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17.11.2009

Freunde des Alten Stadtbads rücken zusammen

Es gibt auch noch erfreuliche Nachrichten vom Alten Stadtbad: Die Arbeiten für die Renovierung der finnischen Sauna liegen im Zeitplan, voraussichtlich ab der ersten Dezember-Woche ist der Saunabetrieb wieder möglich.

Es bleibt allerdings bei einem eingeschränkten Angebot, denn für die Restaurierung der Dampfsauna fehlt der Stadt das Geld. 400 000 Euro sind an Kosten veranschlagt. Im Haushalt 2010 ist diese Investition nicht berücksichtigt. Ebenso wenig wie die Fassadensanierung, die 300 000 Euro kostet.

Die Stadtregierung muss sparen. Und weil dem so ist, haben OB Kurt Gribl und Kämmerer Hermann Weber (beide CSU) eine neue Idee für das Alte Stadtbad aufgebracht, die ihnen mächtig Ärger eingebracht hat. Geht es nach der Stadtspitze, soll das Bad verkauft werden.

Gegner haben sich formiert. Die SPD schimpft, die Pächterin des Cafés im Stadtbad, Anita Gassner, wettert und auch aus CSU-Kreisen gibt es Kritik. Die Beschäftigten des Bades schweigen. Sie wollen offiziell nichts gegen die Chefs im Rathaus sagen.

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Badegäste berichten jedoch, wie groß der Unmut über die Verkaufsabsicht bei den Mitarbeitern ist. Verwiesen wird darauf, dass das Personal sich mit viel Engagement für das Stadtbad einsetzt. Ein Beispiel: Am 31. Oktober organisierten Mitarbeiter erstmals eine Halloween-Nacht, zu der über 50 verkleidete Kinder samt Eltern gekommen waren.

Franz-Josef Strauß und das Geld vom Freistaat

Die Kritiker des geplanten Badverkaufs an einen Investor erinnern daran, mit welchen Emotionen viele Augsburger an ihrem Stadtbad hängen. Dies zeigt sich in Zuschriften an unsere Zeitung.

So schreiben Claudia Zerbe und Angelika Kratz in einem offenen Brief an die Stadtratsfraktionen: "Sollten Sie tatsächlich das Bad verkaufen, haben wir die Befürchtung, dass die Eintrittsgelder enorm ansteigen werden, das Bad unter Umständen einem anderen Zweck zugeführt wird (Spaßbad), ein enormes kulturelles Erbe aus den Händen der Stadt gegeben und zur Disposition freigegeben wird, die Pächterin des Cafés und des Wellnessbereiches um viele Jahre ihrer engagierten Arbeit gebracht wird und schließlich die Beschäftigten unter erheblich schlechteren Bedingungen arbeiten werden."

Es gibt darüber hinaus politische Zusammenhänge, die die besondere Bedeutung des Bades für die Stadtgeschichte deutlich machen. 1985 hatte der damalige Ministerpräsident Franz-Josef Strauß im Rahmen der 2000-Jahr-Feier der Stadt Augsburg eine Unterstützung von fünf Millionen Euro (damals waren das 10 Millionen Mark) zur Sanierung des Bades in Aussicht gestellt. Das Bad wurde zwischen 1987 und 1992 renoviert. Fast 13 Millionen Euro kostete die Renovierung.

Die Vorfahren des Ex-Opel-Chefs Forster initiierten das Volksbad

Und es gibt noch eine andere bemerkenswerte geschichtliche Begebenheit: Die Industriellenfamilie Forster hatte im April 1895 der Stadt 300 000 Goldmark geschenkt, damit das lange erwünschte Volksbad errichtet werden konnte. Ein Nachfahre dieser Familie ist Carl-Peter Forster. Er stand letzte Woche bundesweit in den Schlagzeilen. Forster wurde als Opel-Chef in Europa abgelöst.

Aber das ist eine ganz andere Geschichte. "Einblick

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