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Augsburg

31.07.2016

Für Notfälle am Flughafen allzeit bereit

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Die Mitglieder der Betriebsfeuerwehr löschen nicht nur Flugzeugbrände, sondern sind auch für die generelle Sicherheit zuständig, betanken Flugzeuge und machen sie abflugbereit

In einem Notfall läuft alles wie automatisiert. Richard Eichner, stellvertretender Kommandant der Betriebsfeuerwehr am Flughafen Augsburg, nimmt den Unfall im Dezember vergangenen Jahres als Beispiel. Ein Flugzeug mit fünf Passagieren war in Brand geraten und die Mannschaft vom Tower zur Hilfe gerufen worden. Er habe Dienst gehabt, könne aber nicht mehr sagen, wie genau er an den Einsatzort kam. Der 38-Jährige zeigt aus dem Fenster und meint: „Einfach grad nüber übers Gras.“

Der eigentliche Löscheinsatz war laut Eichner schnell erledigt. „Fünf bis sechs Minuten“, meint er, „mehr nicht.“ Zeit, die kurz scheint, aber ausreichte, den beiden Piloten schwere Verbrennungen zuzufügen. Elmar Kuisl, der gerade in den Aufenthaltsraum gekommen ist, kann das bestätigen.

Seit 1998 arbeitet er am Flughafen, spricht von „abwechslungsreicher Arbeit“, die ihm richtig Spaß macht. Er nennt die Mitglieder der Truppe „Mädchen für alles“, weil sie am Flughafen auch für alles zuständig sind. Die Maschinen betanken, das sogenannte „Aushallen“ aus dem Hangar oder die Flugzeugabfertigung gehören zu ihren Aufgaben. „Wir machen alles“, sagt Kuisl, „außer fliegen.“ Weil ihre Aufgabe der Verkehrsbodendienst ist, sind die 13 Männer und eine Frau der Feuerwehr am kompletten Platz verstreut. Der Flughafen in Mühlhausen ist dennoch kleiner geworden.

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14 Kameraden in zwei Schichten

Umfasste die Belegschaft einmal 65 Mitarbeiter, sind es heute noch 21. Die 14 Kameraden der Feuerwehr gehören dazu. Sie arbeiten laut Richard Eichner untertags „in der Sicherheit.“ Die zwei Schichten dauern von sechs bis 14.30 Uhr und von 13 bis 21.30 Uhr.

Auch Ambulanzflüge landen auf dem Augsburger Flughafen, die laut Richard Eichner und Elmar Kuisl meist spät abends Spenderorgane bringen. „Im Schnitt einmal pro Monat“, schätzen die Männer, die sich eigener Auskunft nach in einem solchen Fall die Nacht gerne um die Ohren schlagen. Schließlich wissen sie, dass dieser Lieferdienst nicht nur „Flying Hope“ heißt, sondern dass dieser Service auch tatsächlich eine fliegende Hoffnung ist. Außerdem gehören Ambulanzflüge und Rückholungen zum Programm.

Fast alle sind Atemschutzträger

Zum Fuhrpark der Flughafenfeuerwehr zählen zwei Löschfahrzeuge – eines mit einem Fassungsvermögen für 6000 Liter, das andere mit einem 4000-Liter-Tank –, ein Einsatzleit- oder Kommandowagen, ein Rüstwagen mit technischem Gerät. Beinahe alle Mitglieder der Flughafenfeuerwehr von Kommandant Günter Reiner sind sogenannte Atemschutzträger.

Dafür müssen sie regelmäßige Gesundheitschecks absolvieren und dürfen ein gewisses Alter nicht überschreiten. Das heißt laut Elmar Kuisl: „Ab einem Alter von 50 Jahren einmal pro Jahr“, die „U-50-Party“ hingegen findet nur alle drei Jahre statt. Außerdem müsse bei der Berufsfeuerwehr einmal jährlich mit kompletter Ausrüstung eine Streckenbegehung durchgeführt werden. Dabei bewegen sich die Rettungskräfte in einer Art Käfig, sagt Richard Eichner, und stellen ihre Orientierungsfähigkeit unter Beweis. Zudem werde man während der Übung „total eingenebelt.“

Internet: www.augsburg-airport.de.

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