Newsticker

Spanien verhängt erneut Notstand und Ausgangssperre

Augsburg

25.05.2015

Die gelbe Gefahr

Interessengemeinschaft Zwölf-Apostel-Platz kämpft in Hochzoll plakativ für die versprochene Renovierung

Von Andreas Alt

 Seit einigen Tagen leuchtet der Zwölf-Apostel-Platz neongelb. Die auf den Boden gesprühten Linien dienen aber nicht der Verschönerung, sondern sollen auf Schäden und Gefahren aufmerksam machen: Unterschiedlich hohe Steinplatten, abgesenkte Bereiche, in denen sich Regenwasser sammelt, Schlaglöcher und abgesprengte Ecken an Treppenstufen. Für Besucher des Platzes ist all das jetzt unübersehbar.

Die Interessengemeinschaft Zwölf-Apostel-Platz hat zu dieser Maßnahme gegriffen, nachdem Oberbürgermeister Kurt Gribl klargestellt hatte, dass die schon seit vier Jahren geplante Renovierung des Platzes in diesem Jahr wohl nicht mehr beginnen kann (wir berichteten). Vorsitzender Richard Ziegelmeier mag nicht länger warten. Es habe bereits Stürze gegeben, und weil der Platz zunehmend verkomme, würden die Kunden weniger. Der benachbarte Supermarkt merke es „gewaltig“, und die Pizzeria habe kürzlich geschlossen.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.
Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Auch bei den Besuchern auf dem Platz herrscht Unmut. Brigitte Schärtel, die gerade mit ihrer Bekannten Ursula Riesinger vor der Bäckerei einen Kaffee trinkt, sieht vor allem bei den Treppenstufen Sturzgefahr. Riesinger bekräftigt: „Es wäre nicht schlecht, wenn der Platz hergerichtet würde.“ Ein 75-jähriger Hochzoller, der etwas entfernt auf einer Bank sitzt, findet, der Platz sei vernachlässigt worden: „Es wird Zeit, dass hier etwas gemacht wird.“

Obst- und Gemüsehändler Josef Pfaffenzeller, der regelmäßig einen Stand auf dem Wochenmarkt hat, wartet ungeduldig darauf, dass sich dieser Markt ausdehnen kann. Mit der Pfarrei sei schon alles besprochen. Das habe aber erst Sinn, wenn der Platz renoviert sei. „Am Umsatz merken wir’s noch nicht“, sagt er, „es kommen auch Friedberger hierher. Aber der Platz ist kein schöner Anblick, er hat kein Ambiente.“ Allerdings hält er es für nicht richtig, mit gelber Farbe zu sprühen; der Platz gehöre doch der Stadt.

„Die Stadt kann sich gern an mich wenden“, versetzt Ziegelmeier wütend. „Wir wollen auf die Schäden hinweisen und unsere Kunden schützen.“ Eine Frau habe sich bei einem Sturz an einem Schlagloch verletzt, berichtet er. Dazu habe die Versicherung geschrieben, die Mängel lägen noch „im Toleranzbereich“. Aber drei Tage später sei das Loch zugeteert worden.

Stadtbaurat Gerd Merkle reagiert auf Anfrage unserer Zeitung auf die Aktion zurückhaltend. Sie sei mit der Stadtverwaltung nicht abgesprochen; weiter will er sie nicht bewerten. Er betont aber, ihm sei nichts von Stürzen im Kausalzusammenhang mit dem Zustand des Platzes bekannt. Das Tiefbauamt werde ihn aber verstärkt im Auge behalten und, wenn nötig, Sicherungsmaßnahmen ergreifen. Abgesehen davon wären aber provisorische Reparaturen nicht wirtschaftlich.

Stadtrat Max Weinkamm steht in hohem Ansehen, weil er sich unermüdlich für den Zwölf-Apostel-Platz einsetzt, wirbt aber auf Anfrage zunächst um Verständnis für die Stadt: Trotz Zuschüssen und Anliegerbeiträgen müsse sie zunächst 1,5 Millionen Euro finanzieren, und das Geld sei nicht da. Dennoch findet er die Sprühaktion völlig richtig. Wenn die Stadt wieder freie Mittel habe, gebe es gleich viele konkurrierende Projekte. „Deshalb dürfen wir nicht locker lassen. Irgendwann sagt der OB: Jetzt macht’s halt endlich.“

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren