1. Startseite
  2. Lokales (Augsburg)
  3. Das Augsburger Textilmuseum liefert Stoff für eine Erfolgsstory

Das Augsburger Textilmuseum liefert Stoff für eine Erfolgsstory

Das Augsburger Textilmuseum liefert Stoff für eine Erfolgsstory
Kommentar Von Michael Hörmann
24.11.2019

Das Textilmuseum in Augsburg ist ein Publikumsmagnet. Nicht jedes Museum schafft dies. Woran die Attraktion des Museums im Textilviertel festzumachen ist.

In dieser Woche hat das Textil- und Industriemuseum (tim) in Augsburg den millionsten Besucher begrüßt. Seit nahezu zehn Jahren läuft jetzt die Einrichtung. Eine kleine Inszenierung gehörte zum Jubiläum insofern dazu, da es sich gleich mal um eine komplette Schulklasse handelte, die zudem aus Italien kommt. Solche Gäste lassen sich für die mediale Vermarktung des Ereignisses natürlich besonders gut an. Ein Augsburger Museum zieht internationales Interesse an. Gäste aus dem Ausland sind jedoch eher selten. Der Großteil der Besucher kommt aus Deutschland. Darunter sind viele Schulklassen, die sich an diesem Ort über die großartige Augsburger Textilgeschichte informieren.

Das Museum, das im Textilviertel liegt, erinnert in höchst anschaulicher Weise daran, dass die Textilbranche über viele Jahrzehnte hinweg ein treibender Wirtschaftsmotor in der Stadt gewesen ist. Aus heutiger Sicht ist es kaum vorstellbar, dass noch in den 1970er-Jahren bis zu 20.000 Beschäftigte in Textilfirmen tätig waren. Diese Geschichte wird im tim lebendig. Als aktives Museum lädt die Einrichtung Jung und Alt zum Mitmachen ein.

Es ist der Verdienst der Macher des Augsburger Textilmuseums

Das tim ist zweifellos zu einer Erfolgsstory geworden. Das war anfangs in dieser Form nicht zu erwarten. Skeptiker hatten geunkt, dass wohl außer ein paar Schulklassen nur wenige Besucher den Weg in die Provinostraße finden. Dem ist nicht so. Das ist ein großer Verdienst der Macher des Museums. Eine wichtige Rolle spielt der Förderverein, in dem viele ehemalige Textilarbeiter Mitglied sind. Er sammelte nicht nur viel Geld, sondern hilft mit unschätzbarem Fachwissen. Das Engagement der „alten Textiler“ hat niemals nachgelassen. Wenn sie Besuchern mit Leidenschaft von ihrer früheren Tätigkeit berichten, ist dies stets beeindruckend.

Das Augsburger Textilmuseum liefert Stoff für eine Erfolgsstory

Seine Attraktivität verdankt das tim zudem einem abwechslungsreichen Programm. Wechselnde Sonderschauen sind auch für treue Besucher Anlass, wieder einmal vorbei zu schauen. Nicht vergessen sollte man das Lokal Nuno. Es bietet den passenden Rahmen, einen Museumsbesuch ausklingen zu lassen. Darüber hinaus ist die Verbindung Museum und angegliedertes Lokal ein Baustein, um externe Veranstalter ins tim zu bringen.

Der Valentinsempfang des Einzelhandelsverbands, von dem die Gäste jedes Jahr regelrecht schwärmen, ist ein Beispiel des gelebten Miteinanders. An diesem Wochenende – auch wenn es in diesem Fall lediglich der Samstag ist – sorgt der Textilmarkt für viel Resonanz. Das tim lebt, nichts wirkt verstaubt. Das Museum selbst ist das erste Landesmuseum in Schwaben. Es ist eine Einrichtung des Freistaats Bayern. Errichtet wurde das Museum von der Stadt Augsburg und vom Bezirk Schwaben. Eröffnet wurde es im Januar 2010. Die Vorgeschichte ist dabei weniger erfreulich als die jetzige Entwicklung. Stolze neun Jahre hatte es damals vom Gründungsbeschluss bis zur Eröffnung gedauert. Die Kosten waren im Lauf der Zeit extrem gestiegen.

Das tim hat eine fast schon unendliche Vorgeschichte

Wobei dies leicht untertrieben klingt. Mit rund 7,5 Millionen Euro hatte man anfangs für das Museum im Gebäude der Augsburger Kammgarn-Spinnerei (AKS) kalkuliert. Am Ende sollten es dann 21 Millionen Euro werden. Auch beim Standort gab es eine Änderung. Sollte das Museum anfangs in den Glaspalast einziehen, kam es letztlich in der ehemaligen Augsburger Kammgarn-Spinnerei (AKS) unter. Wer heute über Kostenmehrungen beim Umbau des Augsburger Hauptbahnhofs oder beim Staatstheater diskutiert, erkennt, dass dieses Thema in Augsburg auch in der Vergangenheit aufkochte. Im Fall des Textilmuseums gilt nach zehn Jahren Laufzeit festzuhalten, dass das investierte Geld gut angelegt gewesen ist.

Lesen Sie dazu auch: Der millionste Besucher ist eine Schulklasse

Themen folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Das könnte Sie auch interessieren