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10.03.2008

"Frieden ist Vertrauen ineinander"

"Wer an Wunder glaubt, anerkennt, wie begrenzt er ist in seiner Kraft." Rabbiner Tovia Ben Chorin aus Zürich hatte seine eigene Version des Mottos der Woche der Brüderlichkeit zum Abschluss im Goldenen Saal mitgebracht. Seine Gedanken kreisten um eine friedliche Zukunft Israels, wozu auch die anderen Religionen auch in Deutschland beitragen könnten.

"Frieden ist nicht Waffenstillstand, Frieden ist Vertrauen ineinander, das wächst im Umgang miteinander", sagte der 72-jährige Sohn des Schriftstellers Schalom Ben Chorin aus München. Erst einmal dem Anderen zuzuhören, sei das Gebot der Stunde.

Zu Ende ging die jüdisch-christliche Begegnungswoche so, wie sie in der Synagoge angefangen hatte: Mit jüdischen Liedern, die der Tenor Nikola David kunstfertig in opernmäßigen Vertonungen des 19. Jahrhunderts vortrug. Namens der Israelitischen Kultusgemeinde dankte er der Stadt Augsburg, dass sie die Aufnahme jüdischer Zuwanderer mit großer Bereitschaft unterstütze. David: "Unsere Synagoge ist wieder ein Haus der Versammlung."

"Es ist ein Wunder, dass es wieder jüdisches Leben in Augsburg gibt", meinte Oberbürgermeister Paul Wengert. 1985 zur Eröffnung der renovierten Synagoge habe sich die Gemeinde schon damit abgefunden, in absehbarer Zeit nur noch im eigenen Museum zu existieren. Mit 1500 Mitgliedern sei sie heute jedoch zahlreicher als zur Zeit der Erbauung der 1917 eröffneten Synagoge, erklärte Wengert. "Wir freuen uns, dass die Gemeinde ihre Türen für alle Interessierten öffnen und an unserer Friedenstafel sitzt."

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Prälat Bertram Meier warb in Anspielung auf rechtsextreme Aufmärsche in Augsburg dafür, "aufeinander achtzugeben, damit keinem etwas zustößt".

"Nur wer sich erinnert, was gestern wirklich war, hat Visionen für morgen", sagte Meier. Er zitierte Ignatz Bubis, den früheren Vorsitzenden des Zentralrats der Juden: "Würden alle Juden Deutschland verlassen, dann gäbe man Hitler nachträglich Recht."

Gertrud Kellermann, die Vorsitzende der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit, freute sich über die große Resonanz auf die Woche der Brüderlichkeit und gratulierte Rabbiner Henry Brandt zum diese Woche verliehenen Bundesverdienstkreuz.

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