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Augsburg

01.02.2018

Fasching feiern wie vor 50 Jahren

Auch mit der Faschingsdekoration im Pfarrsaal der Gemeinde Heiligste Dreifaltigkeit wollen die Organisatoren Andreas Rauch, Joachim Draudsing, Josua Neumann, Claus Wörz und Cornelia Säckl (von links) die Zeit um 1968 wieder lebendig werden lassen.
Bild: Annette Zoepf

Das aktuelle Motto in der Pfarrei Heiligste Dreifaltigkeit bezieht sich auf ein Thema, das die Organisatoren bewegt. Warum sie sich wieder für einen schönen Abend ins Zeug legen.

Vielleicht werden Besucher des Faschingsballs am Rußigen Freitag (9. Februar) im Pfarrsaal der Heiligsten Dreifaltigkeit auf ihrem Tisch eine Maobibel vorfinden. Für manche Leute war das in der 68er-Zeit Pflichtlektüre, und das Motto des Balls lautet: „Feiern wie zur Zeit der Gründung unseres Pfarrheims vor 50 Jahren“. Es wurde 1968 eingeweiht. Schon seit einigen Jahren hat der Ball jedes Mal ein besonderes Thema.

Im vergangenen Jahr lautete es „Im Märchenwald“, davor „Römische Dekadenz“, „Freitag, der 13.“ und „Im Wilden Westen“, wie sich der Verwalter des Pfarrheims, Josua Neumann, erinnert. Die Besucher sind gehalten, sich entsprechend dem Motto zu verkleiden. Aber das Vorbereitungsteam tut jeweils auch einiges dafür, ihm Leben einzuhauchen. Bisher sind diese themenbestimmten Bälle laut dem Leiter des Arbeitskreises Pfarrheim, Claus Wörz, beim Publikum in Kriegshaber und Umgebung immer gut angekommen.

Mutterglück und Strammer Max

In der ersten Stunde des Balls ab 20 Uhr wollten die Organisatoren die Besucher mit ruhiger Musik aus der Zeit von 1968 und den Jahren davor einstimmen, so Wörz. Dazu gibt es ein passendes Begrüßungsgetränk: bunte Bowle. Außerdem werden unter anderem angeboten: Mutterglück (Eierlikör mit Limonade) und ein Strammer Max – „das war in meiner Kindheit ein Stammessen im Pfarrheim“, sagt Wörz.

Die Tische sollen entsprechend den Themen dekoriert werden, die 1968 wichtig waren: Blumenkinder, psychedelische Popmusik, Politik – ganz im Sinn der damaligen revolutionären Stimmung werden laut Neumann auch Spontisprüche („Unter den Talaren der Muff von tausend Jahren“) auftauchen. Federführend bei der Organisation des Faschingsballs ist die Pfarrjugend, „aber auch Leute wie wir, die nicht mehr in der Pfarrjugend sind, aber weiter gern mitmachen“, fügt Andreas Rauch, der stellvertretende Vorsitzende des Pfarrgemeinderats, hinzu.

Gastauftritt einer Garde

Ein Bühnenprogramm braucht ein Ball eigentlich nicht, aber auch in dieser Hinsicht will man in Heiligste Dreifaltigkeit etwas bieten. So gut wie fest steht, dass Hildegard Rauch als Zirbele auftreten wird, eine Gestalt, die über dem Augsburger Rathaus wacht und kommentiert, was dort so alles passiert. Und auch einen Gastauftritt der FFC-Faschingsgarde wird es geben. „Wir schöpfen aus dem Vollen“, verspricht Joachim Draudsing, Mitglied der Kirchenverwaltung.

Der Eintritt zum Ball ist wie in den Vorjahren frei; die Organisatoren wollen ihre Auslagen mit den Einnahmen für Essen und Trinken decken. Was übrig bleibt, soll der Erhaltung des Pfarrheims zugute- kommen. Gesondert kann für die Pfarrjugend gespendet werden. Man rechnet mit rund 100 Besuchern, nicht nur aus der Pfarrei, sondern aus der ganzen Pfarreiengemeinschaft und umliegenden Gegenden. Es sind erfahrungsgemäß fast alle Altersgruppen vertreten. Wahrscheinlich werde nicht jede Musik allen gefallen, aber, so Rauch, man könne ja zwischendurch auch mal an die Bar gehen.

Familiäre Atmosphäre

Für alle Helfer hinter den Kulissen wird es nach Einschätzung von Rauch, der als Küchenchef fungieren wird, an diesem Abend viel zu tun geben, aber die Bedienungen sind laut Cornelia Säckl in Schichten eingeteilt: „In der restlichen Zeit können die auch mitfeiern.“ Leichter werde es auch dadurch, dass im Team eine sehr familiäre Atmosphäre herrscht, wie Wörz versichert.

Der aufwendige Pfarrball erinnert in diesem Jahr nicht nur an die Geschichte des Pfarrheims; er hat sich auch unmittelbar aus dieser Geschichte entwickelt. „Bis 2010 wurden solche Feiern stets von den Pächtern veranstaltet“, sagt Neumann. Zwischendurch gab es 2008 eine kurze Unterbrechung, als der Pächter wechselte. Dann übernahm diese Aufgabe der AK Pfarrheim. „Wir mussten uns erst mal finden, und dann haben wir überlegt: Wie belebt man dieses Haus?“, erläutert Rauch. Ein Ergebnis dieser Überlegungen war der themenbezogene Faschingsball.

Ein schwerer Schlag

Dann standen plötzlich Pläne im Raum, das Pfarrheim für den Neubau eines Hospizes abzureißen. Dem Vorbereitungsteam ist anzumerken, dass dies für jeden von ihnen ein schwerer Schlag gewesen wäre. Durch viele Proteste wurde das schließlich abgewendet. Man feiert nun auch ein bisschen, dass es den Bau immer noch gibt.

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