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07.12.2019

Diese Instagrammer zeigen Augsburg aus ungewöhnlichen Perspektiven

#augsburg: Auf Instagram finden sich zahlreiche Accounts, die mehr zu bieten haben als Fotos von den typischen Touri-Hotspots der Fuggerstadt.
Bild: Marina Mengele

Neben Hochglanzbildern von Perlachturm, Fuggerei oder dem Hochablass finden sich auf Instagram auch Accounts, die Augsburg aus ungewöhnlichen Blickwinkeln betrachten.

Wer auf Instagram nach #augsburg sucht, findet Bilder vom weihnachtlich geschmückten Rathausplatz, dem prunkvollen Goldenen Saal, der nächtlich erleuchteten Maxstraße oder vom Hotelturm, dessen Spitze im Nebel verschwindet. Die klassischen Augsburg-Ansichten halt.

Wer auf Instagram nach #augsburg sucht, stößt aber auch auf Accounts, die Augsburg aus ganz ungewöhnlichen Perspektiven zeigen. Wir stellen einige davon vor.

Augsburg in Ölgemälden

Wer über einen Post von Georg Wirnharter stolpert, der könnte auf den ersten Blick meinen, dass es sich um eine Fotografie aus dem Augsburger Stadtleben handelt. Erst bei genauerem Hinschauen zeigt sich: Was fotorealistisch aussieht, ist in Wirklichkeit ein Ölgemälde.

Die Gemälde sind aber alle anhand von Fotografien entstanden. "Ich habe nie eine Leinwand in der Stadt aufgebaut. Das wäre mir lästig, wenn alle stehen bleiben und Kommentare abgeben", sagt Wirnharter. Der pensionierte Kunstlehrer war früher jeden Tag in der Innenstadt unterwegs und zog in seinen Freistunden oder in der Mittagspause mit der Kamera los. Bis heute hält er die Ergebnisse in Ölbildern fest.

Auf Instagram ist Georg Wirnharter aber erst seit wenigen Monaten aktiv. "Ich bin durch meinen Sohn darauf gekommen", sagt er im Gespräch. "Der hat gesagt, es macht keinen Sinn, meine ganzen Bilder zu horten. Ich solle mal schauen, dass die wegkommen." Darauf erstellte ihm sein Sohn den Account @wirnhartergeorg. "Ich hatte bis dahin nicht mal ein Smartphone", sagt der 65-Jährige schmunzelnd.

Jetzt aber hat es ihn gepackt. "Ich finde Instagram richtig interessant. Ich habe mehrere Museen und Galerien abonniert und kriege dadurch ziemlich gut mit, was in der Kunstwelt so geschieht. Nun hat sich sogar eine Galerie in London gemeldet, die eines meiner Bilder in eine Ausstellung nehmen will."

AEV-Trikots im Wandel der Zeit

Bevor Sie weiterlesen: Wissen Sie, wie das Auswärtstrikot der Augsburger Panther in der Saison 1993/94 aussah? Falls nicht: Auf dem Instagram-Account @trikotliebeaev finden sich neben dem damals pink-anthrazit-farbenen Shirt auch Erinnerungen an zahlreiche weitere Panther-Trikots aus den 1980ern bis zur aktuellen Saison.

So viel verraten wir vorab: Während auf den meisten Trikots die Vereinsfarben rot, weiß und dunkelgrün dominieren, ging es auf den Panther-Brustkörben in den vergangenen Jahrzehnten auch mal bunter zu.

Augsburg in schwarz-weiß, unscharf oder gespiegelt

Astrid Förster betreibt gleich mehrere Instagram-Accounts - alle mit einem ganz besonderen Fokus. "@nixbunt war der erste Account. Das war ein Versuch, mich an Schwarzweiß-Fotografie heranzutasten. Dann kam @nixscharf dazu, weil ich gerne unscharf fotografiere. Ich wollte ausprobieren, wie spinnert man Unschärfe machen kann, dass es noch ankommt", erklärt die 47-Jährige am Telefon.

"@nixmattes ist der neueste Account." Dieser trägt den Untertitel "Der Batschlach-Account", angelehnt an das Bayerisch-Schwäbische Wort für Pfütze. Zu finden sind dort allerhand Fotografien von Spiegelungen, vornehmlich in Wasserlachen auf dem Boden. "Pfützen suchen macht gerade am meisten Spaß", sagt die gebürtige Augsburgerin und ergänzt lachend: "Für meinen Geschmack regnet es gerade fast zu wenig."

