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Kultur

13.06.2013

Chefdramaturgin verlässt das Theater Augsburg

Chefdramaturgin Katharina John verlässt das Theater Augsburg.
Bild: Wyszengrad

Katharina John orientiert sich neu. Nach Dirk Kaftan und Rune Bergmann ist es der dritte Weggang innerhalb weniger Monate

Die Musiksparte am Theater Augsburg kommt nicht zur Ruhe: Nach Generalmusikdirektor Dirk Kaftan und Kapellmeister Rune Bergmann verlässt jetzt auch die Geschäftsführende Leiterin und Chefdramaturgin Katharina John das Haus. Ihre Stelle soll so schnell wie möglich neu ausgeschrieben werden.

John, die vor zweieinhalb Jahren nach Augsburg kam und deren Vertrag unbefristet weitergelaufen wäre, begründet ihren Weggang mit „Veränderungen in meiner Lebensplanung“: „Ich arbeite seit knapp 20 Jahren in diesem Job, der mehr ist als das. Er ist ein Leben.“ Jetzt sei es Zeit für einen Schnitt. Eine andere Aufgabe hat die 42-Jährige noch nicht. Sie will sich neu sortieren und danach entscheiden, ob sie irgendwann in ihren Beruf zurückkehrt.

Johns Weggang aus Augsburg trifft das Theater in einer entscheidenden Phase: Gerade ist die Suche nach einem neuen Generalmusikdirektor angelaufen, 163 Interessenten haben sich um den Posten von Dirk Kaftan beworben, der nach Graz wechselt. An der Findung eines geeigneten Nachfolgers will John noch mitwirken, auch wenn sie nicht sagen kann, ob sie in der kommenden Spielzeit, die im September startet, überhaupt noch am Theater sein wird.

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John lobt die Zusammenarbeit mit Kaftan: „Wir waren ein gutes Team, das ohne Reibungsverluste arbeiten konnte.“ Als Geschäftsführende Leiterin des Musiktheaters hatte John auch Personalverantwortung, arbeitete Verträge aus. Darüber hinaus setzte sich die gebürtige Heidelbergerin für eine spartenübergreifende Zusammenarbeit ein. So war sie unter anderem Mitinitiatorin des Formats „Quick and Dirty“, an dem sich Ensemblemitglieder aller Sparten beteiligten.

Intendantin Juliane Votteler bedauert die Entscheidung Johns. Sie kenne die 42-Jährige seit Langem und habe sie 2011 bewusst nach Augsburg geholt, um das Zusammenspiel zwischen den Sparten zu verbessern. Damit diese Arbeit reibungslos weitergeführt werden kann, soll die Stelle baldmöglichst ausgeschrieben werden. Dass zuletzt so viele Mitarbeiter des Musiktheaters aus Augsburg abwanderten, gehört für Votteler zum „Selbstverständnis der Leute am Theater“. Wechsel sei in diesem Bereich an der Tagesordnung.

Der Fahrplan für die Suche des Generalmusikdirektors bleibt vom Weggang Johns unberührt: Am 16. Juli tagt die Findungskommission; jedes Mitglied wird aus den 163 Bewerbern zehn bis zwölf aussuchen, die in die engere Wahl für ein Bewerbungsgespräch kommen. Acht bis zehn Kandidaten werden zum Bewerbungsgespräch eingeladen, vier zum Probedirigat. „Das hohe Niveau der Bewerber zeigt, wie sehr die Arbeit Dirk Kaftans, der Augsburger Philharmoniker, des Chores und der Solisten geschätzt wird“, sagt Votteler.

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