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Harburg

14.08.2018

Himmelfahrt: Der Feiertag gilt auch in Harburg

Die Burg-Apotheke in Harburg hat am Mittwoch geschlossen.

Obwohl in der Stadt mehr Bürger leben, die der evangelischen Kirche angehören, ist am Mittwoch wenig los. Was Geschäftsinhaber sagen und was der Gewerbereferent denkt

Für die meisten Menschen im Landkreis heißt es am Mittwoch: Ausschlafen und den freien Tag genießen. Denn der überwiegende Teil der Bevölkerung darf sich über den Feiertag Mariä Himmelfahrt freuen.

Doch das gilt nicht für alle Kommunen: In bayerischen Gemeinden ist nach dem Gesetz zum Schutz der Sonn- und Feiertage Mariä Himmelfahrt nur dann ein gesetzlicher Feiertag, wenn die Mehrheit der Gemeindeeinwohner katholisch ist. Insgesamt zwölf Kommunen, vorwiegend im Ries, sind aber laut Angaben des Landesamts für Statistik überwiegend evangelisch.

Neben den Städten Nördlingen und Oettingen, an denen am Mittwoch ein ganz normaler Werktag ist, gelten auch die Einwohner der Stadt Harburg als mehrheitlich evangelisch. Fast 2000 Harburger gehören der katholischen Kirche an, knapp 3000 Evangelen gibt es in der Kernstadt und den Ortsteilen. Doch kann man in Harburg dann am Mittwoch genauso einkaufen wie in Nördlingen oder Oettingen?

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Edeka in Harburg hat am Mittwoch geschlossen

„Wir haben geschlossen“, sagt Michelle Nicklasch vom Edeka-Verbrauchermarkt. Die stellvertretende Filialleiterin kennt es auch nicht anders, sagt sie. „Ich bin seit über acht Jahren hier, da hatten wir an dem Feiertag immer zu.“ Die Kunden würden das auch ohne Murren hinnehmen, erklärt sie. „Ich glaube, die gönnen uns den freien Tag“, sagt Nicklasch lachend. Und selbst ist sie auch froh, den Feiertag genießen zu können. Beispielsweise nach Nördlingen zu fahren um dort einzukaufen, kommt nicht in Frage. „Ich bin froh, einen Tag nicht in irgendeinem Geschäft verbringen zu müssen.“

Auch in der Bäckerei Mayer an der Grasstraße bleiben die Backöfen morgen kalt. Schon seit einigen Jahren sei dies am Feiertag der Fall, berichtet Andreas Steger, der Neffe des Bäckerei-Inhabers. „Das ist hier auch kein großes Thema“, urteilt er. Er persönlich hat das vermeintliche Pech, in Nördlingen zu arbeiten. So muss er seinen Dienst antreten. Ein paar Meter weiter, an der Burg-Apotheke, weist ein Hinweisschild darauf hin, dass geschlossen bleibt.

Jeder Inhaber kann frei entscheiden

So wie auch das „Wollspektrum“ am Marktplatz von Harburg. Hier kann man neben Wolle auch Zeitschriften kaufen oder Lotto spielen. Natalie Weidner sagt, seit Jahren sei der Laden an Mariä Himmelfahrt geschlossen. Persönlich braucht sie an dem Feiertag aber auch nicht die Möglichkeit, Einkaufen zu gehen. „Das kann ich auch schon einen Tag früher erledigen“, sagt Weidner. Quasi nebenan hat Matthias Schröppel sein Büro. Der gelernte Mediendesigner ist im Harburger Stadtrat vertreten und dort Gewerbereferent. „Für mich ist es kein Thema, da zuzumachen. Als Selbstständiger bin ich selbst und ständig im Büro“, sagt er lachend.

In Harburg gebe es allgemein sehr wenig Einzelhandel, darum seien diese Überlegungen ein Stück weit hinfällig. Man habe hier die schöne Situation, dass jeder Inhaber es machen könne, wie er wolle. „Hätten wir hier mehr Einzelhandel, würde ich mich schon dafür einsetzen, dass wir diese spezielle Situation in Harburg besser nutzen würden.“

Geöffnet hat derweil der Dorfladen in Alerheim. Die Gemeinde zählt zu den zwölf Kommunen im Landkreis, die vermehrt evangelische Einwohner hat. Ab 14.30 Uhr kann da morgen beim Sommerfest gefeiert werden. Im Rahmen des Nachmittags ist einiges geboten, so gibt es ein Kinderschminken oder Dosenwerfen.

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