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Augsburg

06.08.2018

Neuer Kaffee-Shop hilft Bauern in Tansania

Sie sind ein eingespieltes Team: Allan Mutagwaba und seine Frau Katharina bauen ihren Online-Handel mit einem eigenen Laden aus. Dort soll es viele Angebote für kaffeebegeisterte Kunden geben.
Bild: Annette Zoepf

Der frühere Hochschulstudent Allan Mutagwaba geht in Augsburg als Unternehmer seinen Weg. Damit unterstützt er auch Menschen in seiner Heimatregion.

Allan Mutagwaba aus Tansania ist ein Mann, von dem man lernen kann, wie man seine Träume im Leben wahr macht: Als Junge hat er selber auf Plantagen Kaffeebohnen gepflückt. Damals hätte er nie geglaubt, dass er einmal selber mit Kaffee Geld verdienen – und damit auch den Menschen in seiner Heimat helfen würde. Nun tritt Allan Mutagwaba in Augsburg an, um seinen Traum Wirklichkeit werden zu lassen. Mit einem neuen Kaffee-Shop in der Karlstraße. Der Weg bis dahin war weit. Er hat sich nicht beirren lassen.

Als wir Allan 2012 zum ersten Mal treffen, ist er Student. Damals ist er nach Augsburg gekommen, um zusammen mit vielen anderen jungen Leuten aus aller Welt an der Hochschule das Studium „International Business and Finance“ anzutreten. In diesem Masterprogramm wird der Nachwuchs für Investmentbanken, Beratungshäuser für Unternehmensverkäufe, international tätige mittelständische Unternehmen oder Konzerne ausgebildet. Kurz gesagt: Die Studenten lernen, wie man eine Firma führen und viel Geld verdienen kann. An der Hochschule Augsburg lernen die Manager von morgen aber auch, wie sie soziale Verantwortung und Fairness zeigen können.

Er arbeitet in der Autoindustrie - und für seinen Traum

2016 treffen wir Allan Mutagwaba wieder. Er hat seinen Masterabschluss in Augsburg geschafft und arbeitet für ein Unternehmen in der Automobilindustrie. Sein Traum ist immer noch ein anderer: „Ich will meiner Heimat und den Menschen dort etwas zurückgeben“, sagt er. Zusammen mit seiner Frau Katharina macht er nebenher einen Online-Shop für Kaffee aus Tansania auf. Auch Katharina Mutagwaba bringt ihr geschäftliches Wissen ein. Sie hat in Augsburg und München Global Business Management und Tourismus Management studiert. 2017 macht sich ihr Mann dann hauptberuflich selbstständig als Kaffee-Importeur.

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Anfang August begegnen wir Allan Mutagwaba zum dritten Mal – diesmal in einem kleinen Laden in der Karlstraße, den er gerade einrichtet. Dort wird er zusammen mit seiner Frau einen neuen Kaffee-Shop mit eigener Rösterei eröffnen. „Voraussichtlich Ende August, wenn die Röstmaschine bis dahin technisch abgenommen ist“, sagt er. Der 36-Jährige geht den Schritt vom Online-Handel hin zu einem stationären Geschäft. Der soll ein zweites Standbein werden. Der Kaffeehandel im Internet sei gut gelaufen, sagt er. „Wir hatten aber auch viele Rückmeldungen von Kunden, die sich einen Laden wünschten.“ Im Kaffee-Shop will er darüber hinaus Seminare rund um die Zubereitung des Getränks geben.

Mehr Geld für Kaffee-Bauern

Mutagwaba hat sich ein erfolgreiches Leben in Deutschland aufgebaut. Diesen Erfolg will er nutzen, um Menschen in seiner Heimat zu unterstützen, und zwar mit dem Verkauf von ökologisch erzeugten und fair gehandelten Produkten, von denen auch die afrikanischen Erzeuger profitieren. Im neuen Kaffee-Laden verkaufen die Mutagwabas Kaffee, der nach ihren Angaben von rund 30 Bauern der Aranga Coffee Group erzeugt wird. Diese Kaffeebauern leben in der Region Mount Meru. Dieser agrarisch geprägte Landstrich liegt zwischen bekannten und beliebten Touristenzielen, der Serengeti und dem Kilimandscharo. Wenn Allan und Katharina Mutagwaba über ihren neuen Laden in Augsburg reden, kommen sie auch immer auf das große Ziel zu sprechen, das dahinter steht. Ein Problem sei, dass Kaffeebauern relativ wenig Geld verdienen, wenn sie ihre Bohnen an große Konzerne verkaufen. Der derzeit übliche Marktpreis für die Erzeuger liege zwischen 1,50 und 2,50 US-Dollar pro Kilo. Über die Importverbindung nach Augsburg sollen Kaffeebauern deutlich höhere Preise bekommen. Der gebürtige Afrikaner erklärt auch, warum das so wichtig ist: „Mit einem besseren Einkommen können sie ihre Kinder in die Schule schicken und die nächste Generation kann sich eine Existenz in ihrer Heimat aufbauen.“ Katharina Mutagwaba hält das deshalb für besonders wichtig, weil die Landwirtschaft in Tansania in der Bevölkerung wenig Wertschätzung finde. Die Mutagwabas wollen in der Region Mount Meru ein Bewusstsein dafür schaffen, dass man auch in Afrika mit guten Erzeugnissen gutes Geld verdienen kann.

Vielleicht werden wir Allan Mutagwaba bald ein viertes Mal treffen. Er hat noch viele Pläne. Wenn der Kaffee-Shop in der Karlstraße gut läuft, will er zusammen mit seiner Frau einen verträglichen Tourismus in seiner Heimat Tansania aufbauen.

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