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Natur

17.04.2018

Im Zoo nisten endlich wieder wilde Störche

Fleißig beim Nestbau sind die neuen wilden Störche im Zoo.
Bild: Gerhard Mayer

Dem Tierdrama im vergangenen Jahr folgt nun eine neue Familiengründung

Tierpfleger Willy Bernstein und seinen Kollegen war 2017 noch zum Weinen zumute gewesen. Damals wurde die wilde Störchin, die viele Jahre im Augsburger Zoo gebrütet hatte, von einem Mähnenwolf getötet. Dem Tierdrama vom vergangenen Jahr folgt nun eine tierische Liebesgeschichte. Im Zoo hat sich ein neues wildes Storchenpaar eingefunden. Und so, wie es aussieht, wird es sich dort auch paaren und brüten.

Das wilde Storchenpaar kam in der zweiten Aprilwoche angeflogen, wie Vogelschützer Gerhard Mayer berichtet. Beim Nestbau auf einem zehn Meter hohen Baumtorso im Zoo stellte es sich allerdings recht ungeschickt an. „Das Material aus Zweigen rutschte immer wieder ab“, so Mayer. Deshalb bekamen die Störche menschliche Hilfe beim Bau ihres Familiendomizils. Die Zooleitung ließ mit Unterstützung der Stadtwerke eine künstliche Nisthilfe auf dem Stamm befestigen. Das kam dem Storchenpaar offenbar sehr gelegen. Nach der Abfahrt des Lastwagens segelten die beiden Vögel gleich auf das neue Nest. Seither können Zoobesucher zusehen, wie die Wildstörche ihren Horst ausbauen, mit dem Schnabel klappern, was das Zeug hält, und sich paaren. Tierpfleger Willy Bernstein, zuständig für die Teiche und Wasservögel, ist zuversichtlich: „Ich wette, dass sie bei uns bleiben.“

Mit dem neuen unberingten Paar hat der Zoo nach einer Unterbrechung von drei Jahren erstmals wieder Wildstörche. Das frühere Paar hatte zuvor zehn Jahre lang erfolgreich im Zoo gebrütet. Es zog in dieser Zeit insgesamt 31 Jungvögel auf, was als großer Erfolg gilt. Im Winter flogen die Augsburger Wildstörche regelmäßig in den Süden. Die bange Frage, ob sie die gefährliche Reise überlebt hatten, klärte sich stets im März, wenn der erste beringte Alt-storch einflog. Anhand der Daten auf den Ringen konnte Experte Mayer vom Landesbund für Vogelschutz (LBV) genau nachvollziehen, um welche Tiere es sich handelt. Im vergangenen Jahr ereignete sich dann der Todesfall.

Die Wildstörchin flog verletzt im Zoo ein. Im Gehege der Mähnenwölfe rutschte sie von einem Ast ab und wurde von einem Mähnenwolf getötet. Das neue Wildstorchenpaar brütet nun an einer sicheren Stelle – im Gehege der Zoostörche. Letztere können nicht fliegen und haben jeden Tag eine gut gefüllte Futterschüssel. Daraus können auch die wilden Artgenossen naschen.

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