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Augsburg

26.04.2019

Die Sanierung des Mozarthauses wird viel teurer als geplant

Das Geburtshaus Leopold Mozarts wird derzeit saniert.
Bild: Silvio Wyszengrad

Die Stadt will das Geburtshaus von Mozarts Vater neu konzipieren. Der Brandschutz und andere Dinge treiben nun die Kosten in die Höhe.

300 Jahre alt wäre Leopold Mozart am 14. November geworden, und weil er ein gebürtiger Augsburger war, möchte die Stadt ihren berühmten Bürger ehren: Das Geburtshaus des Musikers in der Frauentorstraße wird saniert, die Ausstellung neu aufgestellt. Rechtzeitig zum Geburtstag im Herbst soll alles fertig sein. Dieser Zeitplan ist laut Kulturreferent Thomas Weitzel wohl auch zu halten. Nur: Die Kosten für den Umbau des kleinen roten Häuschens sind inzwischen auf fast das Doppelte gestiegen.

Der Kulturausschuss hatte sich im Januar 2018 für eine Sanierung zum Mozart-Jubiläumsjahr ausgesprochen. Rund 564.000 Euro, hieß es damals, werde die Maßnahme kosten. 300.000 Euro wollte die Stadt übernehmen, der Rest sollte an Fördermitteln fließen. So steht es auch noch immer auf der Internetseite des Mozarthauses, auf der die Stadt die Neuerungen erläutert.

In einer Sitzung der Sparkassenstiftung, die den Umbau finanziell unterstützt, war diese Woche nun von einer anderen Summe die Rede: Die neue Kostenkalkulation geht von 926.000 Euro aus – und damit noch einmal von gut 220.000 Euro mehr, als den Stadträten bei einer Sitzung im Dezember kommuniziert wurden.

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Mozarthaus: Ein Grund für die hohen Kosten ist der Brandschutz

Kulturreferent Weitzel begründet diese Entwicklung unter anderem mit dem Brandschutz: Die bisherige Küche im Erdgeschoss werde künftig als barrierefreie Ausstellungsfläche ausgewiesen, das ehemalige Büro der Deutschen Mozartgesellschaft im zweiten Stock wird zum Aktivraum. Damit ändert sich nicht nur die Nutzung dieser Räume, es ändern sich auch die Anforderungen an den Brandschutz. Weil es bislang keinen zweiten Fluchtweg gab, muss auch dieser nachträglich eingebaut werden – und zwar so, dass er den Anforderungen des Denkmalschutzes entspricht: Die Fluchttreppe wird über zwei Stockwerke und dann hinaus in den Garten geführt. Eine notwendige Erneuerung der Elektrik mit eingeschlossen, hätten sich die Kosten nach oben entwickelt, so Weitzel.

Die Stadt wird anstatt der ursprünglich geplanten 300.000 Euro nun 662.000 Euro für die Sanierung und die Neugestaltung der Ausstellung aufwenden müssen. Gedeckt sei diese Summe allerdings, da die Stadt laut Weitzel von Anfang an einen Puffer eingebaut habe. Finanziert wird die Sanierung über eine Haushaltsstelle, die extra fürs Mozartjubiläum eingerichtet wurde. Von der Landesstelle für nichtstaatliche Museen werden laut Weitzel mindestens 264.000 Euro fließen.

Das Mozarthaus war zuletzt 2006 saniert und neu eröffnet worden. Künftig soll die Ausstellung stärker auf das Leben Leopold Mozarts eingehen – mit all seinen Schatten- und Sonnenseiten. Die Schau soll künftig auch interaktiver gestaltet sein, so dass sie auch jüngeren Besuchern Spaß macht.

Augsburg: Auch das Brechthaus dürfte ähnlich teuer werden

Ist diese Sanierung des Mozarthauses abgeschlossen, wird sich die Stadt bald an ein neues machen müssen. Denn auch das Geburtshaus von Bert Brecht in der Augsburger Altstadt ist sanierungsbedürftig. Schon jetzt zeichnen sich laut Kulturreferent Thomas Weitzel dort ähnliche Entwicklungen ab, was den Brandschutz und die Fluchtwege betrifft.

Das Brechthaus muss bald saniert werden.
Bild: Wagner (Archiv)

Und auch hier werden Räume umgenutzt werden: Eine Wohnung in einem der oberen Stockwerke soll künftig in die Ausstellung einbezogen werden. Weitzel rechnet mit ähnlich hohen Kosten wie fürs Mozarthaus. Obwohl die Sanierung erst 2020 angegangen werden soll, ist der bisherige Mieter bereits aus dem Brechthaus ausgezogen.

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