Newsticker
Impfkommission-Empfehlung: Astrazeneca-Impfstoff nur für unter 65-Jährige
  1. Startseite
  2. Lokales (Augsburg)
  3. Mundschutzpflicht: Welche Unternehmen in Augsburg Masken herstellen

Corona

26.04.2020

Mundschutzpflicht: Welche Unternehmen in Augsburg Masken herstellen

Mundschutz und Hygienemasken sind knapp und sehr gefragt. Viele Menschen nähen sich die Schutzmasken daher selbst.
Bild: Marcus Merk

Ab Montag gilt in Geschäften und im Nahverkehr eine Mundschutzpflicht. Viele Privatpersonen nähen jetzt. Und auch Augsburger Firmen sind eingestiegen.

Jetzt müssen schnell Masken her – denn ab Montag gilt beim Einkaufen in Geschäften und im öffentlichen Nahverkehr die Pflicht, Mund und Nase zu bedecken. Wer in den vergangenen Tagen in Augsburg Masken kaufen wollte, der tat sich schwer – alleine deshalb, weil nach wie vor die meisten Geschäfte geschlossen haben. Allerdings tut sich inzwischen viel. Viele Privatpersonen nähen Masken und bieten sie über Mund-zu-Mund-Propaganda oder über das Internet an. Auch Firmen sind in die Produktion und den Vertrieb eingestiegen. Zudem bilden sich ehrenamtliche Initiativen.

Medizinische Masken sind kaum noch zu finden

Einen zertifizierten, medizinischen Mundschutz zu bekommen, ist derzeit schwierig – nicht nur in Augsburg, sondern weltweit. Der Markt ist leer gefegt und die Behörden appellieren deshalb auch an die Bürger, lieber sogenannte „Community-Masken“ aus Stoff zu nutzen – auch wenn deren Nutzen teils umstritten ist. Für das Tragen in Geschäften und im Nahverkehr sind sie zugelassen.

Bereits vor Wochen haben auch Augsburger Unternehmen ihre Produktion umgestellt und fertigen seither Stoffmasken an. Zwar ist hier der medizinische Schutz nicht gegeben, dennoch sind diese erlaubt. Auch in Augsburg haben zahlreiche Schneidereien und Textilunternehmen ihre Produktion umgestellt. Dazu gehört die Sozialunternehmerin Sina Trinkwalder mit ihrem Modelabel Manomama.

Oder auch die Firma Trico, die sonst hochwertige Krawatten, Westen, Einstecktücher und Hosenträger für den Einzelhandel fertigt und nun ebenfalls in das Mundschutz-Geschäft eingestiegen ist. Auch der Bettwäschehersteller Fleuresse, der zur Augsburger Dierig-Gruppe gehört, produziert jetzt aus seinen Stoffen Masken – florales Muster inklusive. Der Schweiß- und Spanntisch-Hersteller Siegmund ist ebenfalls in den Handel mit Mund-Nasen-Schutz eingestiegen. Er bietet an diesem Samstag in Oberottmarshausen, etwa 20 Kilometer entfernt von Augsburg, ein Aktionskauf von insgesamt einer Million Masken an.

Einige soziale Einrichtungen nähen Stoffmasken

Aber nicht nur Schneidereien haben ihre Produktion umgestellt. Auch viele soziale Einrichtungen haben begonnen, Stoffmasken zu nähen und diese zu verteilen. So bietet beispielsweise die Arbeitsgemeinschaft der Vereine in der Hammerschmiede kostenlos Masken für die Bewohner. Ähnliches organisiert auch der Seniorenbeirat der Stadt Augsburg: Selbstgenähte Masken verschenkt der Beirat an Senioren, aber auch an Menschen, die keinen Zugang zu Masken haben Zahlreiche freiwillige Helferinnen sind derzeit dabei, in Heimarbeit kunterbunte Masken herzustellen. Informationen dazu gibt es unter Telefon 0821 324-4324/-4325.

Genauso verteilt der Kinderschutzbund Stoffmasken an Flüchtlingsunterkünfte, Arztpraxen und soziale Einrichtungen sowie das BRK-Stadtteilzentrum Haunstetten Schutzmasken an Sozialstationen. Ein noch junges Projekt ist die Hilfsaktion „aux.atmen“ des neu gegründeten Vereins aux.impact. Der Verein sammelt Spenden, um Bedürftige mit Masken auszustatten. Der Vereinsvorsitzende Nico Kanelakis sagt: „Die Alltagsmasken werden zu Beginn in drei lokalen Änderungsschneidereien zu fairen Konditionen genäht.“ Später könnten weitere Betriebe hinzukommen. Partner sind unter anderem der Sozialverband SKM und die Drogenhilfe Schwaben, die für Bedürftige Masken nähen.

Wer Masken für einen guten Zweck nähen will, kann sich beim Augsburger Freiwilligenzentrum informieren.

Wir wollen wissen, was Sie denken: Die Augsburger Allgemeine arbeitet daher mit dem Meinungsforschungsinstitut Civey zusammen. Was es mit den repräsentativen Umfragen auf sich hat und warum Sie sich registrieren sollten, lesen Sie hier.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren