Newsticker

München überschreitet Corona-Grenzwert
  1. Startseite
  2. Lokales (Augsburg)
  3. Neue Pläne für die Problem-Immobilie am Leonhardsberg

Augsburg

29.03.2016

Neue Pläne für die Problem-Immobilie am Leonhardsberg

Sanierungsbedürftig ist der Gebäudekomplex rechts, der zwischen Karolinenstraße, Schmiedberg (Bildmitte) und Leonhardsberg steht.
Bild: Annette Zoepf

Für den heruntergekommenen Gebäudekomplex zwischen Schmiedberg und Leonhardsberg in Augsburg gibt es neue Pläne. Wie sieht das Millionenprojekt aus?

Für eine der großen Problem-Immobilien in der City gibt es jetzt neue Pläne: Der frühere Standort der schwäbischen Handwerkskammer an der Karolinenstraße wird saniert. Von dem Millionenprojekt soll auch die zugehörige Häuserzeile zwischen Leonhardsberg und Schmiedberg profitieren. Sie gilt als städtebaulich wichtiges Eingangstor zur Innenstadt.

Nach Informationen unserer Zeitung wurde der frühere Komplex der Handwerkskammer inzwischen von einer Augsburger Unternehmerfamilie erworben. Abstimmungsgespräche mit der Stadt über die Modernisierung der Immobilie gibt es seit einem Jahr. Auch Planungen und Vorarbeiten laufen bereits. Mit einem Bauantrag sei voraussichtlich in den nächsten Wochen zu rechnen, bestätigte ein Vertreter des Bauherrn, der ebenfalls nicht genannt werden will. Nach seinen Angaben soll die Immobilie auch künftig für Büros und Geschäfte genutzt werden. Die neue architektonische Lösung werde in enger Zusammenarbeit mit der Stadt erarbeitet.

Von der Modernisierung sind insgesamt fünf Gebäude zwischen Karolinenstraße, Leonhardsberg und Schmiedberg betroffen, wie Bauordnungsamtsleiter Peter Sterz erläutert. Abgesprochen sei bereits, dass das historische Gebäude in der Karolinenstraße 28 erhalten bleiben soll. Es sei prägend für den historischen Straßenzug in Richtung Dom.

Neue Pläne für die Problem-Immobilie am Leonhardsberg

Gebäude am Leonhardsberg soll weitgehend stehen bleiben

Klar sei nach den bisherigen Gesprächen auch, dass der Bau am Leonhardsberg weitgehend stehen bleiben soll. Das Gebäude am Schmiedberg 4 sei dagegen „noch in der Diskussion“. Insgesamt wird der Komplex zwischen Leonhardsberg und Schmiedberg von Fachleuten als städtebaulich wichtig eingestuft. „Deshalb schauen auch die Denkmalpflege und der Baukunstbeirat genau drauf“, sagt Sterz.

Heimatpfleger und Architekt Hubert Schulz stuft den Straßenzug als städtebaulich bedeutendes Eingangstor zum Augsburger Zentrum ein. In den kriegsbedingten Baulücken am Leonhardsberg seien in den 1950er Jahren Bauten entstanden, die heute als Zeitdokumente zu sehen seien und sichtbar bleiben sollen.

Zu dieser städtebaulichen Situation gibt es auch einen Plan des früheren Stadtbaurates Walther Schmidt. Er galt nach dem Zweiten Weltkrieg als ein Vertreter moderner Urbanität in Augsburg.

„Es war kein einfacher Weg, aber der runde Tisch mit allen Beteiligten hat sich bewährt“, sagt Schulz mit Blick auf die Abstimmungsgespräche. Zum Straßenzug zwischen Leonhardsberg und Schmiedberg zählt auch noch eine andere Immobilie weiter unten. Das Gebäude am Schmiedberg 6, das ehemalige Hess-haus, gehört einem Investor aus Dubai. Er hat das Objekt 2011 erworben, ist aber bislang in Augsburg nicht öffentlich in Erscheinung getreten.

Investor plant jetzt doch kein Hotel

Eigentlich wollte der Eigentümer das Gebäude wieder abstoßen, denn das Bauvorhaben erwies sich als problematischer als anfangs gedacht. Es fand sich aber kein Käufer. Deswegen will der Mann aus Dubai nun doch noch einmal selbst Geld in die Hand nehmen und einen umfassenden Umbau finanzieren. Zunächst war geplant, die heruntergekommene Immobilie in ein modernes Stadthotel zu verwandeln. Diese Nutzung war von der Stadt bereits genehmigt.

Vom Hotelprojekt hat der Investor aber wegen der hohen Kosten wieder Abstand genommen. Mit einem neuen Architekten aus München will man das Gebäude nun in ein modernes Wohnhaus umwandeln.

Dies teilte Schuchrath Gepper, ein Sprecher des Investors, auf Anfrage mit. Auch für diese Lösung gibt es eine Genehmigung von der Stadt. Die Planungen für die neuen Wohnungen laufen. Der Umbau des Gebäudes sei aber vorübergehend gestoppt worden, so Gepper. Im Herbst soll es weitergehen. Zuvor müsse die zugehörige Tiefgarage saniert werden.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren