten worden sein - schiene mir da die passendere Formulierung.

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04.02.2021

Die reine Gier. Hoffe der Golfclub bleibt standhaft. Ohne Wegerecht hat die neue Eigentümerin schlichtweg schlechte Karten, da der Golfclub auf die Flächen nicht notwendig angewiesen ist. Statt den Golfclub mit hohen Forderungen zu 'erpressen', kann so schließlich der Golfclub die Pacht nach unten drücken und weniger zahlen als bisher; schließlich braucht er die Flächen nicht unbedingt.
Um es für die neue Eigentümerin auf den Punkt zu bringen: Verzockt.

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