1. Startseite
  2. Lokales (Augsburg)
  3. Mann bezeichnet OB Gribl als „Schande“ und will ihn bespucken

Augsburg

09.10.2019

Mann bezeichnet OB Gribl als „Schande“ und will ihn bespucken

Der 52-Jährige schickte dem Oberbürgermeister eine Mail und drohte, ihn zu bespucken. Als der Fall vor gericht kam, tauchte er nicht auf.
Bild: Alexander Kaya (Symbolfoto)

Der 52-Jährige schickte dem Oberbürgermeister eine Mail und drohte, ihn zu bespucken. Als der Fall vor Gericht kam, tauchte er nicht auf.

Politiker aus dem Hinterhalt des Internets zu beleidigen, zu bedrohen, zu beschimpfen, scheint in Mode zu sein. Jetzt sollte sich ein 52-jähriger Mann aus der Schweiz vor dem Augsburger Amtsgerichtverantworten, der Augsburgs Oberbürgermeister Kurt Gribl in einer E-Mail beleidigt hatte und androhte, ihn zu bespucken. Weil der Angeklagte unentschuldigt nicht zur Hauptverhandlung erschien, wurde sein Einspruch gegen einen Strafbefehl (1600 Euro Geldbuße) verworfen. Der Mann muss zahlen, wenn das Urteil rechtskräftig wird.

„Du bist eine Schande“ lautete im April 2018 die Betreffzeile einer E-Mail-Nachricht, die an die Adresse des Augsburger OB Kurt Gribl gesandt worden war. Als Absender stellte sich ein 52-jähriger Schweizer Staatsbürger heraus. „Na du, wie ich dich benennen will, darf ich nicht...“, schrieb er und „du bist einer von denen, die ich verachte. (...) Warum? Lies Zeitung!“ Dann kündigte der Schreiber an, Gribl zu bespucken, falls man sich einmal begegnen sollte.

Oberbürgermeister zeigt den Mann an

Seitens des OB wurde Strafantrag gegen den Verfasser gestellt, die Staatsanwaltschaft erließ einen Strafbefehl von 1600 Euro wegen Beleidigung. Gribl, der zu der Verhandlung nicht geladen und auch nicht erschienen war, hatte den Ermittlern gegenüber bekundet, den Mail-Verfasser nicht zu kennen. Nicht kennenlernen konnte ihn auch das Amtsgericht.

ecsImgBannerWhatsApp250x370@2x-5735210184021358959.jpg

Obwohl Richterin Rita Greser eine Extra-Viertelstunde wartete, erschien der Angeklagte nicht – unentschuldigt. Dabei wäre das durchaus in seinem Interesse gewesen, schließlich hatte er Einspruch gegen den Strafbefehl der Staatsanwaltschaft eingelegt. Der Einspruch habe sich, so Richterin Greser „auf alles“ bezogen. Möglicherweise hat der Angeklagte also nicht nur erwirken wollen, eine niedrigere Strafe zu erhalten, sondern die Tatumstände allgemein anders darstellen wollen. Ohne den Angeklagten selbst oder einen von ihm beauftragten Rechtsanwalt war jedoch nichts zu machen.

Kommt das Geld überhaupt?

Folglich die Frage der Richterin an die Vertreterin der Staatsanwaltschaft nach deren Forderung: „Verwerfung des Einspruchs“ lautete die Antwort. Dieser Forderung schloss sich die Richterin an, womit der Strafbefehl in Höhe von 1600 Euro Gültigkeit behält.

Freilich ist das Urteil noch nicht rechtskräftig, sowohl Staatsanwaltschaft wie der Angeklagte haben die Möglichkeit, Berufung oder Revision gegen das Urteil einzulegen. Richterin Greser zeigte sich überzeugt, dass es wenig ratsam sei, darauf zu hoffen, dass der Arm der deutschen Justiz nicht bis in die Schweiz reiche und die Angelegenheit einfach im Sande verlaufen werde.

Lesen Sie auch: Künast scheitert mit Klage gegen wüste Beschimpfungen

Themen folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Das könnte Sie auch interessieren