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Königsbrunn

01.09.2017

Grüne Ansichten für Grünen-Politiker

Eine Delegation der Grünen um Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth (rechts) ließ sich von Günther Groß die Sammlung im Naturmuseum erklären.
Bild: Adrian Bauer

Eine Delegation um Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth und die Fraktionsvorsitzende im Landtag Katharina Schulze macht Station in Königsbrunn. Im Naturmuseum hat Günther Groß auch kritische Worte parat

Auch Politiker der Grünen können in den Königsbrunner Museen noch etwas dazulernen. Das zeigte sich beim Besuch einer Delegation um die Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth und die Vorsitzende der Landtagsfraktion Katharina Schulze, die am Donnerstag im Naturmuseum vorbeischaute und von Günther Groß eine Führung durch die Räumlichkeiten bekam. Zuvor hatten die Grünen auch schon das Mercateum besichtigt.

Die Orte seien mit Bedacht gewählt, sagte Stadtrat Alwin Jung: „Handel und Natur sind zwei wichtige Themen für die Grünen.“ Beim Handel gehe es heute wie damals um weltumspannende Projekte, die heute eben mit Namen wie TTIP verbunden sind. Kulturbüroleiterin Ursula Off-Melcher freute sich als Zuständige bei der Stadt für die Museen über den prominenten Besuch: „Das unterstreicht die Wertigkeit unserer Museen.“ Die Macher Günther Groß und Dr. Dr. Wolfgang Knabe seien mit ihrem umfassenden Wissen zu ihren Fachgebieten die idealen Vermittler.

Forderung nach mehr Lobbyarbeit für die Natur

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Günther Groß freute sich ebenfalls über die Besucher, hatte aber auch kritische Worte parat. Die Natur habe keine Lobby, sagte Groß. Man kämpfe bei Themen wie dem durch ein Bauprojekt gefährdeten Naturraum Flugplatzheide nördlich von Augsburg um jeden Grashalm – jedoch oft ohne Erfolg. Er wünsche sich hier mehr Unterstützung auch der Grünen: „Natur schützen heißt nicht nur Radwege bauen. Man braucht eine funktionierende Natur, um Radwege zu bauen, die die Menschen gerne nutzen.“

Katharina Schulze erklärte, dass dies ja einer der Gründe sei, warum man auf bayerischer Ebene das Volksbegehren gegen den Flächenverbrauch initiiert. Damit wolle die Partei darauf aufmerksam machen, dass man eben nicht alles mit Gewerbegebieten zupflastern dürfe, wenn man die Schönheit der bayerischen Heimat erhalten wolle. Orte wie das Naturkundemuseum könnten einen Beitrag leisten, um das Bewusstsein für diese Schönheit in der bevölkerung zu verstärken.

Museen als Ziel für Wandertage etablieren

Damit brachte sie einen zweiten wichtigen Punkt für die Königsbrunner Museumslandschaft zur Sprache: „Gerade für Schulen außerhalb der Stadt ist es schwierig, im Unterricht zu uns zu kommen“, sagte Günther Groß. Durch den vollen Lehrplan bliebe vielen Lehrern schlicht keine Chance, eine Fahrt nach Königsbrunn in den Schulalltag zu integrieren. Man werde sich künftig stärker als Ausflugsziel für Wandertage ins Gespräch bringen, kündigte Ursula Off-Melcher an.

Claudia Roth, die Dirktkandidaten der Grünen für den Wahlkreis Augsburg-Königsbrunn ist, lobte das Engagement und die Bereitschaft, auf die Menschen zuzugehen: „Man muss zeigen, dass unsere Naturschönheit schon einen großen Reichtum darstellt und die Bürger emotional berühren“, sagte Roth. Sie werde Groß Anregungen mitnehmen. Leider genieße der Schutz der Umwelt auch in Berlin keinen großen Stellenwert: „Es hilft nichts, wenn die Bundeskanzlerin ein grünes Jäckchen trägt und Donald Trump kritisiert, die eigenen Klimaziele aber krachend verfehlt.“ Dies und Felder wie der Eiertanz um das Pflanzenvernichtungsmittel Glyphosat zeigen, dass ein Politikwechsel dringend nötig sei.

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