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Augsburg

31.03.2020

Nach Macheten-Angriff im Augsburger Univiertel: So lief der SEK-Einsatz

Ein 27-jähriger Mann aus Augsburg hat am Dienstag in der Früh mit einer Machete auf Passanten eingeschlagen. Ermittler untersuchten unter anderem die Wohnung des tunesischen Staatsbürgers,
Bild: Silvio Wyszengrad

Plus Ein Tunesier hat im Univiertel mehrere Menschen attackiert. Einem Mann schlug er mit einer Machete gegen den Kopf. Mit einer Axt demolierte er einen Bus. Ist der Verdächtige schuldfähig?

Der Linienbus war am Dienstag für eine Sonderfahrt eingeteilt, er sollte Busfahrer des AVV zur Frühschicht transportieren. Es war gegen 3.50 Uhr, da ist im Univiertel wie fast in der ganzen Stadt unter der Woche normalerweise wenig los – und während der Coronakrise ohnehin kaum etwas. Was allerdings in den folgenden Minuten passierte, war eine Ausnahmesituation, die einen Großeinsatz der Polizei auslöste. Vor dem stehenden Bus tauchte zu dieser verschlafenen Zeit plötzlich ein Mann auf, bewaffnet mit einer Axt und einer Machete.

Nach Auskunft der Polizei handelt es sich bei dem Mann um einen 27-jährigen Augsburger mit tunesischer Staatsangehörigkeit. Er schlug demnach mit der Axt auf die Frontscheibe des Busses ein, die zerbrach. Der Busfahrer, ein 47-jähriger Mann, reagierte schnell. Er fuhr den Bus weg und rief die Polizei. Der Ausraster des Tunesiers endete den Polizeiangaben zufolge allerdings mit dieser Gewaltattacke nicht.

Polizeieinsatz im Univiertel: Ein 27-Jähriger soll dort Passanten mit einer Machete attackiert haben.
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Polizeieinsatz nach Macheten-Angriff im Univiertel
Bild: Silvio Wyszengrad

Stattdessen soll er kurz darauf, gegen 4 Uhr, im Alten Postweg, ein Auto angehalten haben, in dem eine 27-jährige Frau saß. Erneut griff der Mann demnach zur Axt und schlug auf Front- sowie Seitenscheibe des Fahrzeuges ein. Er soll die Frau bedroht haben; genauere Angaben dazu machen die Ermittler derzeit nicht. Es muss für die Frau jedenfalls eine entsetzliche Situation gewesen sein, auf die ein 28-jähriger Anwohner trotz der Uhrzeit aufmerksam wurde.

Nach Macheten-Angriff im Augsburger Univiertel: So lief der SEK-Einsatz

SEK-Einsatz in Augsburg: Mann geht mit Machete auf Passant los

Der Mann eilte der Frau zur Hilfe. Wie die Polizei berichtet, lief er zum Auto der Frau und versuchte dort, den Angreifer zu überwältigen. Dabei soll der 27-jährige Tunesier dem Mann mit einer Machete einen Schlag gegen den Kopf versetzt haben. Der Anwohner erlitt Verletzungen, konnte aber den Tunesier laut Polizei von weiteren Angriffen abhalten. Als die Polizei vor Ort war, nahmen die Beamten den Beschuldigten fest. Er leistete den Angaben zufolge keinen Widerstand. Sowohl der Busfahrer als auch die Autofahrerin blieben unverletzt; der 28-Jährige Helfer wurde durch den Rettungsdienst mit „mittelschweren“ Kopfverletzungen in die Uniklinik Augsburg gebracht, so die Polizei. Lebensbedrohlich sind die Verletzungen demnach nicht, es wird aber davon ausgegangen, dass der Helfer stationär behandelt werden muss.

Aus welchen Motiven der Mann aus Tunesien möglicherweise handelte, wird derzeit noch ermittelt. Sein Anwalt, der Augsburger Verteidiger Werner Ruisinger, sagte auf Anfrage, er wolle sich zum Sachverhalt derzeit noch nicht äußern.

Angriff in Augsburg: Tunesier attackiert Bus mit Axt

Am Dienstagfrüh waren die betroffenen Bereiche der Salomon-Idler-Straße sowie des Alten Postwegs für mehrere Stunden gesperrt, während die Polizei im Einsatz war. Dabei rückte auch ein Spezialeinsatzkommando an. Es habe zunächst eine „unklare Lage geherrscht“, heißt es von der Polizei, man habe aus Sicherheitsgründen Teilbereiche eines Mehrparteienhauses im Univiertel vorübergehend räumen müssen. Der Tatverdächtige wohnt in dem Haus.

Die Spezialkräfte durchsuchten die Wohnung des Verdächtigen, eine Maßnahme, die „keine Hinweise auf eine Gefährdung der Anwohner“ ergab. Einen konkreten Verdacht, dass dort beispielsweise Sprengstoff gelagert sein könnte – was man angesichts der Formulierung möglicherweise vermuten könnte – gab es nicht, wie aus Ermittlerkreisen verlautete. Angesichts der Tatsache, dass ein Mann mit einer Axt und einer Machete bewaffnet durch die Straßen gezogen und offenbar wahllos Passanten attackierte, habe man schlicht auf Nummer sicher gehen müssen.

