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Augsburg

09.05.2015

Das Schwabencenter in Augsburg kämpft ums Überleben

Das Schwabencenter soll umgebaut werden und mehr Verkaufsflächen bekommen. Die Eigentümer wollen die Problemimmobilie mit großen Investitionen zu einem Anziehungspunkt machen.
Bild: Silvio Wyszengrad

Für das Schwabencenter in Augsburg läuft es nicht gut. Nun soll es mit großen Investitionen umgebaut werden - und sich in einen Anziehungspunkt verwandeln.

Erste Pläne gibt es: Es sollen neue zusätzliche Einkaufsflächen geschaffen werden. Dazu ist es nötig, das vorhandene Parkhaus an der Wilhelm-Hauff-Straße abzureißen und durch einen Neubau zu ersetzen. Weniger Parkplätze, dafür mehr Ladenfläche. Das ist der Wunsch. In Zahlen ausgedrückt: Statt 17.000 Quadratmetern Verkaufsfläche sollen es 19000 werden. Von den vorhandenen 470 Stellplätzen bleiben nach diesen Vorstellungen noch 325.

Das jetzige Parkangebot sei überdimensioniert, sagen die Eigentümer. Viele Parkplätze werden nie genutzt. Bei einem möglichen Abriss des jetzigen Parkhauses wollen sie ein neues Gebäude errichten, das im Erdgeschoss zusätzliche Ladenflächen schafft und im Untergeschoss Tiefgaragenplätze.

Wenn diese Planung umgesetzt würde, hätte sie auch Auswirkungen auf den Verkehr und die Zufahrt zum Einkaufscenter. Gewünscht wird in diesem Fall eine direkte Anbindung von der Friedberger Straße aus. Um den Verkehrsfluss zu gewährleisten, wäre eine neue Ampel an der Zu- und Abfahrt notwendig.

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So sind gegenwärtig die Überlegungen. Das Projekt befindet sich im Anfangsstadium, da bei einer möglichen Umsetzung die Stadt Augsburg mitspielen muss. In der Sitzung des Bauausschusses kamen die Überlegungen erstmals zur Sprache.

Fast jeder Stadtrat schilderte persönliche Erfahrungen mit dem Schwabencenter, das Anfang der 1970er Jahre errichtet wurde. Für die gegenwärtige Situation gab es wenig schöne Worte. Von einer „Bauruine“ war die Rede.

Sorge um die Zukunft des Handels

Sorge macht man sich um die Zukunft des Handels: „Edeka hält das Einkaufszentrum am Laufen. Was wäre, wenn die auch aufhören?“ Fraktionsübergreifend herrschte die Meinung, dass das Schwabencenter in seinem jetzigen Zustand dringend einer Schönheitskur bedarf. Über das Wie gingen die Auffassungen jedoch auseinander.

Als Gegner eines groß angelegten Neubaus zeigten sich Cemal Bozoglu (Grüne) und Volker Schafitel (Freie Wähler). „Die gewünschte Ausweitung des Einzelhandels ist schädlich für die Gesamtentwicklung des Handels“, sagte Bozoglu. Schafitel hält die Planungen für überzogen. Aus seiner Sicht wäre es wünschenswert, das Center jetzt attraktiver zu machen und nicht auf eine Zukunftslösung zu hoffen.

Schwabencenter sei Zentrum des Stadtteils

Die Befürworter waren deutlich in der Mehrheit. Baureferent Gerd Merkle (CSU) betonte, dass das Schwabencenter als „ausgewiesenes Stadtteilzentrum“ eingestuft werde. Ein Umbau in großem Stil könne dem sicher mehr gerecht werden als die Ist-Situation.

Mit 10:2 Stimmen wurde beschlossen, dass das Projekt weiterverfolgt werden kann. Die Nanz-Gruppe zeigt sich bereit, ein Gutachten zu finanzieren. Es soll aufzeigen, wie sich die zusätzlich gewünschte Fachmärkte mit dem städtischen Einzelhandelskonzept vereinbaren lässt. Zuhörer der Sitzung waren Vertreter der Initiative „Wohnzimmer im Schwabencenter“.

Diese nutzt einen Leerstand, um Gelegenheit für gemeinsame Aktivitäten und das gegenseitige Kennenlernen zu schaffen. Zusammengeschlossen haben sich engagierte Bewohner im und ums Schwabencenter. Von den Investitionen in Millionenhöhe sind die Wohnungen in den Hochhäusern nicht betroffen.

Bei den Wohnungen handelt es sich großteils um Eigentumswohnungen. Das soziale Milieu ist in dieser kleinen Welt der Hochhäuser höchst unterschiedlich. Senioren, Singles, Familien mit Kindern leben dort, der Anteil der Ausländer ist hoch.

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