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Herbstplärrer 2019

05.09.2019

Der Volksfest-Check: Wie teuer ist der Plärrer wirklich?

Auf dem Plärrer kann man vieles erleben – ein Besuch des Riesenrades zum Beispiel gehört für viele Besucher dazu.
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Auf dem Plärrer kann man vieles erleben – ein Besuch des Riesenrades zum Beispiel gehört für viele Besucher dazu.
Bild: Silvio Wyszengrad

Plus Wer das Volksfest in Augsburg besucht, kann viel Geld ausgeben – aber man kann auch günstig wegkommen, wenn man darauf Wert legt. Wir haben einige Routen durchgerechnet.

Es ist durchaus möglich, auf dem Plärrer halbwegs günstig wegzukommen. Wer zum Beispiel beim diesjährigen Herbst-Plärrer zum Familientag da war, zahlte für Fahrgeschäfte oft deutlich weniger als üblich: Eine Fahrt im Ketten-Karussell für 2,50 Euro, eine Fahrt im Riesen-Rad für 3,50 Euro, das geht alles noch. Es ist allerdings auch durchaus möglich, sehr viel Geld auf dem Volksfest liegen zu lassen. Vor allem dann, wenn man sich eine ganze Reihe von Attraktionen vornimmt, etwas essen will und vielleicht noch das ein oder andere Bier dazu trinkt. Wir haben ein paar mögliche Szenarien für Plärrerbesuche zusammengestellt.

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Das Feierbiest: Nennen wir ihn Marko, unseren fiktiven Protagonisten. Ein junger Student aus Augsburg, 20 Jahre alt. Er hat zwar seit diesem Semester einen Nebenjob, aber nicht wirklich viel Geld zur Verfügung. Sein Ziel ist letztlich das Schaller-Zelt, Marko ist dort mit ein paar Freunden verabredet. Er nimmt sich wie immer vor, dass nach zwei Maß Bier Schluss ist, am nächsten Tag hat er schließlich noch etwas zu tun. Er geht über den Eingang in der Langenmantelstraße auf den Plärrer, hat plötzlich Lust auf einen Schoko-Früchtespieß in der Bude gleich links und zahlt seine ersten 4 Euro an diesem Abend. An der Doppelbock-Alm sieht er ein Schild mit dem Hinweis auf Cocktails, überlegt kurz, trifft dann aber auf einen Kumpel, der ihn überredet, kurz noch mal Riesenrad zu fahren vorm Zeltbesuch. Hat Marko lange nicht gemacht, findet die Idee gut und zahlt 5 Euro für die Fahrt.

Herbstplärrer 2019: Wie teuer ist es wirklich?

Da noch Zeit ist, machen die beiden einen kleinen Umweg, gehen Richtung Leopardenspur und bleiben an einem Schießstand hängen: 100 Schuss. Marko gewinnt einen kleinen Plüschhasen, ist aber weitere 4 Euro los. Nun geht es aber wirklich ins Zelt, die Kumpels warten schon. Um nicht auf leeren Magen zu trinken, bestellt Marko Currywurst mit Pommes für 7,50 Euro. Dann wird der Abend lang, die Band heizt ein, die Stimmung ist gut. Marko trinkt dann doch drei Maß Bier für je 9,30 Euro, auch wenn sein Budget eigentlich bereits vor dem Zeltbesuch so gut wie ausgereizt war und er so viel Bier eigentlich auch nicht verträgt. Er vergisst das Trinkgeld und wankt nach Hause, der Abend hat ihn insgesamt 48,40 Euro gekostet.

Viele Besucher des Volksfestes kommen auch, um an den Ständen Süßes zu kaufen, etwa diese Lebkuchenherzen.

Der Adrenalin-Junkie: Manche Plärrerbesucher interessieren sich für möglichst spektakuläre und aufregende Karusselle. Allzu viel ist da zu diesem Herbstplärrer im Vergleich zu vorherigen Ausgaben des Volksfestes, als es Attraktionen wie "Hangover The Tower" und "Apollo 13" gab, nicht einmal geboten – wer will, kommt aber sicher immer noch auf seine Kosten. Zum Beispiel mit der Achterbahn "Euro-Coaster" direkt am Eingang der Langenmantelstraße,die fünf Euro kostet. Wild geht es auch beim Fahrgeschäft "Break-Dance" zu, gleich neben dem Schaller-Zelt. Eine Fahrt kostet hier vier Euro.

Zuletzt kann man sich noch in die Riesenschaukel "Best XXL" setzen. Wer mitmacht, wird in einer rotierenden Gondel in einer Höhe von etwa 45 Meter und einer Geschwindigkeit von bis zu 120 Stundenkilometern geschaukelt und zahlt fünf Euro dafür. Nach drei solcher Erlebnisse in Folge hat auch der Adrenalin-Junkie in unserer Berechnung erst einmal genug. Er geht zu einem Crêpes-Stand gegenüber und holt für sich und seine Begleitung ein Crêpe mit Nutella und Banane sowie ein Baumstriezel und zahlt für beides zusammen 9,50 Euro. Er hat noch Durst, sucht sich nach all der Aufregung ein ruhigeres Eck und trinkt im Almdorf noch eine Halbe für 4 Euro. Macht 27,50 Euro, die er ausgegeben hat.

Beliebt, aber nicht ganz günstig: Wer in einer der großen Festzelte eine Maß Bier trinken will, zahlt dafür über neun Euro.

Die Familie: Sie sind eine wichtige Zielgruppe für die Schausteller auf dem Plärrer: Familien. Für unseren Rundgang gehen wir von einer Familie aus, wie es sie in Augsburg oft gibt. Mama, Papa, Sohn (9 Jahre) und Tochter (6). Weil ein Plärrerbesuch mit vier Personen ins Geld gehen kann, geht die Familie gezielt am Familientag auf das Volksfest. Immer mittwochs bieten die Schausteller und Wirte ermäßigte Preise an. Die einen bis 18 Uhr, andere sogar bis 20 Uhr. Wir starten am hinteren Plärrereingang beim Familienbad, weil da nicht ganz so viel los ist. Die Sechsjährige will natürlich sofort mit dem Kinderkarussell von Michael Lutzenberger fahren, das gleich an der Ecke steht. Der Neunjährige ist zwar schon etwas groß dafür – aber Zuschauen will er auch nicht. Und weil eine Runde schnell vorbei ist, kauft der Familienvater vier Fahrchips zum Preis von sechs Euro. Danach geht es zum Autoscooter von Edmund Diebold. Papa und Sohn

Einige Fahrgeschäfte kosten um die fünf Euro – wer aber zum Beispiel zum Familientag den Plärrer besuchte, zahlt deutlich weniger.

fahren zusammen, ebenso Mama und Tochter – Männer gegen Frauen sozusagen. Damit es für vier Runden reicht, kauft die Mutter gleich acht Chips für zehn Euro. Der "Break Dance" mit seinen wild drehenden Gondeln ist nichts für Angsthasen. Das ist eine Sache für Mutter und Sohn. Sie zahlen für die Fahrt jeweils 2,50 Euro. Vater und –Tochter lassen sich dafür in der Leopardenspur durchpusten, auch für je 2,50 Euro.

Danach geht es in den Biergarten. Die Kinder essen Pommes (je Portion 2,80 Euro) und trinken ein Apfelschorle (je 3,10 Euro pro 0,4 Liter). Die Eltern teilen sich ein halbes Hendl mit Semmel (7,80 Euro) und eine ermäßigte Maß Bier für 6,80 Euro. Dann neigt sich der Plärrerbesuch schon dem Ende zu. Zuvor werden aber noch zehn Lose für vier Euro beim "Glückshafen" gekauft, der Losbude des Roten Kreuzes. Am Ende reichen die Punkte zwar nur für einen glitzernden Plastik-Zauberstab – aber dafür fließt das Geld in einen guten Zweck. Zum Abschluss setzt sich die ganze Familie noch in die Achterbahn "Euro Coaster" – für drei Euro pro Nase. Macht am Ende eines ausführlichen Plärrerbesuchs dann insgesamt 62,20 Euro.

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