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Augsburg

06.10.2019

Ein Feinkosthändler in Lechhausen verbannt Verpackungen

Papiertüten setzen Petra und Thomas Kronthaler schon seit Langem lieber ein als Plastik. Jetzt haben sie eine neue Nische in ihrem Geschäftin Lechhausen eingerichtet.
Bild: Michael Hochgemuth

Plus Auf Papiertüten haben sie schon immer gesetzt. Jetzt geht ein Augsburger Traditionsgeschäft weiter und setzt auf unverpackte Waren. Was sagen die Kunden?

Namen wie Greta Thunberg und Aktionen wie „Fridays for Future“ motivieren auch Petra und Thomas Kronthaler, den einmal eingeschlagenen Weg konsequent weiterzugehen. Die Feinkosthändler, deren Laden etwas abseits der Lechhauser Hauptverkehrsader in der Waterloostraße gelegen ist, tüten Obst und Gemüse schon seit Langem in Papier ein. Jetzt haben sie ihr Geschäft einmal mehr in einem Teil umstrukturiert. „Gemeinsam Plastik vermeiden“ ist der Hintergrund einer neuen Regalwand, an der sich die Kundschaft genau die Menge aus einer Reihe von Behältnissen „zapfen“ kann, die sie auch braucht.

Unverpacktes ist die neue Nische im Feinkost-Laden

In 44 Schütten von der Nudel bis zum Gummibärchen können sich die Kronthaler-Kunden bedienen. Außerdem gibt es nach Auskunft der Geschäftsleute Nüsse, Müsli, Hülsenfrüchte, Couscous bis hin zum Power-Korn Amaranth. Seit einer Woche ist die neue Nische in Betrieb, sagt Petra Kronthaler. Sie ist davon überzeugt, dass ihre auf Nachhaltigkeit bedachten Kunden auch hier mitmachen. Wie sie erzählt, habe die erste Kundin schon während des Aufbaus eingekauft. Auch „Verpackungsfasten“ ist für die wenigsten hier ein Fremdwort – nicht nur in der Osterzeit. Die Entwicklung zeigt den Kronthalers, dass sie mit ihren Papiertüten nie auf dem falschen Weg waren. So gibt es auch die große Einkaufstüte in einer Neuauflage, auf der aber immer noch „offen für Umweltschutz“ und „offen für Unverpacktes steht“.

Wer sich erst beim Einkauf für eine neue Tragetasche entscheidet, der kann auch weiße „Sackerl“ bekommen, die sogar in der Waschmaschine gereinigt werden können. Und besonders praktisch ist laut den Geschäftsleuten auch der Einkauf, bei dem die ausgewählte Ware sofort in mitgebrachten Boxen verstaut wird. So falle zu Hause weder Verpackung für den Mülleimer an, noch müsse umgepackt werden, bevor Fisch, Fleisch, Wurst, Käse und Feinkost aus der Frischetheke in den eigenen Kühlschrank wandern. Ein im Laden erhältliches Merkblatt mit dem Titel „Box mitbringen und Umwelt schonen!“ gibt Auskunft über alles Wissenswerte zur Hygiene. Natürlich wird der mitgebrachte Behälter vorher abgewogen – beziehungsweise tariert –, sodass er nicht mit dem Gewicht des Einkaufs in den Preis einfließt.

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Bei Kronthalers gibt es wieder lose Schüttware - so wie damals

Liebhaber nostalgischer Kolonialwaren- und Tante-Emma-Läden kommen ins Schwelgen. Kinder, die mit Blechkannen zum Milchkaufen geschickt wurden, sind der Inbegriff des Einzelhandels der Altvorderen, die sich noch nicht an heutige Hygienevorschriften zu halten hatten. Trotzdem meint Petra Kronthaler die Kommentare der älteren Generation förmlich hören zu können. So mancher Senior werde in Anbetracht der losen Schüttware lachen und sagen: „Jetzt macht ihr es wieder genauso wie wir damals“, so auch ihre eigene Schwiegermutter Inge Kronthaler. Die Nachfahren wiederum sagen: „Retro“ ist in.

Kichererbsen und Co. befinden sich laut Kronthalers in Zellulose-Beuteln, wenn sie vom Bio-Markt Basic kommen. Entsorgt werden diese in der Grünen Tonne. Nachgefüllt wird immer dann, wenn der einzelne Behälter im Regal leer ist. Die Dosen seien so bemessen, dass der neue Beutel genau hineinpasst.

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