Augsburg: Angreifer in psychiatrischem Krankenhaus untergebracht

Viele Hintergründe der Attacke waren am Dienstag noch unklar. Der „genaue Tathergang sowie die Hintergründe der Tatbegehung sind Gegenstand der laufenden Ermittlungen“, hieß es von der Polizei. Die Ermittlungen werden von der Staatsanwaltschaft und der Kriminalpolizei Augsburg wegen dringenden Verdachtes des versuchten Totschlags, der gefährlichen Körperverletzung und der Sachbeschädigung geführt. Der 27-jährige Tunesier wurde am Nachmittag einem Ermittlungsrichter vorgeführt, der einen sogenannten Unterbringungsbefehl erließ. Das heißt: Die Ermittler gehen aktuell davon aus, dass der 27-Jährige im Zustand der Schuldunfähigkeit oder zumindest der verminderten Schuldfähigkeit handelte. Er kommt daher nicht in U-Haft, sondern wird in einem psychiatrischen Krankenhaus untergebracht.

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Die Diskussion ist geschlossen.

01.04.2020

Also eine Machete geht nun wirklich nicht. Rainer und Rudi hatten wenigstens eine Pistole benutzt...

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31.03.2020

Ist es notwenig in einem Artikel ganze 7 mal zu betonen, dass der Täter aus Tunesien stammt? Würden das die Redakteure auch so handhaben, wenn es ein deutscher Täter wäre? Wenn die Herkunft so wichtig ist, dann würde ich auch gerne die Staatsangehörigkeit aller anderen in dem Artikel erwähnter Personen erfahren. Denn ansonsten entsteht der Eindruck, dass hier (sehr plumpe) Rhetorik die Meinung nachts Rechts lenken soll.

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01.04.2020

OMG was für ein Kommentar. Aber bevor ich näher darauf eingehe, wünsche ich allen Beteiligten eine schnelle Genesung. Physisch als auch Psychisch. Ich finde das gebührt der Anstand, aber evtl. siehst du das ja anders Maria H.?! Denn du hast es ja bewusst weggelassen und bist sofort auf Konfrontation gegangen. Warum also sollte man die Herkunft des Täters nicht nennen dürfen? Stell dir mal die selbe Situation in umgekehrter Weise in Tunesien vor. Würden die tunesischen Medien die Herkunft des Täters erwähnen (mehrfach) oder würden sie sie weglassen? Aha! Aber ich weiß, auch wenn du tief in dir die Antwort auf meine Frage kennst, zugeben würdest du es nie, denn wenn es nach solchen wie dir geht, würden die Medien zukünftig vermutlich nicht mal mehr das Geschlecht des Täters*in (ist das so gendergerecht formuliert) nennen dürfen. Verkehrte Welt heutzutage leider, in der der Täterschutz bei vielen über dem der Opfer steht.

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01.04.2020

Du hast mich leider falsch verstanden Julez. Mir geht es nicht um Täterschutz, oder um die Frage ob die ( zensierten und staatlich sehr kontrollierten) Medien in Tunis auch so handeln täten. Es geht um die Vorurteile, die durch so eine Rhetorik geschürt werden. Mit wenigen Sätzen kann eine ganze Nationalität verunglimpft werden. Und ich denke wir haben schon genügend Vorurteile und Klischees in unserer Gesellschaft. Da braucht es manchmal eben etwas weniger Hetze und mehr Nüchternheit.
Ich hoffe du verstehst jetzt was ich meine :)

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01.04.2020

Möglicherweise hängt es damit zusammen, dass mir von den Letzten Jahren und Jahrzehnten kein einziger Fall bekannt ist, dass ein Deutscher mit einer Machete rumfuchtelt.

(edit/mod)

Ich finde es begrüßenswert, dass sich die AZ an dieser Stelle um Transparenz bemüht.

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01.04.2020

Vielleicht sollte der Artikel auch die gesetzestreuen Tunesier, die in Deutschland ein neues Zuhause gefunden haben, dafür sensibilisieren, dass es unter ihren Landsleuten auch leider vereinzelt religiöse Fanatiker gibt. Das Machetengefuchtel ist ja das typische Tatmerkmal dafür. Wenn ein berechtigter Verdacht besteht, irgendwo bedenkliche Gespräche in der eigenen Landessprache belauscht wurden, sollten die Behörden rechtzeitig informiert werden. Zum Glück ist niemand getötet worden, vielleicht nur, weil der Amoklauf des Täters durch das mutige, beherzte Einschreiten der Polizei rechtzeitig beendet wurde. Danke an die Einsatzkräfte!

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31.03.2020

Psychiatrie? Ist das nicht Lächerlich?

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31.03.2020

(edit/mod)

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01.04.2020

Wieso ist das lächerlich? Der Mann ist offensichtlich nicht Herr seiner selbst. Soll er weil er Tunesier ist und die Exekutive Angst hat, dass Leute wie Sie "Muscheljustiz" schreien, im psychotischen Schub in die JVA? Vorstellungen habt Ihr, unchristlich seid Ihr in Eurem Furor!

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