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Augsburg

04.11.2014

Missbrauchsvorwurf: Blogger will alle Texte über Peter Grab löschen

Wehrt sich gegen Missbrauchsvorwürfe: Der Augsburger Stadtrat Peter Grab.
Bild: Silvio Wyszengrad

Stadtrat Peter Grab ist Missbrauchsvorwürfen ausgesetzt, die über ein Internet-Blog verbreitet wurden. Am Abend entschuldigte sich der Blogger für Inhalte auf seiner Internetseite.

Das Augsburger Landgericht hat dem Internet-Blogger Arno Loeb am Dienstag untersagt, weiter Missbrauchsvorwürfe gegen den Stadtrat und Ex-Kulturbürgermeister Peter Grab zu verbreiten. Verstößt der Blogger gegen die Entscheidung des Gerichts, drohen ihm eine Strafzahlung von bis zu 250.000 Euro oder bis zu sechs Monate Haft. Am Abend entschuldigte sich Loeb dann für die Inhalte auf seiner Internetseite.

Loeb entschuldigt sich für "widerliche Inhalte"

Bereits Ende voriger Woche forderten Grabs Anwälte den Blogger auf, die Missbrauchsvorwürfe aus dem Internet zu entfernen. Er reagierte darauf aber zunächst nicht und erklärte stattdessen, er werde weiter „berichten“. Am Dienstagnachmittag nahm er dann allerdings den ersten Beitrag, in dem die Vorwürfe detailliert geschildert werden, aus dem Netz. Am Abend erklärte er, er entschuldige sich gegenüber der Öffentlichkeit für die „widerlichen Inhalte“, welche auf seiner Internetseite zu lesen gewesen sind. Er kündigte auch an, nun alle Inhalte zur Affäre zu löschen und nicht mehr über Grab zu schreiben. Die Verfügung des Gerichts liege ihm noch nicht vor. Er werde sich aber an alle Auflage halten. Gleichzeitig stellte er sich noch einmal hinter die Frau, über die er geschrieben hat. Er sei vom Wahrheitsgehalt ihrer Aussagen nach wie vor überzeugt.

Der Blogger hatte die Vorwürfe gegen den Stadtrat und Ex-Kulturbürgermeister in der vergangenen Woche öffentlich gemacht. Er zitierte in seinem Blog eine Frau, die angibt, sie sei von Peter Grab in dessen Wohnung zuerst mit K.-o.-Tropfen betäubt und dann sexuell missbraucht worden. Außerdem veröffentlichte er intime Details aus angeblichen Sex-Chats zwischen Grab und der Frau. Zwei Tage nach den Veröffentlichungen im Internet ging die Frau am Freitag zur Polizei und erstattete Anzeige gegen den prominenten Politiker der Bürgervereinigung Pro Augsburg. Grab bestreitet den Kontakt zu der Frau nicht, weist deren Missbrauchsvorwürfe aber vehement zurück.

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Die Missbrauchsvorwürfe selbst wurden in dem Verfahren um die Blogeinträge nicht geprüft. Es ging nur um die Frage, ob Grabs Persönlichkeitsrechte verletzt werden. Grab geht gleichzeitig auch strafrechtlich gegen den Blogger vor. Über seine Anwälte will er ihn wegen Beleidigung anzeigen. Auch gegen die Frau, die ihn schwer belastet, hat Grab eine Strafanzeige erstattet – er wirft ihr üble Nachrede und Verleumdung vor. Die Frau hat zwischenzeitlich ebenfalls einen Anwalt eingeschaltet. Bernd Scharinger vertritt ihre Interessen. Er sagt: „Ich habe den Eindruck, dass sie ihre Erlebnisse sehr glaubwürdig schildert.“ Er habe seiner Mandantin aber geraten, sich bis auf Weiteres nicht mehr öffentlich zu äußern. „Es liegt jetzt bei Polizei und Staatsanwaltschaft, den Sachverhalt zu ermitteln“, so Scharinger.

Chatprotokolle an die Kripo übergeben

Nach Informationen unserer Zeitung haben sowohl die Frau wie auch Grab unter anderem Chatprotokolle an die Kripo übergeben. Grab wurde noch nicht von Ermittlern befragt. Auch seine Wohnung, in der laut der Vorwürfe der Missbrauch stattgefunden haben soll, wurde noch nicht durchsucht.

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