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18.12.2019

Karte: Hier entstehen in Augsburg neue Wohnungen

Hinter dem Dehner-Gartencenter an der Bgm.-Ackermann-Straße haben die Arbeiten für das Projekt Dehnerpark begonnen. Dort lag früher der Sportplatz des Post SV.
Bild: Silvio Wyszengrad

Plus Pro Jahr werden etwa 1200 Wohnungen fertiggestellt. Mittelfristig dürfte die Zahl steigen, weil nach jahrelangen Planungen einige Projekte ins Laufen kommen.

Trotz der Bemühungen der Stadt, neue Baugebiete auszuweisen, ist die Zahl der jährlich neu entstehenden Wohnungen weitgehend gleich geblieben. Im vergangenen Jahr waren es 1166 Wohnungen (mit Wohnheimen), die laut statistischem Landesamt neu auf den Augsburger Immobilienmarkt kamen. In den Vorjahren lagen die Zahlen teils um 200 Wohnungen höher. Schnell wird sich daran wohl auch nichts ändern: Auch die Zahl der Baugenehmigungen, die 2018 erteilt wurden, liegt mit 1219 etwas unter den Zahlen der Vorjahre.

Diese Wohnungen werden wegen der Bauzeit mit mindestens einem Jahr zeitlichem Verzug auf den Markt kommen. Mittelfristig dürfte die Zahl der Neuzugänge aber steigen: In den vergangenen Monaten wurden einige Bebauungsplan-Verfahren für Neubaugebiete, etwa den Dehner-Park, das nördliche Sheridan-Gebiet oder das Dierig-Gelände, abgeschlossen. Hier wird teils schon gebaut.

In den vergangenen Jahren gab es mitunter wenig große Vorhaben

Bis vor einem Jahr hielt sich die Zahl der Neubauvorhaben allerdings in Grenzen. Zeitweise ließen sich die laufenden größeren Neubauprojekte an einer Hand abzählen, wobei das Baureferat sagt, dass die Zahl von über 1000 fertiggestellten Wohnungen sich im langfristigen Vergleich immer noch auf einem hohen Niveau bewege.

Das ist einerseits richtig, andererseits erlebte Augsburg in den vergangenen Jahren einen Zuzug von bis zu 5000 Neubürgern jährlich – statt der 1000 neuen Wohnungen wäre die doppelte Zahl nötig gewesen. Momentan ist der Zuzug fast zum Erliegen gekommen, wobei die städtischen Statistiker glauben, dass der Druck nach wie vor da ist.

Falls neue Wohnungen in ausreichender Zahl gebaut werden, gehen die Statistiker bis zum Jahr 2038 von 325.000 Einwohnern aus – das entspräche einem Zuwachs von 25.000 Bürgern im Vergleich zu heute. Rein statistisch würde in den kommenden 18 Jahren die Bevölkerung um 3,8 Köpfe pro Tag wachsen – das löst pro Tag etwa einen Bedarf von zwei neuen Wohnungen aus, wenn man von der aktuellen Durchschnittsbelegung mit 1,9 Personen pro Wohnung ausgeht.

Bauen auf Brachen ist schwieriger als auf der grünen Wiese

Dass es mit neuen Wohnungen dauert, liegt vor allem an der Grundstücksknappheit und den -preisen. Innerstädtische Brachflächen werden bebaut, und sie werden möglichst dicht bebaut. Grundsätzlich seien Innengrundstücke aufwendiger zu planen als Bauland auf der grünen Wiese, so Baureferent Gerd Merkle (CSU). "Es ergeben sich vielfach schwierig zu lösende Konstellationen aufgrund von (Mit-)Eigentumsverhältnissen und vielfältigen Nachbarschaftsinteressen." Beispiel: Als die Stadt in Göggingen nahe der Ackermann-Nähfadenfabrik ein Baugebiet entwickelte und erste Pläne vorstellte, liefen die Anwohner wegen der Verkehrsführung Sturm. Die Stadt plante um. Hinzu kommt, dass bei Bebauungsplänen Fristen einzuhalten sind, in denen Betroffene Einwendungen geltend machen können, oder dass Gutachten zu Themen wie Lärm erstellt werden müssen.

In den kommenden Jahren könnten 5000 Wohnungen in Augsburg entstehen

In den kommenden Jahren könnten bis zu 5000 neue Wohnungen entstehen, die schon geplant sind oder bei denen mehr oder weniger konkrete Gespräche zwischen Stadtplanung und Investoren laufen. Langfristig zu sehen sind Projekte wie Haunstetten-Südwest (4000 Wohnungen), für das die Entwicklung der Pläne aber noch Jahre dauern wird. Die Fertigstellung des Stadtviertels der Zukunft, in dem die Stadtplaner wenig Autos auf der Straße, Gemüsebeete und Solaranlagen auf den Dächern und energetisch optimierte Häuser vorsehen, könnte Jahrzehnte dauern.

Um vorher schon neues Bauland bieten zu können, denkt die Stadt darüber nach, die Hammerschmiede entlang der Hans-Böckler-Straße zu erweitern. Auch an der Uniklinik könnten auf Ackerflächen rund 1150 Wohnungen für Krankenhausmitarbeiter entstehen, wobei der Trägerwechsel vor einem Jahr (von kommunal zu staatlich) Verhandlungen nötig macht. Momentan, so die Stadt, liefen Gespräche mit dem Eigentümer.

Ein weiteres Großprojekt ist der Neubau des staatlichen Bauherren "Bayernheim", der an der Berliner Allee bis zu 1000 geförderte Wohnungen errichten will. Allerdings hält die Stadt diese Zahl auch im Hinblick auf das Biotop in den Lechauen für zu hoch gegriffen. In den kommenden Jahrzehnten sieht die Stadt auch noch Potenzial zum Wachstum südlich von Göggingen und Inningen. Das würde faktisch bedeuten, dass die beiden Stadtteile zusammenwachsen.

Lesen Sie auch den Kommentar: Wohnungen müssen auch bezahlbar sein

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