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Augsburg

22.03.2015

Busfahren: Einstieg ab August nur noch vorne erlaubt

Alle nur noch vorne rein? Die Stadtwerke wollen das System fürs Einsteigen in die Busse ändern. Das soll die Quote der Schwarzfahrer verringern und für mehr Sicherheit sorgen.
Bild: Silvio Wyszengrad

Fahrgäste sollen künftig im Bus immer am Fahrer vorbei, das verlangen die Augsburger Stadtwerke. Abends gilt diese Regelung schon jetzt – nur hält sich kaum einer daran.

Die Stadtwerke wollen, dass Fahrgäste in die städtischen Omnibusse künftig nur noch über die vordere Tür beim Fahrer einsteigen dürfen. Am 1. August soll die Änderung in Kraft treten, gaben die Verkehrsbetriebe jetzt bekannt. Laut Stadtwerken soll auf diese Weise die Sicherheit für die Fahrgäste im Bus erhöht werden. Zudem nehme so die Schwarzfahrerquote ab. Man rechne mit zehn Prozent Rückgang, wenn jeder dem Fahrer seinen Fahrausweis zeigen muss. Die Einnahmeausfälle könnten so um jährlich 200.000 Euro verringert werden.

Testphase der Stadtwerke beginnt am 30. März

Doch den Stadtwerken scheint schon zu schwanen, dass das alles so einfach nicht umzusetzen sein wird. Vorsichtshalber wurde eine Testphase eingerichtet, bevor man das neue System auf alle Linien im Stadtgebiet umlegt. Getestet wird das neue System ab kommendem Montag, 30. März, auf der Buslinie 32 (Zoo – Königsplatz – Klinikum). Wenn der Test positiv verläuft, soll ab Sommer netzweit umgestellt werden.

Ob das System funktioniert, ist fraglich

Der Stadtwerke-Geschäftsführer Walter Casazza sagt: „Wir wollen die Fahrgäste freundlich und sympathisch darauf hinweisen, vorne einzusteigen.“ Es soll Aufschriften und Durchsagen in den Bussen geben. „Anfangs ist das vielleicht ungewohnt, es hat sich aber in anderen Städten gezeigt, dass der Vordereinstieg schnell zur Normalität wird“, meint Casazza. Doch ob die Augsburger Fahrgäste mitziehen, ist fraglich, auch wenn dieses System in anderen Großstädten üblich ist. Schon seit Jahren gilt eigentlich, dass Fahrgäste in allen Stadtbussen ab 20 Uhr nur noch vorne beim Fahrer einsteigen dürfen, nur hält sich kaum einer daran. Alle Augsburger Stadtbusse sind technisch so ausgestattet, dass auch die hinteren Türen von außen vom Fahrgast per Knopfdruck geöffnet werden können. Anders ist es bei den AVV-Regionalbussen, wo nur der Fahrer die hintere Tür öffnen kann. Bei allen Bussen gilt aber gleichermaßen, dass bei den Fahrern das Interesse wenig ausgeprägt ist, die Fahrscheine der Passagiere zu studieren.

Pünktlichkeit steht bei den Bussen weiterhin im Vordergrund

Die Stadtwerke betonen, dass lediglich eine Sichtkontrolle des Fahrscheins stattfinden soll. So sollten Fahrgäste auch nebenbei daran erinnert werden, dass sie einen Fahrschein lösen müssen. Pünktlichkeit gehe aber vor Sichtkontrollen, betont man.

Vor allem im morgendlichen Schülerverkehr, wenn die Busse auf einigen Linien randvoll sind, dürfte das neue System für Schlangen an der vorderen Tür sorgen. Ganztägig Ausnahmen gibt es für mobilitätseingeschränkte Personen, Fahrgäste im Rollstuhl oder mit Rollator, mit Kinderwagen oder mit schwerem und sperrigem Gepäck. Aber auch bei sehr schlechtem Wetter soll der hintere Einstieg für alle möglich sein.

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