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Augsburg

18.02.2019

Nach Rost-Kur glänzt der Augsburger Gaskessel jetzt silbern

Der Gaskessel wurde in den vergangenen Monaten von Rost und seinem alten Anstrich befreit und hat eine neue Schutzschicht bekommen. Sie ist etwas heller als die alte. Demnächst sollen die Arbeiten mit dem Gerüst fertig sein.
Bild: Silvio Wyzszengrad

Das Industriedenkmal hat einen neuen Anstrich bekommen. Warum er heller ist und wieso der heiße Sommer die Arbeiten verzögert hat

Die Sonnenstrahlen der vergangenen Tage haben es richtig zur Geltung gebracht: Der 84 Meter hohe Gaskessel in Oberhausen glänzt nach der Sanierung, die im vergangenen Sommer startete, silbergrau. Das Industriedenkmal bekommt aktuell einen neuen Anstrich, weil die alte Beschichtung abblätterte und sich Rost ausbreitete.

Helle Farbe soll Spannungen durch Temperaturunterschiede vermindern

Inzwischen sind die Arbeiten an der West- und Südseite abgeschlossen. Dort ist der Gaskessel deutlich heller. Hintergrund ist, dass die Stadtwerke absichtlich einen etwas helleren Farbton gewählt haben. So soll erreicht werden, dass sich die Wände unter Sonnenstrahlung etwas weniger stark aufheizen. Zwischen der heißen Süd- und der kühlen Nordseite entstanden in der Vergangenheit Spannungen durch die Temperaturunterschiede.

Ursprünglich war vorgesehen, dass die Arbeiten, für die der Gaskessel auf seiner ganzen Höhe von 84 Metern abschnittsweise eingerüstet ist, bis Ende 2018 abgeschlossen sind. Allerdings brachte der heiße Sommer die Planungen durcheinander. Weil die Arbeiter zum Entfernen der alten Farbe mit Sandstrahl-Geräten einen dicken Schutzanzug tragen müssen, mussten die Arbeiten im Sommer unterbrochen werden.

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Mitte März verschwindet das Gerüst

Die Arbeiten werden nun noch einige Wochen dauern. Mitte März sollen sie abgeschlossen sein. Dann wird das Gerüst mit der Schutzplane verschwinden. Ab Mitte Juli, wenn das Modular-Festival vorbei ist, sind auch wieder Führungen auf dem Gaswerk-Gelände geplant. Vermutlich werden dann auch wieder geführte Touren auf die Plattform angeboten.

200000 Nieten sind verbaut

Der 1954 in Betrieb genommene große Gasbehälter ist einer von zwei noch existierenden Kesseln in Bayern. Er wurde 2001 stillgelegt. Seine Außenhaut ist so groß wie drei Fußballfelder und besteht aus 1800 Stahlblechen, die mit rund 200000 Nieten verbunden sind. Im Rahmen der Umwandlung des Gaswerk-Areals zum Kreativquartier ist geplant, im Gaskessel einen Musik-Club einzurichten. Neben dem Raum unter dem Gaskessel, der schon für Veranstaltungen genutzt wird, ist im Gespräch, den Kessel selbst zu nutzen. Weil der hohe Raum keine passende Akustik hat, müsste die 350 Tonnen schwere Scheibe, die im Inneren des Gasbehälters je nach Füllstand auf- und abwanderte und deren Gewicht für den nötigen Druck im Gasnetz sorgte, im Inneren in etwa zehn Metern Höhe fest aufgehängt werden.

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