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Augsburg

01.08.2018

Die Karolinenstraße in Augsburg wird zum Sorgenkind

Der Blick von oben auf die Karolinenstraße in Richtung Dom. Mittlerweile zählt die Straße zu den Problemzonen der Stadt. Viele Geschäfte mussten bereits schließen.
Bild: Silvio Wyszengrad

Der Augsburger Handel schlägt Alarm: Die Karolinenstraße macht den Geschäftsleuten Sorge. Ein Millionenprojekt der Stadt ist ihnen dagegen weniger wichtig.

Die heimische Geschäftswelt beschreitet einen neuen Kurs in eigener Sache. Erstmals legen Handel und Wirtschaft eine Prioritätenliste vor, in der sie klar machen, wo es aus ihrer Sicht gut läuft und auf welchen Feldern sie akuten Handlungsbedarf in Augsburg sehen. Gesagt wird ferner, wo die Geschäftswelt damit leben könnte, wenn vorerst nichts passiert.

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Ein Millionenprojekt wird explizit genannt: der Fuggerboulevard, der die Fuggerstraße vom Königsplatz bis zum Theater aufwerten soll. „Dies ist aus unserer Sicht absolut nachrangig zu verfolgen“, sagen Marcus Vorwohlt, Sebastian Priller und Ulrich Mayer gegenüber unserer Redaktion. Dass Spitzenvertreter des Handels und der Wirtschaft sich zur Lage der Stadt zu Wort melden, ist nicht ungewöhnlich.

Dies haben sie in der Vergangenheit wiederholt getan. Zumeist folgten Wünsche und Forderungen an die Adresse der Politik. Jetzt wird eine abgestimmte Stellungnahme des innerstädtischen Gewerbes präsentiert.

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Millionen für den Fuggerboulevard

Daher wird die Fuggerstraße zum Diskussionsobjekt: Die Stadt möchte sie nach jetzigem Stand zum Fuggerboulevard gestalten. Vereinfacht gesagt, soll der Straßenzug optisch attraktiver gestaltet werden. Millionen werden dafür ausgegeben. Sollte das Geld vom Stadtrat freigegeben werden, könnte laut Baureferent Gerd Merkle mit den Arbeiten im Jahr 2020 begonnen werden.

Die Fertigstellung ist für Anfang 2024 angestrebt. Die Fuggerstraße soll zur Flaniermeile gestaltet werden. Die Planung ist bekannt und ist vorerst losgelöst von der Diskussion um eine mögliche Tiefgarage in der Fuggerstraße zu bewerten. Ignaz Walter, früherer Baukonzernchef, hat dieses Projekt ins Spiel gebracht. Geht es nach Walter, könnten hier 700 Stellplätze entstehen.

Aus der Fuggerstraße soll der Fuggerboulevard werden. Die Stadt will dafür Millionen ausgeben.
Bild: Bernhard Weizenegger

Wenn es um die Zukunft des innerstädtischen Handels gehe, benennen die Wirtschaftsvertreter andere Felder als den Fuggerboulevard, die zügig angepackt werden müssten: Es geht um Einführung eines funktionierenden dynamischen Parkleitsystems, das Autofahrer zielgericht durch die Innenstadt lotst.

Zu den Problemzonen der Innenstadt gehört die Karolinenstraße

Wahrnehmbar für Passanten ist die nachlassende Attraktivität der Karolinenstraße. Eine Ihle-Filiale ist schon länger weg, die Stadtsparkasse hat vor Kurzem ihre Geschäftsstelle aufgegeben. „Die Karolinenstraße als Einfallstor zum Rathaus fällt ab“, sagt Marcus Vorwohlt, Chef des Modehauses Rübsamen, das in der Karolinenstraße sitzt. Vorwohlt ist Vorstandsmitglied im Augsburger Gremium der Industrie- und Handelskammer (IHK).

