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Augsburger Szeneleben

28.03.2013

Die stillen Feiertage sind nicht mehr ganz so leise

Das Tanzverbot gilt an Karfreitag 24 Stunden. Deshalb öffnet an diesem Tag so gut wie kein Klubbetreiber. Dafür geht am Ostersonntag die Post ab.
Bild: Archiv

Neuregelung ist im Landtag noch nicht verabschiedet, wird aber in Augsburg seit Allerheiligen praktiziert. Der Karfreitag steht nach wie vor unter besonderem Schutz

Von Miriam Zissler

Zehn stille Feiertage gibt es im Jahresverlauf, an Ostern kommen sie geballt: Demnach genießen Gründonnerstag, Karfreitag und Karsamstag einen besonderen Schutz, beispielsweise durch Tanzverbot. Der Schutz wird in Bayern gelockert. Mit der Neuregelung – die noch im Landtag verabschiedet werden muss – darf dann in den Nächten vor einem stillen Feiertag in Klubs und Gaststätten zwei Stunden länger getanzt werden: bis zwei Uhr morgens.

In Augsburg wird die neue Handhabe bereits seit Allerheiligen angewandt. Das kommt in der Szene gut an. „Ich finde grundsätzlich jede Lockerung gut, denn ob jemand weggeht oder nicht, sollte einem nicht vorgeschrieben werden, sondern sich selber überlassen sein“, sagt Georg Krauß vom Schwarzen Schaf. DJ Stefan Sieber sieht das genauso: „Auf der einen Seite leben wir in einer multikulturellen Gesellschaft, auf der anderen Seite schreiben uns die Katholiken vor, wann wir zu feiern haben. Ich finde diese Bevormundung nicht zeitgemäß.“

Auf dem Rathausplatz findet diesbezüglich am heutigen Donnerstag von 14 bis 18 Uhr eine Aktion der Giordano-Bruno-Stiftung statt. „Ich lass Dich beten – lass Du mich tanzen!“ lautet das Motto der Stiftung, die dort durch ihre Augsburger Regionalgruppe vertreten sein wird. „Die Gesetzgebung passt nicht mehr ins 21. Jahrhundert“, so Sprecher David Farago, der heute 20 kostenfreie Kirchenaustritte sponsert.

Trotz gelockerter Regelung gibt es Ausnahmen, wie beispielsweise an Karfreitag. „Der gilt weiterhin als besonders geschützt“, so Ordnungsreferent Volker Ullrich. Hier gibt es nach wie vor keinen Toleranzbereich – es herrscht absolutes Tanz- und Musikverbot. Während von Mittwoch auf den heutigen Gründonnerstag noch bis um 2 Uhr gefeiert werden durfte, ist heute Abend um 24 Uhr Zapfenstreich. „Die Einhaltung dieser Regelung wird auch am Karfreitag von der Polizei kontrolliert. Es gilt 24 Stunden“, so Ullrich. Das Verbot ist ein Grund, warum die meisten Klubs an diesem Tag gar nicht erst öffnen. In der Nacht von Karsamstag auf Ostersonntag kann dann wieder ab 24 Uhr auf der Tanzfläche Gas gegeben werden. Und dann kann einiges nachgeholt werden: Denn der Ostersonntag hat sich bei Klubs und Diskotheken immer mehr als Partyabend etabliert, zahlreiche Veranstaltungen sind hier auch in Augsburg geboten. Ein Überblick.

 Im Ostwerk treten am heutigen Donnerstag, ab 19 Uhr, fünf Bands um den Titel „Band des Jahres“ an.

„Planet Rock“ heißt es am Karsamstag in der Rockfabrik. Los geht es um 21 Uhr.

In der Kantine kommen ab 22 Uhr Fans der beliebten „Titti-Twister“-Party auf ihre Kosten. Im Schwimmbad wird ab 23 Uhr Electro-Swing aufgelegt.

Ebenfalls ein beliebtes Format feiert am Samstag im Schwarzen Schaf Sechsjähriges: Forza Electronica mit Daniel Bortz. Visuals von Michael Titze. Um 23 Uhr geht es los.

Im Ostwerk heißt es ab 21 Uhr „Lost in Music“.

In der Rockfabrik heißt es am Sonntag ab 21 Uhr „Thank God its Eastersunday“.

Fame meets Lovepop findet erstmals gemeinsam am Sonntag, ab 23 Uhr, im Kesselhaus statt.

Die Viva La Bad Taste-Osterhasenedition geht am Sonntag ab 22 Uhr in der Mahagoni Bar an den Start.

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