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Alkohol

26.03.2011

Die Bierwerbung bleibt

Der Stadtrat hat mit großer Mehrheit entschieden: Die Bierwerbung auf den Augsburger Straßenbahnen wird nicht verboten. Mehrere heimische Brauereien nutzen die Tram als Werbefläche.
Bild: Foto: Silvio Wyszengrad

Stadtrat will kein Verbot auf Trams. Bei der Regelung, wie der nächtliche Verkauf an Tankstellen eingeschränkt werden könnte, wird Freistaat in die Pflicht genommen

Straßenbahnen mit Bierwerbung werden auch künftig durch Augsburg fahren. Das hat der Stadtrat mit großer Mehrheit entschieden. Ein Werbeverbot, das als Beitrag zur Vorbeugung von Alkoholmissbrauch zur Diskussion stand, sei überzogen, hieß es in der Begründung. Für das Werbeverbot votierten die Grünen und CSU-Stadtrat Erwin Gerblinger.

Ähnlich wie das Verbot von Bierwerbung auf Trams hatte eine andere Idee, wie die Stadt selbst einen Beitrag zur Prävention von Alkoholmissbrauch leisten könnte, für Gesprächsstoff gesorgt. Soll bei Rathausempfängen auf den Ausschank von Alkohol verzichtet werden? Die Antwort der Stadträte ist eindeutig, wenngleich es noch keinen Beschluss gibt: Wenn es etwas zu feiern gibt, werden weiterhin Bier, Sekt und Wein aufgetischt. OB Kurt Gribl warnte vor überzogenen Maßnahmen. Er sagte: „Wir brauchen Entscheidungen mit Maß und Ziel.“

Die Politik war sich einig, dass speziell der Alkoholmissbrauch bei Jugendlichen ein sehr ernst zu nehmendes Problem sei. Ein wirkungsvoller Schritt, um den Zugang zum Kauf von Alkohol zu erschweren, sei ein nächtliches Verkaufsverbot an Tankstellen. Die Stadträte begrüßen ein solches Verbot prinzipiell, sehen aber dafür die Landesregierung in der Pflicht. „Wir brauchen dazu eine politische Regelung auf Landesebene“, sagte Referent Rainer Schaal.

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Stadtrat Volker Ullrich (CSU), der designierte Ordnungsreferent, könnte sich vorstellen, dass Augsburg einen Sonderweg geht, „um die Nachschubwege für Alkohol abzuschneiden“. Problem: Was würde es nützen, wenn nachts im Stadtgebiet an Tankstellen kein Alkohol verkauft werden dürfte und auswärtige Tankstellen nicht an diese verschärfte Regelung gehalten sind?

Bei aller Ernsthaftigkeit, mit der das Thema „Alkoholmissbrauch“ behandelt wurde, gab es eine scherzhafte Aussage, die im gesamten Plenum für sehr große Heiterkeit sorgte. Susanne Fischer (SPD) traf offenbar den Nerv ihrer Stadtratskollegen.

Scherzhafter Kommentar sorgt für Gelächter

Fischer nahm Bezug auf die Empfänge der Stadt, bei denen Wein und Bier ausgeschenkt werden. Sie schickte voraus, dass der Kommentar sich keineswegs gegen die amtierende Stadtregierung richte: „Bestimmte Empfänge sind ohne Alkohol nicht zu ertragen.“

Bei den Stadtratssitzungen wird übrigens Kaffee, Wasser, Orangensaft und Apfelsaft ausgeschenkt.

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