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Augsburg

05.08.2018

Ledvance in Augsburg: In acht Wochen endet die Produktion

Was mit dem Ledvance-Gelände in der Berliner Allee nach dem Rückzug des Lampenherstellers passiert, ist weiter unklar.
Bild: Silvio Wyszengrad

Der Standort des Leuchtmittelhersteller Ledvance in Augsburg wird geschlossen. Der Abbau folgt stufenweise. Ende September geht es los – und dann?

Die erste Wut und Enttäuschung ist gesackt: Die Tatsache, dass das Werk des Lampenherstellers Ledvance (einst Osram) Ende des Jahres und die Logistik ein Jahr später geschlossen werden, ist in den Köpfen der Mitarbeiter angekommen. Wer sich in der Belegschaft und bei Arbeitnehmervertretern umhört erfährt, dass die Stimmung trotz der Umstände gut ist und jeder pflichtbewusst seiner Arbeit nachkommt. „Es sind keine erhöhten Krankenstände zu verzeichnen und auch die Arbeitsmoral ist gut wie immer“, fasst Michael Leppek, Chef der Augsburger IG-Metall zusammen. Ein wenig überrascht habe ihn das anfangs schon. Aber er habe gelernt, dass die Belegschaft von Ledvance, die teils viele Jahre für den früheren Mutterkonzern Osram tätig waren, äußerst loyal ist. Dem zollt er großen Respekt.

Ledvance: Abbau auf Raten

Nichtsdestotrotz müssen sich die Mitarbeiter mit dem Kapitel Schließung tagtäglich befassen. Denn es dauert nicht mehr allzu lange, bis der Standort, der sich auf Flächen in der Berliner Allee (Werk) und der Steinernen-Furt (Logistik) aufteilt, Geschichte ist. Bis dahin folgt ein Abbau auf Raten. Während die Herstellung von Verkaufsprodukten zum 30.September 2018 eingestellt wird, verwaltet das Logistikzentrum noch bis Ende September des nächsten Jahres Waren, teilt Unternehmenssprecher Lars Stühlen auf Anfrage mit. Der Maschinenbau läuft dagegen mit verringerter Mannschaft von rund 50 Mitarbeitern noch bis Ende 2020 – mit der Chance auf Verlängerung, wenn das Vermarktungskonzept, das Ledvance derzeit entwickelt, zusätzliches Geschäft ermöglicht oder sich ein Käufer für diese Sparte findet.

Für den Großteil der rund 700 Beschäftigten dürfte aber Ende des Jahres der letzte Arbeitstag anstehen. Wann genau, ist individuell ganz verschieden. Eine Vielzahl an Kündigungsfristen laufe erst zum 1. Januar 2019 aus. In Ausnahmefällen gehen sie sogar bis zum 30. September 2019. Das Ende der Produktion heißt deshalb nicht, dass ab diesem Zeitpunkt keine Ledvance-Mitarbeiter mehr auf dem Betriebsgelände anzutreffen sind, so Stühlen: „Auch wenn keine Produktion mehr stattfindet, werden wohl zunächst weiterhin Mitarbeiter auf dem Gelände zu finden sein. Ein solch großes Gelände mit vielen Gebäuden benötigt ja auch eine Instandhaltung.“

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Was wird aus dem Ledvance-Gelände?

Was am Ende mit dem Gelände, das Ledvance gehört, passiert, bleibt dabei weiterhin unklar. „Die Zukunft der Produktionsanlagen und der Betriebsstätten wird aktuell geprüft“, heißt es hierzu von Ledvance. Gerüchte, wonach Teile der Produktion von Leuchtstoffröhren an den Standort nach Eichstätt gehen sollen, weißt Stühlen deutlich zurück.

Insider und Kenner des Geländes halten eine Weiternutzung durch andere Unternehmen für durchaus möglich. Welche Gewerbe und Firmen aber tatsächlich an diesem Standort Interesse haben könnten, bleibt bisher Spekulation. Auch eine Umnutzung des 90.000 Quadratmeter großen Areals als „grüne Wohnfläche in Lechnähe“ ist heikel. Vielen ehemaligen Beschäftigten würde ein solches Vorgehen übel aufstoßen.

Einzige Konstante in der Rechnung bislang: Die rund 100 Osram-Mitarbeiter, die in einem Gebäude auf dem Gelände untergebracht sind, bleiben. „Unser Mietvertrag läuft bis mindestens 2025. Bislang gibt es keine Planungen, daran etwas zu ändern“, sagte ein Unternehmenssprecher schon vor einigen Wochen gegenüber unserer Redaktion.

Einen Kommentar zur Werksschließung lesen Sie hier.

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