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Sicherheit

25.02.2019

Nach Raub in Eichstätt: Wie sicher sind die Augsburger Museen?

Im Hof des Maximilianmuseums steht die Originalskulptur der Brunnensäule des Herkulesbrunnens.
Bild: Silvio Wyszengrad

Unbekannte stehlen am helllichten Tag in einem Eichstätter Museum Schwerter und Münzen im Wert von 10.000 Euro. Kann so was auch in Augsburger Museen passieren?

Sie sollen in "einem unbeobachteten Moment" zugeschlagen haben. Und zwar wortwörtlich. Denn die unbekannten Täter zerschlugen am Sonntagvormittag zwei Vitrinen im Eichstätter Museum für Ur- und Frühgeschichte.

Daraus entwendeten sie nach Angaben der Polizei zwei Rekonstruktionen mittelalterlicher Kurzschwerter sowie ein Abguss eines keltisches Schwertes und die dazu eigens gefertigte Rekonstruktion, die den Originalzustand wiedergibt.  Aus den Vitrinen stahlen die Diebe rund 60 römische Münzen, das Diebesgut hat laut Ermittlern einen Wert von 20.000 Euro. Der ganze Vorfall ereignete sich, als das Museum regulär geöffnet war. Kann so etwas auch in den Augsburger Museen passieren?

Der leitende Museumsdirektor der staatlichen Kunstsammlungen und Museen in Augsburg, Christof Trepesch, sagt: "Wir sind nie vor überraschender Gewalt Einzelner geschützt." Aber er erklärt, dass man mehr als 60 Aufsichtspersonen habe, die im Ausstellungsbereich anwesend wären. "Das ist ein großes Aufgebot", sagt Trepesch.

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Museen in Augsburg: Genaues Sicherheitskonzept ist geheim

Grundsätzlich seien kleine Ausstellungsstücke in Vitrinen geschützt. Bei großen Exponaten wie steinernen Skulpturen oder Wandreliefs wie im Römischen Museum mache sich der Direktor weniger Sorgen. "Solche Stücke würden eher vor Beschädigungen geschützt", sagt Trepesch. Bei allen Museen in Augsburg seien die Ein- und Ausgänge sowie die Notausgänge alarmgesichert.

Dr. Christoph Trepesch ist Direktor der staatlichen Kunstsammlungen der Museen in Augsburg.
Bild: Ulrich Wagner (Archiv)

Sonderausstellungen wie die "Wasser Kunst Augsburg - Die Reichsstadt in ihrem Element" im Maximilianmuseum haben zudem besondere Sicherheitsauflagen. "Das hat mit den Leihgaben zu tun", sagt Trepesch. Zum genaueren Sicherheitskonzept möchte sich der Museumsdirektor aber nicht äußern. Schließlich wolle man den möglichen Tätern keine Chance geben. "Bis heute ist es zu keinen Zwischenfällen gekommen", sagt Trepesch, der seit 2004 der leitende Museumsdirektor für acht Häuser in Augsburg ist.

Raub in Eichstätt: Vorfall weiter unklar

Wie es genau zu dem Raub in Eichstätt kam, ist bislang unklar. Ein Polizeisprecher sagte am Montagmorgen: "Derzeit wird geprüft, ob das Landeskriminalamt den Fall übernimmt." Gegenstand der Ermittlungen sei auch, wo das Aufsichtspersonal des Museums für Ur- und Frühgeschichte zum Tatzeitpunkt war.

"Es gibt eine Videoüberwachung der Räume, allerdings ohne Aufzeichnung", sagte der Sprecher. Der Donaukurier hatte berichtet, dass es sich bei der Beute um römische Münzsammlungen aus der Zeit von 90 nach Christus bis 250 nach Christus und die Kopie eines keltischen Schwertes handelt. (dwo/dpa)

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