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Augsburg

05.05.2017

Hilfe für Prostituierte - Stadt schafft drei neue Stellen

Zum 1. Juli gilt ein neues Prostituiertenschutzgesetz. Bei der Stadtverwaltung werden drei zusätzliche Stellen geschaffen, die für die Umsetzung der Vorgaben zuständig sind. Symbolbild
Bild: Patrick Seeger/dpa

Zum 1. Juli gilt ein neues Prostituiertenschutzgesetz. Das Gesetz hat auch Auswirkungen für die Stadt Augsburg. Warum die Stadt drei zusätzliche Stellen schafft.

Die Gesetzeslage gibt die Richtung vor: Zum 1. Juli gilt ein neues Prostituiertenschutzgesetz. So hat es der Bundestag beschlossen. Das Gesetz beinhaltet Vorgaben für den Betrieb eines Bordells. Es will aber auch Prostituierte besser schützen und deren Rechte ausweiten. Das Gesetz hat auch Auswirkungen für die Stadt Augsburg. Bei der Stadtverwaltung werden drei zusätzliche Stellen geschaffen, die für die Umsetzung der Gesetzesvorgaben zuständig sind. Zwei Stellen sind dem städtischen Ordnungsamt zugewiesen, ein Sachbearbeiter gehört zum Gesundheitsamt. An den Stellenneuanschaffungen führe kein Weg vorbei, hieß es im zuständigen Personalausschuss des Stadtrats. Man müsse sich an den Vorgaben des Bundesgesetzgebers orientieren. 200000 Euro an Personalkosten pro Jahr sind veranschlagt für die drei Stellen.

Kontrollen in Bordellen gehören zu Vorgaben

Geplant ist, dass die drei städtischen Mitarbeiter unter einem Dach sitzen, wobei noch keine näheren Informationen zum Standort vorliegen. Auf alle Fälle soll es aber eine strikte Trennung der unterschiedlichen Aufgabenbereiche geben. Die Mitarbeiter aus dem Ordnungsamt sollen regelmäßig die Bordelle überprüfen und schauen, ob eine rechtliche Genehmigung vorliegt. Dabei spielt die Person des Betreibers eine wichtige Rolle. Kontrollen in Bordellen gehören zu den fest vorgeschriebenen Aufgaben. Bei Verstößen drohen Bußgelder. Die Person aus dem Gesundheitsamt führt Beratungsgespräche mit Prostituierten. Einmal im Jahr soll dies bei Frauen über 21 Jahren stattfinden. Für Prostituierte, die unter 21 sind, gilt ein halbjährlicher Turnus.

Im Ausschuss kam zur Sprache, dass noch schwer überschaubar ist, wie sich das Ganze in die Praxis umsetzen lasse. Teils sind Prostituierte nicht angemeldet. Vielfach sprechen die Frauen wenig Deutsch. Erfasst sind zumindest akutelle Zahlen über die Prostitution im Stadtgebiet. Es gibt 20 Bordelle und 90 Wohnungen. Man geht von 600 bis 700 Prostituierten in Augsburg aus, die ihre Dienste anbieten.

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