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Hitze

06.08.2015

Der Kampf gegen das Fischsterben in Augsburgs Flüssen

Die Wertach ist bei den momentanen Temperaturen ein perfektes Naherholungsgebiet für Badegäste. Unter der Wasseroberfläche fehlt den Fischen langsam der Sauerstoff.
Bild: Peter Fastl

Die sommerlichen Temperaturen machen auch den Fischen zu schaffen: Bei Hitze wird der Sauerstoff im Wasser knapp. In Augsburg hat ein Renaturierungsprojekt erste Erfolge gebracht.

„Aufgrund der Gletscherspeisung handelt es sich beim Lech eher um einen kalten Fluss“, sagt Johannes Schnell vom Landesfischereiverband Bayern. Dies komme dem Fischbestand in den heißen Tagen zwar zugute. Gefahr lauert aber von anderer Seite. „Im Bereich der Staustufen erwärmt sich das Wasser dort natürlich wesentlicher stärker“, erklärt Schnell.

Dieses Problem gebe es auch an den vielen anderen Flüssen. „Wir haben rund 100.000 Kilometer Fließgewässer in Bayern und allein 30.000 kartierte Querbauwerke“, sagt Schnell. Fachleute würden sogar von bis zu 70.000 Bauwerken, also Staustufen, Wehren und Ähnlichem ausgehen. „Umgerechnet wird also etwa alle 1,4 Kilometer das Wasser gestaut“, so Schnell. Dort steigt dann die Temperatur, zudem findet der Fisch keine Ausweichmöglichkeiten, um sich etwa an schattigen Plätzen zu erfrischen.

Hitze macht Fische in Zuchtteichen zu schaffen

Erhöht sich die Wassertemperatur, steigt bei Fischen auch die Stoffwechselleistung. Doch je wärmer das Wasser wird, desto weniger Sauerstoff kann der Fisch aufnehmen. Atemnot ist die Folge, er kollabiert und verendet.

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Entspannter ist laut Fischereiverband die Situation an der renaturierten Wertach. „Das Projekt ,Wertach vital‘ ist gut geglückt“, lobt Schnell. Hier sind unter anderem durch die Uferausweitungen schattige Plätzchen vorhanden, das fließende Wasser wird durch Kiesbänke verwirbelt und frische Luft strömt ins Wasser.

Kritisch ist die Lage zurzeit aber in den vielen Zuchtteichen der Vereine. Hier steht das Wasser überwiegend. Sogenannte Schaufelradbelüfter durchmischen daher wie ein großer Mixer das Wasser und bringen so mehr Sauerstoff ein.

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