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Augsburg

19.08.2020

Den Augsburger Freibädern fehlen wegen Corona die Besucher

Für das kleine Lechhauser Bad gilt nach wie vor eine besondere Regelung: Es gibt zwei "Badeblöcke".
Bild: Klaus Rainer Krieger

Plus Die Folgen der Corona-Pandemie zeigen sich in der Statistik der Bäder - der Stadt fehlen nun Einnahmen. Warum es im kleinen Lechhauser Bad weiterhin eine „Putzstunde“ gibt.

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie zeigen sich auch bei den städtischen Freibädern in Augsburg. Der Besuch eines Bades ist in diesem Jahr mit Einschränkungen verbunden. Einfach mal schwimmen zu gehen, wie dies früher üblich gewesen ist, geht nicht mehr. Stattdessen ist eine Reservierung nötig. Zugleich gibt es eine Beschränkung, wie viele Personen gleichzeitig im Bad sein dürfen. Die Folgen sind an den Besucherzahlen abzulesen. Hier ein Blick auf die Lage.

Im Juli 2020 wurden im Familienbad, Bärenkellerbad und Fribbe insgesamt 41.000 Besucher registriert. Das ist ein Rückgang von fast 39 Prozent gegenüber Juli des Vorjahrs. Damals kamen 67.000 Besucher. Nicht erfasst in dieser Statistik ist das kleine Lechhauser Bad nahe der Ulrichsbrücke. Der Besuch dort ist kostenlos. Corona hat aber auch für das Lechhauser Bad unmittelbare Folgen.

Es gibt Beschränkungen in den Augsburger Freibädern

Hier gilt nach wie vor die Regelung, dass es nachmittags eine einstündige Pause gibt. Bis 14 Uhr müssen Badegäste das Bad verlassen, um 15 Uhr geht der Betrieb weiter. In den drei anderen Freibädern wurde diese „Putzstunde“ Mitte Juli abgeschafft. Dort gilt: Man muss sich weiterhin für den Besuch registrieren lassen und kann dann so lange bleiben, wie man möchte. Die Stadt hat allerdings festgelegt, dass sich nur eine bestimmte Zahl von Personen gleichzeitig im Bad aufhalten darf. Im Familienbad und Bärenkellerbad sind es jeweils 1200 Personen, im Fribbe sind 700 Gäste zugelassen. Im kleinen Lechhauser Freibad, für das kein Eintritt verlangt wird, sind es 260 Personen.

Seit mittlerweile einem Monat gilt diese Regelung, eine Änderung ist bis zum Saisonende nicht mehr zu erwarten. „Als Zwischenfazit können wir sagen, dass wir mit den Nachbesserungen von zwei auf eine Buchungszeit einen guten Weg zwischen Hygieneschutz und Badespaß geschafft haben“, betont die Stadt. Das Baden sei gegenwärtig so geregelt, dass auch die Zahl der Schwimmer in einem Becken beschränkt ist.

Was die praktischen Erfahrungen der jetzigen Regelung betrifft, versucht die Stadt, möglichst vielen Bürgern den Zutritt zu ermöglichen. Die Kassenkräfte geben bei Verlassen der Badegäste deshalb das jeweils frei werdende Kontingent wieder ins System ein. Dies alles läuft online. An manchen Tagen war es gut möglich, dass das Bad in den Morgenstunden bereits ausgebucht war, in den Nachmittagsstunden allerdings trotzdem weitere Bürger die Möglichkeit hatten, zum Schwimmen zu gehen. An den heißen Tagen waren die drei Freibäder bislang komplett belegt.

Im Lechhauser Bad ist ein Sicherheitsdienst im Einsatz

Ungewöhnlich bleibt die Situation in Lechhausen. Hier ist ein Sicherheitsdienst im Einsatz, für den die Stadt zahlt. Eintritt wird für den Besuch dieses Bads nicht erhoben. Im Bad fehlen Kassenkräfte. Da der Einlass trotzdem geregelt werden müsse, werde das Personal durch den Sicherheitsdienst unterstützt. Dieser ist bis Ende August im Einsatz. Danach schließt das Lechhauser Bad.

Badegäste fragen sich auch, warum es in Lechhausen noch eine „Putzstunde“ gibt, denn mancher Gast würde gerne den ganzen Tag ohne Unterbrechung bleiben. Die Stadt dagegen argumentiert mit den gängigen Corona-Hygieneregeln: Im Freibad Lechhausen mussten die „Badeblöcke“ beibehalten werden, da in der Zwischenzeit mit dem vorhandenen Personal das Bad gereinigt werden muss.

Die Badesaison in den Augsburger Freibädern läuft noch bis Mitte September. Nicht nur die Zahlen aus dem Juli deuten darauf hin, dass es im Jahr 2020 wegen der Corona-Pandemie einen starken Besucherrückgang geben wird. Dies wird sich auch auf der Einnahmenseite der Stadt bemerkbar machen.

Im Jahr 2019 kamen fast 250.000 Besucher

Im Jahr 2019 beliefen sich die Einnahmen aus der Badesaison auf 440.000 Euro. Es kamen fast 250.000 Besucher. Der Vergleich zu diesem Jahr hinkt auch deshalb, weil die Badesaison später startete: Die Corona-Pandemie hatte den geplanten Start am 9. Mai ausgebremst. Eine Änderung gab es aus dem gleichen Grund auch im Tarifsystem der städtischen Freibäder: Erwachsene bezahlen in diesem Jahr drei Euro. Vor Corona lag der Preis bei 3,70 Euro.

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