Die freiberufliche Fotografin arbeitet hauptberuflich in der IT in München. "Ich laufe in der Früh quer durch die Stadt zum Bahnhof. Da fotografiere ich täglich", erzählt sie. Auf ihre Fotos erhält sie Reaktionen aus der ganzen Welt. "Neuseeland, Australien, Kanada, Japan, Südamerika", zählt sie auf. "Ich finde das Völkerverbindende ganz schön. Instagram ist nach meinem Empfinden eine durchweg positive Community. Grundsätzlich erhalte ich sehr positive Rückmeldungen - gerade auf das Batschlach-Thema." Zahlreiche ihrer Fotografien finden sich noch bis Mitte Februar in der Ausstellung "Fokus auf Aux" in der vhs-Galerie am Willy-Brandt-Platz.

Augsburg wie es früher einmal war

Wie sah Augsburg eigentlich vor 50 Jahren aus? Und wie vor 100? Der Account @augsburger_ansichten gibt Antworten auf diese Fragen und zeigt Fotos von Kutschen auf der Maxstraße, dem überdachten "Pilz"-Rondell auf dem Königsplatz und Gebäuden, die längst abgerissen wurden.

Neben zahlreichen Schwarzweiß-Fotografien finden sich auch erste Farbfotos aus den Augsburger Stadtteilen auf dem Account - besonders oft geprägt durch alte VW-Käfer und Trams, die mit den heutigen Varianten optisch nicht mehr viel gemeinsam haben.

Als Notfallsanitäter durch Augsburg

Wenn Johannes Hierl durch Augsburg fährt, dann hat er es oft eilig. Nicht etwa, weil er ein gestresster Mann ist. Der 30-Jährige ist Notfallsanitäter. Wenn er mit Blaulicht und Martinshorn zu einer Unfallstelle unterwegs ist, dann geht es nicht selten um Leben und Tod.

"Ich arbeite seit zwölf Jahren im Rettungsdienst, das ist meine Berufung", sagt der Vater eines kleinen Sohnes. Und was in seinem Berufsalltag geschieht, darüber berichtet er auf dem Account @jojo_rescue7. "Ich will zeigen, was bei uns in Augsburg passiert. Der Normalbürger hört ja oft nur das Wildeste, das Krasseste."

Und so berichtet Hierl über Parkprobleme bei Einsätzen, defekte Brandmeldeanlagen und Rettungen per Drehleiter. Und immer wieder schreibt er über Respektlosigkeiten, die er erleben muss: Autofahrer, die den Sanitätern den Mittelfinger entgegenrecken. Anwohner, die sich beschweren, dass der Rettungswagen ihre Einfahrt blockiert. Neugierige, die stundenlang nicht auf piepsende Rauchmelder in der Nachbarwohnung reagieren, aber dann im Treppenhaus stehen und gucken, wenn die Feuerwehr anrückt.

"Diese Respektlosigkeit nimmt zu und das regt mich auf", sagt der 30-Jährige. Neben seinem Hauptberuf in Augsburg ist Hierl auch immer wieder ehrenamtlich im Ausland im Einsatz. "In den USA, in Frankreich, in Schweden werden wir ganz anders behandelt. Hierzulande denken viele nur an sich. Solange ein Einsatz nicht sie selbst betrifft, interessiert viele nicht, was wir tun. Die denken, wir fahren mit Blaulicht zum Bäcker."

Neben regulären Foto-Posts nutzt Johannes Hierl häufig auch die Story-Funktion von Instagram und beantwortet in den kurzen Videos Fragen. "Was mache ich beim Schlaganfall? Wann rufe ich den Rettungsdienst? In den Stories habe ich es mir zur Mission gemacht, aufzuklären."

Augsburg in Buchstaben

Wir sind tagtäglich von so vielen Buchstaben umgeben, dass wir sie im Stadtbild schnell mal ausblenden. Dabei bieten die zahlreichen Schriftzüge in Augsburg schicke Fotomotive - wie der Account @aux_typography beweist.

Schlichte, klare Buchstaben am Verwaltungsgebäude, dicke, verspielte Formen am Spielwarenladen, geschwungene Lettern am Geschäft für Damenunterwäsche. Wer hätte gedacht, dass die Form von Buchstaben so viel aussagen kann?

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