Dass Kollegen anderer Verbänden Vorwohlt einen Gefallen tun wollen, wenn die Karolinenstraße als „Sorgenkind“ bezeichnet werde, verneinen Priller und Mayer. „Die von uns ausgearbeitete Liste beinhaltet eben genau diese Punkte, die von einem größeren Kreis als wichtig erachtet werden“, sagt Priller, Chef der Brauerei Riegele und Vorsitzender des Vereins City Initiative Augsburg (CIA).

Mayer ist Chef des Geschäfts „No 7“ in der Steingasse, die vom Rathausplatz abzweigt. Als Vorsitzender des Innenstadtgewerbebeirats wisse er um die Problemzonen der Innenstadt, dazu gehöre die Karolinenstraße. Auch die Karlstraße sei nicht besonders einladend. Wenig erfreulich sei gegenwärtig die Situation des Bereichs der Annastraße, der nahe der Karlstraße liegt.

Der Ortswechsel von „Rituals“ sei ein Indiz für diese Einschätzung. Für die Vertreter des Handels hängt die nicht erfreuliche Entwicklung der Annastraße mit der Hängepartie um das seit Jahren leer stehende Woolworth-Gebäude zusammen. Das Modehaus Peek&Cloppenburg plant, sich hier anzusiedeln. Baulich ist nach wie vor nichts passiert. Meyer legt sich fest: „Sollte P&C kommen, wird es spätestens fünf Jahre später eine riesige Belebung im Umfeld geben.“

Wo kann Augsburg punkten?

Es gebe Beispiele, mit denen die Einkaufsstadt attraktiver würde und somit auch in der Außendarstellung optisch stärker punkten könnte, sagen die Wirtschaftsvertreter. „Warum ist es nicht möglich, dass Privatgebäude am Abend beleuchtet werden?“, fragt Priller. Die Spitzenvertreter des Handels sagen, man stehe mit der Politik in engem Austausch: „Aus unserer Sicht weiß die Politik aber nun, welche Dinge der Wirtschaft wichtig sind.“

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

01.08.2018

Die Karolinenstraße präsentiert sich seit ich sie bewusst wahrnehme so wie sie jetzt ist und das ist seit 40 Jahren! Sie ist jetzt nicht besser und nicht schlechter. Der Wegzug einer Ihlefiliale, die wegen der Konkurrenz direkt gegenüber (Balletshofer) wohl nicht das erwünschte Geschäft im Verhältnis zur hohen Pacht gemacht hat und die Schließung einer Sparkassenfiliale, die immer schon höchst überflüssig erschien, da ja 150 m weiter am Rathausplatz eine große ist, ist nicht geeignet die Wahrnehmung der Einzelhändler zu bestätigen. Hat ja keiner was dagegen, dieses "Einfallstor" zum Rathausplatz attraktiver zu gestalten, aber warum muss man mit Fake-News arbeiten?

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01.08.2018

Witzig finde ich ja den Vorschlag mit der Beleuchtung. Klar, der sinkende Absatz liegt daran, dass die Leute spät Abends/Nachts den Laden nicht wieder erkennen. Ist ja in Augsburg auch immer so finster, z. B. in der Karolinenstraße...

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31.07.2018

>> Wahrnehmbar für Passanten ist die nachlassende Attraktivität der Karolinenstraße. Eine Ihle-Filiale ist schon länger weg, die Stadtsparkasse hat vor Kurzem ihre Geschäftsstelle aufgegeben. „Die Karolinenstraße als Einfallstor zum Rathaus fällt ab“, sagt Marcus Vorwohlt, Chef des Modehauses Rübsamen, das in der Karolinenstraße sitzt. <<

Fällt ab wegen Ihle?

Und die nächste Sparkasse ist am Rathausplatz - ja was fällt den da ab?

>> Auch die Karlstraße sei nicht besonders einladend. <<

Ihr Einzelhandelstypen wolltet den Autoverkehr, also jammert jetzt nicht. Vor 10 Jahren hat es die Chance für Veränderungen gegeben - jetzt ist die Karlstraße als zentrale Ost-West Achse weiter etabliert.

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31.07.2018

Ausweitung Fußgängerzone JETZT!

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