1. Startseite
  2. Lokales (Augsburg)
  3. Kaputte Straße erhitzt die Gemüter

Augsburg

10.01.2018

Kaputte Straße erhitzt die Gemüter

Für eine durchgängige Erneuerung der Fahrbahndecke in der Diebelbachstraße fehlen der Stadt die finanziellen Mittel. Die Anwohner in Neubergheim sind darüber nicht begeistert.

Die Diebelbachstraße in Neubergheim gleicht einem „Flickerlteppich“. Während die Stadt darin nur ein optisches Problem sieht, verweisen Bergheimer auf konkrete Gefahren

Die Anwohner der Diebelbachstraße in Neubergheim sind verärgert. Während außerhalb der Wohnbebauung, zwischen der Wellenburger Straße und der Siedlung Neubergheim, auf rund 1,5 Kilometern die Verbindungsstraße komplett erneuert wurde, stellte das von der Stadtverwaltung beauftragte Straßenbauunternehmen die Sanierung der Teerfläche 100 Meter nach dem Ortsschild ein. Die verbleibenden 800 Meter entlang des Wohngebietes Neubergheim gleichen einem „Flickerlteppich“, weil Straßenschäden nur oberflächlich ausgebessert wurden.

Weiterlesen mit dem Plus+ Paket

Dieser Inhalt ist älter als 30 Tage und steht daher nur Abonnenten mit einem Plus+ Abo zur Verfügung.
Jetzt ab 0,99 € testen

Die Stadt verweist auf fehlende Finanzmittel. „Eine durchgängige Erneuerung der Schwarzdecke in der Diebelbachstraße über ihre gesamte Länge war aufgrund mangelnder Finanzmittel zu keiner Zeit eröffnet“, sagt Baureferent Gerd Merkle. Ursprünglich sollte nur der Straßenabschnitt von der Wertachbrücke bis zur Einmündung des Brandweges gemacht werden, der in besonders schlechtem Zustand war, so Merkle. Zusätzliche Gelder des Freistaats Bayern aus dem Projekt „Wertach vital“ und aus dem städtischen Haushalt hätten es ermöglicht, die Oberflächensanierung bis zum Beginn des Stadtteils Neubergheim zu erweitern.

Kosten in Höhe von 1,2 Millionen Euro

ecsImgBannerNewsletter250x370@2x-1315723864673274678.jpg

Die Stadtratsfraktion von Pro Augsburg versuchte bislang vergeblich, weitere Gelder für die Straße im Stadtrat locker zu machen. Ein Antrag von Pro-Augsburg-Stadträtin Beate Schabert-Zeidler, die notwendigen Haushaltsmittel für 2018 anzumelden, wurde laut Pro Augsburg von der Finanzverwaltung abgelehnt. Auch ein weiterer Antrag von Stadträtin Claudia Eberle, die für Pro Augsburg im Finanzausschuss sitzt, die benötigten Gelder in Höhe von 1,2 Millionen Euro bereitzustellen, seien abgelehnt worden. Selbst ein Versöhnungsvorschlag der Finanzverwaltung, eine sogenannte Verpflichtungserklärung aufzunehmen und die Gelder erst 2019 bereitzustellen, fand im Stadtrat keine Mehrheit.

Nach Ansicht des Tiefbauamtes handelt es sich bei den Straßenschäden in Neubergheim um optische beziehungsweise Komfortmängel. „Die hier im Einzelfall zu treffenden Differenzierungen und Beurteilungen sind schwierig und werden von meinen fachlich qualifizierten Mitarbeitern im Tiefbauamt vorgenommen“, betont Merkle.

Glatteis auf den Teerflecken

Vor Ort sieht man das freilich anders. Anwohner klagen vor allem über den Lärm, den vorbeifahrende Autos auf den Asphaltflecken verursachen. Der Vorsitzende der Bergheimer Vereine (Arge), Rechtsanwalt Moritz Bode, weist auch gerade im Winter auf eine konkrete Verkehrsgefährdung durch die Ausbesserungen hin. „Das ist ein ganz gefährliches Eck“, so der Bergheimer. In den Unebenheiten der Teerflecken sammle sich regelmäßig Wasser, das gefriere und die Straße spiegelglatt mache.

Weil die Stelle zusätzlich für Autofahrer nur schlecht einzusehen sei, komme es immer wieder zu gefährlichen Situationen. „Im Wohngebiet gibt es spielende Kinder, die dort ganz schnell in eine schlimme Situation kommen könnten“, ist Bode überzeugt.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren