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Streitfall

21.10.2016

Neue Turbulenzen um alte Heide

Warum die Grünen nun doch den Schutz der gesamten Fläche vor Bebauung wollen – entgegen ihrer Stadträte. Die Naturschutzallianz fordert jetzt Akteneinsicht bei der Regierung von Schwaben

Politische Kehrtwende bei den Grünen: Der Stadtverband spricht sich mehrheitlich dafür aus, die Bebauungspläne des Freistaates auf der Alten Flugplatzheide in Haunstetten doch noch zu stoppen und den letzten Rest der historischen Heidelandschaft komplett unter Schutz zu stellen. Zuvor hatte die Stadtratsfraktion der Grünen für eine andere Lösung plädiert: Sie war für den Wohnungsbau des Freistaats und den Schutz der dann noch verbleibenden Fläche.

Dabei sind die Weichen für das Bauvorhaben schon gestellt. Der Freistaat hat die baurechtliche Genehmigung der Regierung von Schwaben, auf dem vier Hektar großen Areal am Bischofsackerweg knapp 80 Wohneinheiten für 300 anerkannte Flüchtlinge zu bauen. Dort leben über 85 gefährdete Tier- und Pflanzenarten, die teils vom Aussterben bedroht sind. Die Regierung hat gleichzeitig in Aussicht gestellt, dass der Rest des Grundstücks unter Schutz gestellt werden soll.

Peter Rauscher vom Stadtverband der Grünen beruft sich nun auf ein Gutachten, wonach der Artenreichtum auf der Flugplatzheide nur sehr selten auf innerstädtischen Flächen zu finden ist und naturschutzfachlich bayernweite Bedeutung hat. Der Grünen-Stadtverband lehnt darüber hinaus die geplanten Flüchtlingswohnungen des Freistaats am Bischofsackerweg integrationspolitisch ab. Das Gelände sei problematisch, weil es auf der grünen Wiese liege und dort keine soziale Durchmischung möglich sei. Grünen-Abgeordnete Christine Kamm hat darüber hinaus eine Anfrage im Landtag gestellt. Sie will Aufklärung vom Freistaat, wie die Entscheidung der Regierung von Schwaben zustande kam und ob andere Standorte auf weniger schutzwürdigen Flächen für das Wohnbauvorhaben geprüft wurden.

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Auch die Naturschutzallianz heimischer Umweltverbände will noch einmal genauer wissen, auf welchen Fakten die Entscheidung der Regierung basiert. Sie hat einen Antrag auf Akteneinsicht gestellt. Von Interesse seien vor allem die von der Regierung durchgeführten oder veranlassten Kartierungsunterlagen, die das zur Bebauung vorgesehene Areal betreffen.

Regierungssprecher Karl-Heinz Meyer teilte mit, die Behörde sei mit Blick auf die geforderten Unterlagen gesprächsbereit. Weiter betonte Meyer, die naturschutzfachliche Wertigkeit des Grundstücks am Bischofsackerweg sei unbestritten und auch durch die Kartierung des Naturwissenschaftlichen Vereins bekannt.

Ziel der Regierung sei die Aufwertung der nicht für die Bebauung erforderlichen verbleibenden Teilfläche von rund vier Fünftel des Grundstücks. Geplant sei auch, diese Teilfläche auf Dauer mit weiteren Ausgleichsflächen zu vernetzen und „die hoffentlich positive Entwicklung in der Zeitreihe zu dokumentieren“.

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